Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

Amtlicher Teil 539 
Mädchen eingerichtet, deren Zahl jedo< zunächſt noc< 
gering ſein wird. In enger Zuſammenarbeit wählen Schule 
und Partei in dieſen Wochen die geeigneten Jungen und Mädchen 
aus der Geſamtzahl der Bolksſhüler und Bolksſchülerinnen 
aus, die Oſtern 1940 die Schule verlaſſen. Bevor ſie zu den 
vierjährigen Aufbaulehrgängen zugelaſſen werden, deren 
erfolgreiher Beſuch die Berechtigung zum Studium an Hoh- 
ſchulen für Lehrerbildung vermittelt, werden die vorgeſchlagenen 
Jungen und Mädchen in Muſterungslagern einer 
vielſeitigen Bewährungs- und Leiſtungsprobe unterzogen, bei 
der alle ausgeſ<hieden werden, die ':den Anforderungen nicht 
genügen. An den Muſterungslagern nehmen auc< die aus- 
gewählten Mittelſchüler, die Oſtern 1940 die Mittelſchule 
voll durchlaufen haben, und die geeigneten Landjahrpflichtigen 
1939 teil, die in beſonderen Klaſſen zu Aufbaulehrgängen von 
zwei- bzw. dreijähriger Dauer zuſammengefaßt 
werden, Die Erziehung und Ausbildung in den Aufbau- 
lehrgängen wird von Studienräten, Studienaſſeſſoren, Bolks- 
und Mittelſchullehrern geleitet, die in beſonderen Ausrichtungs- 
lehrgängen auf ihre Aufgabe vorbereitet werden, und geſchieht 
in der bewährten Form der nationalſozialiſtiſc<en Lager- und 
Formationserziehung. Feder Aufbaulehrgang . beſteht aus 
dem Unterrichtsgebäude und den dazugehörigen Heimgebäuden 
für die Unterbringung der Jungmannen. Die Erziehung in 
der Schulgemeinſc<aft und der Unterricht liegen alſo in einer 
Hand. Außer einer einmaligen erſten Ausrüſtung mit Wäſche 
uſw., die jedes Kind ſowieſo beſizen dürfte, und einem monat- 
lichen Taſchengeld, das ſim von 2 his 8 RM im Monat nach 
dem Einkommen der Eltern ſtaffelt, geſchiebt die Unter- 
bringung, Berpflegung, Bekleidung, Er- 
ziehung und Ausbildung in den ſtaatlihen Auf- 
baulehrgängen völlig auf Staatskoſten. Nur Eltern 
mit günſtigen Einkommensverhältniſſen werden zu einem 
“Beitrag, der von monatlich 10 bis 40 RM geſtaffelt iſt, zu den 
 
 
Unterhaltskoſten herangezogen. Da auch das an den Beſuch 
eines Aufbaulehrgangs anſchließende zweijährige Studium an 
den Hochſchulen für Lehrerbildung gebührenfrei iſt, 
- wird ſomit jährlih für Tauſende von Jungen und Mädchen 
aus den breiteſten Schichten des Volkes die progrom- 
matiſ<he Forderung der Pattei auf Aus- 
bildung beſonders veranlagter Kinder 
armer Eltern auf Staatskoſten ohne Rüdſicht 
auf deren Stand oder Beruf auf einem der wichtigſten Gebiete 
der Volkserziehung in die Tat umgeſeßt. 
568. Funkſendungen über Beruſswahl. 
Im Rahmen der Aufklärung der vor der Berufswabl 
ſtehenden Jugendlihen werden alle Freitag nachmittag von 
14.10 bis 14.25 Uhr über alle deutſc<en Sender, erſtmalig am 
3. November d. Is., Sendungen zu dieſem Thema geſandt. 
-“Den Abſchlußklaſſeäa der Dolksſ<hulen wird empfohlen, dieſe 
Sendungen abzuhören, ſoweit zu dieſer Zeit no< Unterricht 
ſtattfindet und das Abhören unterrichtlich möglich iſt. 
- Dieſer Erlaß wird nur in Deutſch. Wiſſ. Erziebg. Bolksbildg. 
veröffentlicht. 
Berlin, den 31. Oktober 1939. 
Der Reichsminiſter 
' für Wiſſenſchaft, Erziehung und VBolksbildung. 
Im Auftrage: Holfelder. 
An die Unterrichtsverwaltungen der Länder (einſchl. Oſtmark 
und Sudetengau), den Herrn Reichskommiſſar für das 
Saarland in Kaiſerslautern, die Herren Ober- und Re- 
gierungspräſidenten und den Herrn Stadtpräſidenten für 
die Reichshauptſtadt Berlin. -- E16 871. 
(Deutſch, Wiſſ. Erziehg. Volksbildg. 1939 S, 539.) 
569, Staatspolitiſ<he Filmveranſtaltungen in 
Berufs- und Fachſchulen, 
Der Herr Reichswirtſchaftsminiſter hat zur Sicherſtellung 
des Facharbeiterbedarſs für die von dem Bierjahresplan ge- 
ſtellten Aufgaben eine allgemeine Lehrzeitverkürzung an- 
geordnet. Er hat dies in der Borausſekung getan, daß alle 
Anforderungen an die JugendliHen und die mit ihrer Aus- 
bildung betrauten Perſonen inſoweit zurüd&geſtellt werden, 
als ſie niht unmittelbar der Bermittlung des erforderlichen 
tec<hniſ<en und handwerklichen Könnens dienen. Aus dieſem 
Grunde hat der Herr Reichswirtſchaftsminiſter mic< auch 
gebeten, die ſtaatspolitiſ<en S<ulfilmveranſtaltungen in den 
Berufs- und Fachſchulen bis auf weiteres einzuſtellen. Dieſem 
Erſuchen kommt mit Rüdſicht auf den Kriegszuſtand und die 
daraus entſtehenden weiteren Schwierigkeiten für die Durch- 
führung der Facharbeiterausbildung beſondere Bedeutung zu. 
I< ordne daher im Einvernehmen mit der Neichspropaganda- 
leitung (Amtsleitung Film) der NSDAP. an, daß die Schüler 
der Berufsſ<ulen, Berufsfahſchulen und Fachſchulen (ein- 
ſchließlih der landwirtſchaftlihen) bis auf weiteres an den 
ſtaatspolitiſ<Gen Squlfilmveranſtaltungen niht mehr teil- 
nehmen. 
Dieſer Erlaß wird nur in Deutſch. Wiſſ. Erziebg. Volksbilda,. 
veröffentlicht. 
Berlin, den 31, Oktober 1939. 
Der Reichsminiſter 
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung. 
Im Aufirage: Holfelder, 
An die Unterrichtsverwaltungen der Länder (einſ<l. Oſtmark 
und Sudetengau), die Herren Regierungspräſidenten, den 
Herrn Stadtpräſidenten der Reichshauptſtadt Berlin und 
- dein Herrn Reichskommiſſar für das Saarland in Kaiſers- 
lautern. --ETc 862 EIV, EV. 
(Deutſch. Wiſſ. Erziehg. Volksbildg. 1939 S, 539.) 
 
570. Mittelſ<huldienſt. 
Naß dem Erlaß vom 26, November 1910 -- VIID 
2354 --- (Zentrbl. f. d. geſ. Unterr.-Berw. 1911 S, 272) führen 
die an ven öffentlihen Mittelſchulen angeſtellten Lehrer, die 
die Prüfung für den Dienſt an Mittelſchulen abgelegt haben, 
ſowie diejenigen Lehrer, die dieſen geprüften Lehrern gleich- 
zuſtellen ſind, die Amtsbezeichnung „Mittelſchullehrer“, während 
die nicht für den Mittelſchuldienſt geprüften Lehrer die Amts- 
bezeichnung „Lehrer an der Mittelſchule“ zu führen haben. 
Zur Behebung von Zweifeln weiſe im darauf hin, daß zu 
ven Lehrern, die den geprüften Mittelſchullehrern gleich- 
zuſtellen ſind, gehören: A H 
1. Lehrer, die die wiſſenſc<haftlihe und pädagogiſche Prüfung 
für das Lehramt an Höheren Schulen beſtanden haben, 
2. Lehrerinnen, die -dos Zeugnis für Bolks-, Mittel- und 
Höhere Schulen des früheren Oberlyzeums . erworben 
haben, . 
3. Lehrerinnen, die die Prüfung für das Lehramt einer 
Hauswirtſ<afts- und Turnlehrerin an Volksſchulen, 
Mittleren Schulen und Berufsſchulen auf dem Lande 
auf Grund der Ausbildungs- und Prüfungsordnung vom 
20. Funi 1939 beſtanden haben. 
Von der Berufung nicht geprüfter Lehrer an Mittelſchulen 
iſt grundſäßlich abzuſehen. Sollten unter den gegenwärtigen 
Verhältniſſen in einem Einzelfall Borausſekungen gegeben 
ſein, die ausnahmsweiſe die Berufung einer Lehrkraft ohne 
Mittelſhullehrerprüfung tunli< erſcheinen laſſen, wie etwa 
langjährige Bewährung als Lehrer an. Aufbauklaſſen (früher 
gehobenen Klaſſen) der Bolksſchule oder wiſſenſchaftlihe Ar- 
beiten und zuſähliche Weiterbildung in einem Fache oder in
	        

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