Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

532 - Amtlicher Teil 
Erſuchen um Auskunft aus dem Strafregiſter. 
I. 
Erſuchen um Auskunft aus dem Strafregiſter ſind an folgende 
Stellen zu richten: 
1. wenn die Perſon im Altreich (einſc<l. des Saarlandes 
und des Memellandes) oder im Reichsgau Sudetenland 
geboren iſt, an die Staatsanwaltſc<aft bei dem Landgericht, 
in deſſen Bezirk der Geburtsort der Perſon liegt; dies 
gilt auh dann, wenn der. Geburtsort in einem anderen 
Lande liegt als der Sitz des Landgerichts; 
.- wenn die Perſon im Ausland einſchließlich der auf Grund 
des Vertrages von Berſailles an Frankreich, Belgien, 
Dänemark oder Polen abgetretenen Gebiete geboren iſt, 
wenn der Geburtsort zweifelhaft oder nicht zu ermitteln 
iſt oder wenn es ſich um juriſtiſ<e Perſonen oder Perſonen- 
vereinigungen handelt, an das Auslandsſtrafregiſter in 
Berlin (Berlin W 35, Potsdamer Straße 178); 
3. wenn die Perſon in dem in die Oſtmark eingegliederten 
Teil der ſudetendeutſ<en Gebiete (Landgerichtsbezirk 
3Znaim, Amtsgerichtsbezirke Grazen, Böhmiſc< Krumau, 
Hohenfurth, Kalſhing, Kaplik und Oberplan) geboren iſt, 
an die Staatsanwaltſchaft in Znaim; 
4 wenn die Perſon in einem anderen Teil der Oſtmark 
geboren iſt, an das Strafregiſteramt bei der Kriminal- 
polizeileitſtelle in Wien (Wien, Roſſauer Lände 7/9) ; 
5. wenn die Perſon im Protektorat Böhmen und Mähren 
geboren iſt, an die Staatsanwaltſchaft (Strafregiſteramt) 
des Protektorats, in deren Sprengel die Perſon geboren 
iſt, und an das zuſtändige deutſche Strafregiſter im 
Protektorat; *) 
6. wenn die Perſon im Gebiet der früheren Freien Stadt 
Danzig geboren iſt, an die Staatsanwaltſhaft beim 
LG. Danzig und an das Auslandsſtrafregiſter in Berlin, 
11. 
Beſteht Anhalt dafür, daß über eine Perſon, die in der 
Oſtmark oder in der ehemaligen Tſc<e<ho-Slowakiſchen Republik 
geboren iſt, eine Strafkarte beim Auslandsſtrafregiſter in 
Berlin geführt wird, jo wird eine Anfrage au dorthin gerichtet. 
Entſprechendes gilt, wenn Anhalt dafür beſteht, daß über eine 
Perſon, die in der ehemaligen Tſ<echo-Slowakiſc<en Republik 
geboren iſt, eine Straſkarte beim Strafregiſteramt in Wien 
geführt wird. Eine Anfrage empfiehlt ſi<O in allen wichtigen 
Sachen und iſt insbeſondere dann notwendig, wenn es ſich 
um eine wegen Deviſenvergehens, Paßvergebens oder wegen 
einer politiſ<Gen Straftat (Hochverrat, Landesverrat, Berrat 
militäriſcher Geheimniſſe uſw.) verfolgte oder vorbeſtrafte 
Perſon handelt oder wenn ſi< die Perſon längere Zeit im 
Altreich oder in der Oſtmark aufgehalten bat. 
Der Zeitpunkt, von dem ab Anfragen an die genannten 
Strafregiſter nicht mehr erforderlich ſind, wird bekanntgegeben. 
TI. 
Hinſichtlih der Berurteilungen im Ausland iſt folgendes 
zu beachten: 
1. Die Länder, mit denen das Altreich im Strafnachrichten- 
austauſch ſteht, ?) teilen Berurteilungen deutſ<er Staats- 
1) Bei der Staatsanwaltſchoft in Prag oder bei der Staats- 
anwaltſchaft in Brünn. 
3 Belgien (RGBl. 1875 S. 73, 87; 1879 S. 2; 1920 
S. 1397) --- Bulgarien (RGBl. 1926 I1 S. 58 1) -- Finn- 
land (RGBl, 1937 II S. 551, 552) -- Frankreich (RGBl. 
1929 II S. 763; 1920 S. 1995, 2006) -- Griedenland 
(RGBl. 1907 S. 545, 558; 1920 S. 1544) -- Ztalien (RGBl, 
1871 S. 446, 457; 1920 S. 1577) -- Liechtenſtein (RMBl. 
19854 S. 141, 235) -- Luxemburg (RGBl. 1876 S. 223, 
230) -- Niederlande (RGBl, 1897 S. 731, 746) --- Nor- 
wegen (RGBl. 1907 S., 239, 242) - Paraguay (RGBl, 
1915 S. 571, 582) -- Peru (RGBl. 1937 I1 S. 166) -- 
das bisherige Polen (RGBl. 1926 11 S. 89) -- Sdcwei 
(RGBl, 1874 S. 113, 119, 120) --- Spanien (RGBl. 187 
S. 213, 226) -- S paniſch- „Marokko (RMBl. 1932 S. 757) -- 
Türkei (RGBl. 1931 11 S, 197, 205; 1932 I1 S, 1538). 
dD 
angehöriger den deutſhen Strafregiſterbehörden mit. Die 
Mitteilungen werden bei der Staatsanwaltſchaft, in deren 
Bezirk der Geburtsort der Perſon. liegt, oder bei Perſonen, 
deren Geburtsort außerhalb des Altreichs gelegen, zweifelhaft 
vder nicht zu ermitteln iſt, beim Auslandsſtrafregiſter in Berlin 
niedergelegt. BWerurteilungen deutſ<er Staatsangehöriger, 
die nicht erſt Dur<& den Anſchluß der Oſtmark und der ſudeten- 
deutſm<en Gebiete oder durch die Errichtung des Protektorats 
Böhmen und Mähren die deutjche Staatsangehbörigkeit er- 
worben baben, können daher in aller Regel durch Anfrage bei 
dem für den Geburtsort der Perſon zuſtändigen Strafregiſter 
oder, wenn der Geburtsort der Perſon außerhalb des Altreichs 
gelegen, zweifelhaft oder nicht zu ermitteln iſt, beim Auslands- 
ſtrafregiſter in Berlin ermittelt werden, wenn die Berurteilung 
dur< das Gericht eines Landes erfolgt iſt, mit dem das Altreich 
im Strafnachrichtenaustauſch ſteht. 
2. Die Länder, mit denen das ehemalige Land Öſterreich 
im Strafnachric<tenaustauſch ſtand,?) teilen die Berurteilungen 
ehemaliger öſterreichiſ<er Bundesbürger dem Strafregiſteramt 
bei der Kriminalpolizeileitſtelle in Wien mit. Berurteilungen 
ehemaliger öſterreichiſ<er Bundesbürger in dieſen Ländern 
können daher in aller Regel dur< eine Anfrage an das Straf- 
regiſteramt- bei der-Kriminalpolizeileitſtelle- in Wien exmittelt --- 
werden. 
3. Berurteil ungen von Angehörigen eines ausländiſchen 
Staates durch ein ausländiſches Gericht können -- abgeſehen 
von einigen nach internationalem Abkommen mitzuteilenden 
Berurteilungen -- dur< Anfrage an ein deutſches Regiſter 
auh dann nicht ermittelt werden, wenn der Staat, dem die 
Perſon angehört oder deſſen Gericht die Berurteilung aus- 
geſprochen hat; mit dem Deutſchen Reich im Strafnachrichten- 
austauſc< ſteht. Auskunftserſuchen ſind inſoweit entſprechend 
den Bereinbarungen über Mitteilungen aus dem Strafregiſter 
zu behandeln, wenn ſol<e Bereinbarungen getroffen ſind. 
IV. 
BordruFe und Nuſter für BordruFe für Erſuchen um 
Auskunft aus dem Strafregiſter können vom Strafgefängnis 
in Berlin-Tegel bezogen werden. Durc< Bekanntmachung 
vom 26. September 1959 (Dt. Juſt. S. 1558) habe ich einen 
neuen Vordru> für Auskunftserſuchen vorgeſchrieben. 
Berlin, den 25. September 19539, 
Der Reichsminiſter des Innern. 
(Unterſchrift.) 
4240 11 a 4.1122. 
(Deutſch. Wiſſ. Erziehg. olksbildg. 1939 &, 531.) 
351. Winterhilfswerk 1939 /40. 
Wie in den vergangenen Jahren, ſo hat der Führer auch 
jeht wieder alle VBolksgenoſſen zur Teilnahme am Winter- 
hilfswerk des Deutſchen Volkes aufgerufen. Das Winter- 
hilfswerk 1939/40 hat als Kriegswinterhilfswerk ſeine ganz 
beſondere Bedeutung. Es muß nach den Worten des Führers 
in ihm alles überttoffen werden, was bisher Ähnliches ge- 
leiſtet worden iſt. Das Bewußtſein der Gemeinſchaft des 
ganzen deutſchen Volkes muß ſich jeht in dieſem Werke völ- 
kiſmer Selbſthilfe ganz beſonders erweiſen. Nicht an die Größe 
des eigenen Opfers hat jeder zu denken, ſondern an die Größe 
des gemeinſamen Opfers und an die Größe des Opfers derer, 
die ſich für ihr Bolk hingegeben haben und vielleicht noch hin- 
geben müſſen. Auch darauf muß beſonders hingewieſen werden, 
daß das Winterhilfswerk in dieſem Jahre zugleich zu einem 
Hilfswerk für das Rote Kreuz geworden iſt, welches es mit 
ſeinen Zuwendungen betreut. 
1) Belgien, Bulgarien, Danzig, das Altreich, Griechenland, 
Ttalien, Jugoſlawien, Liechtenſtein, Luxemburg, die Nieder- 
lande, Polen, die ehemalige Tſcheho-Slowakei und Ungarn,
	        

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