Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

438 Amtlicher Teil 
Hfſentlichen Höheren Schulen gleichwertig anerkannt 
werden, die der Reich8gemeinſchaſt der deutſchen 
Privatſ<ulen angehören. IJ<4 lege Wert darauſ, 
daß auch die Unterhaltsträger der privaten mittleren 
Schulen der Reichsgemeinſchaft beitreten und ordne 
daher folgendes an: 
1. Mit dex Genehmigung zur Errichtung einer 
privaten mittleren Schule iſt künftig die Auflage 
zu verbinden, daß der Unterhaltsträger binnen 
einer Friſt von jechs Wochen die Auſnahme in 
die Reichsgemeinſc<haft der deutjichen Privat- 
I<hulen e. V. nachzuweiſen hat. Erbringt er 
den Nachweis nicht, ſo iſt die Genehmigung 
zu widerrufen. 
2. Beſtehende private mittlere Schulen haben 
der zuſtändigen Schulaufſicht3behörde bis zum 
1. Oktober d. J8. nachzuweiſen, daß ihr 
Unterhaltsträger Mitglied der Reich8gemein- 
Ichaft der deutſ<en Privatſchulen e. V. ge- 
worden iſt. 
3. Private mittlere Schulen, deren Unterhalts8- 
träger nicht in die Reich8gemeinſchaft der 
deutſchen Privatſchulen e. V. auſgenommen 
worden ſind, ſind zum Ende des Schuljahres 
(31. März 1940) aufzulöſen, foſern fie nicht 
von einem Träger Öffentlichen Rechts oder 
einem für die Aufnahme in die Reichsgemein- 
Ichaft geeigneten anderen privaten Unterhalts- 
träger übernommen worden find oder be- 
gründete Ausſi<ht hierfür beſteht. Bor 
Genehmigung der Übernahme dur< einen 
anderen privaten Unterhaltsträger iſt mit der 
Reichsgemeinſchaft der deutſchen Privatſchulen 
Fühlung zu nehmen. | 
Über die Durchführung dieſes Erlaſſes iſt mir 
bis Ende dieſes Schuljahres zu berichten. Die 
Auflöſung privater mittlerer Schulen in Preußen 
bedarf meiner Genehmigung. . 
Berlin, den 26. Juli 1939. 
-Der Reichsminiſter 
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung. 
Im Auftrage: Holfelder. 
An die Unterricht8verwaltungen der Länder (außer 
Preußen), den Herrn Reichskommijjar für das 
Saarland in Saarbrü>ken, den Herrn Reich3- 
kommiſſar für die Wiedervereinigung Öſterreichs 
mit dem Deutſchen Reiche in Wien, den Herrn 
Reichsſtatthalter für den Sudetengau in Reichen- 
berg und die Herren Regierungspräjidenten 
(Schulabteilung) in Preußen. -- E Ile 1144. 
(Deutſch. Wiſſ. Erziehg. Volksbildg. 1939 S. 437.) 
437. Unfälle von Kindern durch Berühren 
herabhängender Enden aus einem Flugzeug 
über eine Hochſpannungsleitung gefallener 
Drähte. 
Der Herr Reichsminiſter der Luftfahrt und 
Oberbefehlöhaber der Luftwaffe teilt mir folgendes 
mit: 
„zm heutigen ſtarken Flugbetrieb kommt es zu- 
weilen vor, daß von einem Flugzeug ein Antennen- 
oder Schleppdraht herabſällt. Dieſe Drähte ſind 
meiſt ſo leicht, daß der herabfallende Draht beim 
Auftreffen auf die Erde allein keinen Schaden 
anrichtet. Fällt dagegen ſolc< ein Draht auf eine 
Hochſpannungs8- oder Starkſtromleitung, ſo iſt 
äußerſte Vorſicht geboten. Dur< Berühren 
des herabhängenden Ende3 ſol<er 
Über eine Freileitung gefallener 
Drähte ſind in lebßbter Zeit in 
mehreren Fällen Kinder und Halb- 
erwachſene ſchwer verleßt oder gar 
getötet worden. Mit Bezug auf meinen 
Runderlaß vom 17. Mai 1939 -- KE 11a 865 E11 -- 
(Deutſch. Wiſſ. Erziehg. Volksbildg. S. 322) erſuche 
ich, in allen Schulen die Schüler und Schülerinnen 
auf die großen Gefahren aufmerkſam zu machen, 
die das Berühren derartiger Drähte mit ſich bringt, 
auc< wenn ſie nicht in unmittelbarer Nähe einer 
Freileitung liegen. Wer das Herabſfallen eines 
ſolchen Drahtes bemerkt oder einen Draht findet, 
hat die Pflicht, dies ſofort der nächſten Polizei- 
ſtelle oder dem nächſtgelegenen Fliegerhorſt zu 
melden. Es muß erreicht werden, daß kein Un- 
befugter den Draht berührt und daß auch keine 
Tiere mit dem Draht in Berührung kommen. 
Dieſer Erlaß wird nur in Deutſch. Wiſſ. 
Erziehg. Volksbildg. veröffentlicht. 
Berlin, den 2. Auguſt 1939. 
Der Reich3miniſter 
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung. 
Im Auftrage: Kohlbac. 
An die Unterrichtsverwaltungen der Länder, den 
Herrn Reichskommiſſar für das Saarland in 
Saarbrücken, die Herren preußiſchen Regierungs- 
präſidenten, die Herren Oberpräſidenten (Ab- 
teilung für höheres Schulweſen) und den Herrn 
Stadtpräſidenten der Reich8hauptſtadt Berlin. -- 
E Ila 2379 KI1b, BE II, 
(Deutſch. Wiſſ. Erziehg. Volks8bildg. 1989 S, 438.) 
438. Gewährung von Schulgeldfreiſtellen an 
Schüler der unterſten Klaſſen der Höheren 
Schulen. 
Zum Bericht vom 13. Juli 1939 -- II1/E III- 
859 --. 
Ihre Auſſaſſung triſſt zu. Eine dem lebten Saß 
von Ziſfer 3 des Erlaſſes vom 12. September 1923 
(Zentrbl. f. d. geſ. Unterr.-Verw. S. 337) ent- 
ſprechende Vorſchrift iſt in den Durchführungs- 
vorſchriſten zum Schulgeldgeſes nicht mehr ent- 
halten. | 
Schulgeldermäßigung und Sculgeldbeſreiung 
ſollen begabten minderbemittelten Kindern das 
Verbleiben und den Zugang zur Höheren 
Schule ermöglichen. Daher können auch Kindern 
der unterſten Klaſſen dieſe Vorteile gewährt werden. 
Das Vorliegen der allgemeinen Vorausfekungen 
für die Vergünſtigung iſt vom Anſtaltsleiter bei 
Den unteren Jahrgängen beſonders38 ſorgfältig zu 
prüfen.
	        

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