Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

376 Amtlicher Teil 
und Berufsſchulen auf dem Lande den Unterricht 
in Hauswirtſchaft und LeibeSübungen erteilen, er- 
folgt künftig nach den anliegenden „Beſtimmungen“. 
(2) Dieſe „Beſtimmungen“ treten mit ihrer Ver- 
öffentlihung in Kraft. Gleichzeitig werden die 
für die Ausbildung te<hnij<her Lehrerinnen bishexr 
beſtehenden Sonderverordnungen der einzelnen 
Länder aufgehoben. | 
(3) Die Durchführung der „Beſtimmungen“ jo- 
wie die Regelung der Übergangsmaßnahmen erfolgt 
nac<< Benehmen mit den Unterricht3verwaltungen 
der Länder. | 
(4) Bezüglich der Durchſührung der Zuſtändig- 
keitSregelung beſtimme ich ſchon jeßt: 
1, Die Feſtſezung des Zeitpunktes der Prüfung 
nach 8 12, die Berufung des Prüfungsleiters 
nah 8 13 Ziſf. 1 und die leßtmalige Zu- 
laſſung zur Wiederholung3prüſung nach 8 18 
Abſ. 2 der „Beſtimmungen“ übertrage ich, un- 
beſchadet meiner Zuſtändigkeit für Berufungen, 
bis auf weiteres den Unterrichtsverwaltungen 
der Länder, ſoweit ſie nach 8 6 der „Beſtim- 
mungen“ eingerichtete Lehrgänge unterhalten. 
2. Inwieweit es bei Lehrgangseinrichtungen 
außerhalb der Hochſchulorte erforderlich iſt, 
Aufgaben, die ſich insbeſondere aus dem 
Studiengang, der Planung der Vorleſungen 
und Übungen ſowie der geſchäftlichen Ordnung 
der Lehrgangseinrichtung für den Direktor 
der Hochſchule ergeben, der örtlichen Leiterin 
zu Übertragen, richtet ſich nach dem Maße der 
jonſtigen, dem Direktor der Hochſchule ob- 
liegenden Verpflichtungen, den drtlichen 
Gegebenheiten und ſachlichen Notwendigkeiten. 
Die Regelung von Fall zu Fall erfolgt in 
Preußen durch mich, in den andern Ländern 
bis auf weiteres durc< die Unterrichtsverwal- 
tungen der Länder im Benehmen mit dem 
zuſtändigen Direktor der Hochſchule. 
(5) Für die Regelung der Übergangs83- 
maßnahmen gelten folgende Grundſäße: 
1. Inwieweit und in welcher Weiſe etwa vor- 
handene Ausbildungs3einrichtungen nach Maß- 
gabe der Notwendigkeit und Möglichkeit in 
die neue Ordnung Überführt werden können, 
bleibt Einzelentſcheidungen vorbehalten. 
. Neuaufnahmen in die vereinzelt noch be- 
beſtehenden Seminare der Länder dürfen nicht 
mehr ſtattfinden. Ein bereits begonnenes 
Studium kann aus8nahmsweiſe nach den bisher 
geltenden Vorſchriften durchgeführt und ab- 
geſhloſjen werden. Ein Rechtsanſpruch der 
Studierenden auf die Bereitſtellung von Ein- 
richtungen zur Durchführung eines be- 
gonnenen Studiums beſteht nicht. 
3. Einzelfragen werden nac< Benehmen mit den 
betreffenden Unterricht8verwaltungen dex 
Länder zwe>mäßig im Zuſammenhang mit 
der Einführung der „Beſtimmungen“ geregelt. 
Berlin, den 20. Juni 1939. 
'Der Reichsminiſter 
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung. 
In Vertretung: Zſ<hinbſ<. 
 
 
& 
An die Unterrichtsverwaltungen der Länder (mit 
Ausnahme von Öſterreich und Sudetenland) 
=- mit Überdruden für die Hochſchulen für 
Lehrerbildung =, die Herren Regierungs8- 
präſidenten in Preußen, den Herrn Stadt- 
präſidenten der Reichshauptſtadt Berlin, den 
Herrn Reichskommiſſarx für das Saarland in 
Saarbrücken, die Herren Direktoren der preu- 
kijimen Hochſchulen für Lehrerbildung und den 
Herrn Direktor der Hochſchule für Lehrerbildung 
in Saarbrü>en. = KIb50EHN a EId, 
KI, EId EV, EIVe(b). | 
(RMinAmtsblDtſc<Wiſſ. 1939 S, 375.) 
|K 
| Weſtimmungen 
über die Ausbildung und Prüfung der Lehrerinnen 
für den Anterric<ht in Hanswirtſ<aft und Leibes- 
übungen an Volksſ<hulen, Mittleren Schulen und 
Werufsſ<nlen auf dem Lande. 
S 1 .* 
Ausbildungszwet, 
(1) Die Lehrerinnen für den Unterricht in 
Hauswirtſchaft (Handarbeit und Hauswerk) und 
LeibeSübungen an Volksſchulen, Mittlexen Schulen 
und Berufsſchulen auf dem Lande erhalten eine 
der erziehlichen Bedeutung und den techniſchen 
Anforderungen dieſer Sachgebiete angemeſſene be- 
jondere Ausbildung. 
(2) Die Ausbildung ſoll die Gewähr dafür 
bieten, daß die Sachgebiete der Hauswirtſchaft und 
LeibeSübungen unbeſchadet ihres Eigenwertes der 
beſonderen Erziehungsaufgabe jeder der genannten 
Schularten gemäß gepflegt werden und in 
organiſc<er Verbundenheit mit dem geſamten Er- 
ziehungöwerkf der einzelnen Schule die Hin- 
wendung der Mädchen zu ihrem Berufe der Haus- 
frau und Mutter im Geiſte de3 Nationalſoziali3Smus 
weſentlich mitbeſtimmen. 
8 92, 
" Ausbildungswege. 
Die Ausbildung erfolgt innerhalb 
1, des zweijährigen Studiums der Volksſchul- 
lehrerinnen an den Hochſc<hulen für Lehrer- 
bildung, 
2. eines beſonderen Studiums von zweijähriger 
Dauer, das mit der erſten Prüfung für das Lehr- 
amt einer Hauswirtſc<haft8- und Turnlehrerin 
an Volksſchulen, Mittlexen Schulen und Berufs- 
jhulen auf dem Lande abſchließt. 
Teil 1. 
Die Aunsbildung innerhalb des zweijährigen 
Studiums der Volksſchullehrerinnen. 
S8 3. 
Situdien- und Prüfungsordnung. 
Die Ausbildung innerhalb des Studiums der 
Volksſchullehrexinnen an den Hochſchulen für Lehrer- 
bildung und die abſchließende Prüfung regeln ſich
	        

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