560 Amtlicher Teil
596. Lehramt an Ländlichen Beruſsſchulen; hier:
Unterhaltsbeihilfen für die Anwärter während
der praktiſc<-pädagogiſ Die in der Ausbildung für das Lehramt an Ländlichen
Berufsſchulen ſtehenden ſtaatlih geprüften Landwirte er-
halten zur Erleichterung ihrer wirtſchaftlihen Lage während
* der Dauer der halbjährigen praktiſch-pädagogiſchen Tätigkeit
an Ländlichen Berufsſ beihilfen:
Berheiratete . - monatlim 175 RM,
Unverheiratete . . . monatlih 115 RM,
Dieſe Beträge ſind vom Unterhaltsträger der Schule, an der
der Anwärter ſeine praktiſc<-pädagogiſc zu zahlen. Sie ſind Rettobeträge und unterliegen nicht den
allgemeinen Gehbaltskürzungsbeſtimmungen.
Berlin, den 27. Oktober 1939.
Der Reichsminiſter
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung.
In Bertretung: Zſch An die Unterrichtsverwaltungen der Länder, den Herrn Reichs-
ſtatthalter im Sudetengau in Reichenberg, die Herren Re-
gierungspräſidenten in Preußen, Auſſig, Karlsbad und
Troppau und den Herrn Reichskommiſſar für das Saar-
land. -- E V 6101/55 Z II a, E IV (b).
(Deutſch. Wiſſ. Erziehg. Volk8bildg. 1939 S,. 560.)
597. Prüfungen für das Lehramt der Land-
wirtſ Berufsſ Bon verſchiedenen Seiten iſt bei mir beantragt worden,
Landwirtſchaftsreferendare und ſtaatlih geprüfte Landwirte
mit anderthalbjähriger bzw. einjähriger Ausbildung unter
Befreiung von der Ableiſtung der praktiſch-pädagogiſchen
Tätigkeit zur Bädagogiſchen Staatsprüfung für das Lehramt
der Landwirtſchaft bzw. zur Staatsprüfung für das Lehramt
an Ländlichen Berufsſchulen zuzulaſſen, weil ſie zum Heeres-
dienſt eingezogen ſind oder weil ihre Einberufung zur Webhr-
mat bevorſteht. Dieſen Anträgen vermag ich nicht zu ent-
ſprechen, da für die Zulaſſung zu einer Lehramtsprüfung auf
die praktiſch-pädagogiſ kann. Die vorzeitige Ablegung der Staatsprüfung kann nur
dann genehmigt werden, wenn von der Ausbildung im letzten
Abſchnitt mindeſtens die Hälfte nachgewieſen wird. Falls in
beſonderen Fällen eine weitere Abkürzung der Ausbildungszeit
in Frage kommen ſollte, ſehe ich einem Bericht entgegen. I<
bemerke jedoch, daß die Ausbildungszeit der ſtaatlich geprüften
Landwirte bereits ſehr knapp bemeſſen iſt und daß deshalb
von dieſen die vorgeſchriebene anderthalbjährige Ausbildung
im allgemeinen weiter gefordert werden muß.
Beſtimmungen über die Erleichterung der Ausbildung und
eine Bereinfachung der Prüfung für Kriegsteilnehmer werden
gegebenenfalls ſpäter ergehen.
Berlin, den 31. Oktober 1939,
. Der Reichsminiſter
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung.
Im Auftrage: Holfelder.
An die Herren Regierungspräſidenten in Preußen und im
Sudetengau, den Herrn Reichsſtatthalter im Sudetengau in
Reichenberg und die Unterrichtsverwaltungen der Länder. --
Nachrichtlih zur Kenntnis dem Herrn Reichsbauernführer
(Berwaltungsamt) in Berlin SW 11, dem Herrn Chef der
Zivilverwaltung beim AOK. in Bad Godesberg und dem
Herrn Chef der Zivilverwaltung der 1. Armee. in Wies-
baden. -- E V 6117/2253.
(Deutſch. Wiſſ. Erziehg. Volksbildg. 1939 S. 560.)
598, Meldefriſt für den Vorbereitungsdienſt für
das Lehramt an Höheren Sc Tnfolge der Entwi>lung der Berhältniſſe in den letten
Monaten bin im ausnahmsweiſe damit einverſtanden, daß die
Meldefriſt für den Borbereitungsdienſt für das Lehramt an
Höheren Schulen für die Kandidaten, die im Herbſt d. Js. die
Wiſſenſchaftlihe Prüfung beſtanden haben, bis zum 31. Oktober
1939 verlängert wird. Die Kandidaten ſind nachträglich mit
Wirkung vom 1, Oktober 1939 zum VBorbereitungsdienſt zu-
zulaſſen. Anträge, die bereits auf Grund verſpäteter Meldung
abgelehnt worden ſind, erſuche id nachträglich zu genehmigen.
Schließlich weiſe im ausdrü&lich darauf hin, daß diejenigen
Kandidaten, die die Wiſſenſchaftlihe Prüfung abgelegt haben,
aber zum Heeresdienſt eingezogen ſind, auf ihren Antrag in
den VBorbereitungsdienſt aufgenommen und zum Studien-
referendar ernannt werden müſſen.
Über die Zahlung von Unterhaltszuſchüſſen verweiſe ich
auf meinen Runderlaß vom 6. Oktober 1939 -- KE VI
525/39 E III b --,
Berlin, den 31. Oktober 1939.
Der Reichsminiſter
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Bolksbildung.
Im Auftrage: Rothſtein.
An die Herren Oberpräſidenten, den Herrn Stadtpräſidenten
der Reichshauptſtadt (Abteilung für höheres Schulweſen),
den Herrn Reichskommiſſar für das Saarland, zur Zeit
Raiſerslautern, den Herrn Reichsſtatthalter im Sudetengau
in Reichenberg, die Herren Regierungspräſidenten in Auſſig,
Karlsbad, Troppau und die Unterrichtsperwaltungen der
Länder (einſchl. Öſterreich). =-“- Abdru> zur Kenntnis an
die Herren VBorſizdenden der Wiſſenſchaftlihen Prüfungs-
ämter. -- E VII c 592/39 E VIIa, Ele, RV.
(Deutſch. Wiſſ. Erziehg. Volk8bildg. 1939 S. 560.)
b) Für Preußen
599, Sculgelderhebung an den öffentlichen
Höheren Schulen in Preußen.
Im Einvernehmen- mit dem Herrn Preußiſchen Finanz-
miniſter und dem Herrn Reichsminiſter des Innern.
Aus Anlaß der zur Reichsverteidigung getroffenen Maß-
nahmen wird zur Sculgelderhebung an den ſtaatlichen Höheren
Schulen mit Wirkung vom 1. September 1939 ab folgendes
vem
1. Für Schüler, die zum Dienſt in der Wehrmacht einberufen
ſind, iſt das Schulgeld bis zum Ende des Monats zu er-
heben, in dem letztmalig ein Schulbeſuch möglich war.
2. Berläßt ein Schüler oder eine Schülerin vorzeitig die
Klaſſe 8, um Kriegshilfsdienſt zu leiſten, iſt für die Scul-
gelderhebung nach Nr. 2 meines Runderlaſſes vom 27. Auguſt
19838 -- EIIIc 1533 ZI a -- (Deutſch. Wiſſ. Erziehg.
Volksbildg. S. 437 und PrBeſBl. S. 360) der Tag der
Abmeldung maßgebend. Entſprechend iſt bei Schülerinnen
der Oberſchulen für Mädchen zu verfahren, die die Reife-
prüfung na< neun Schuljahren im Januar 1940 ablegen
ſollten und gemäß meinem Runderlaß vom 8. September
1939 --- E IIIa 1947 W, RV -- (Deutſch. Wiſſ. Erziebg.
Volksbildg. S. 484) vorzeitig aus der Schule entlaſſen
werden.
3. Schüler und Schülerinnen aus den geräumten Gebieten
haben. bei einem Schulwechſel an der neuen Schule eine
Aufnahmegebühr nicht zu entrichten.
Die Schulträger nichtſtaatlicher öffentlicher Zöherer Schulen
“ erſuche ich, in gleiher-Weiſe zu-verfahren. .

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