Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

Amtlicher Teil H 4 
 
b) in der Tiefbauabteilung: 
1. je eine Auſgabe aus dem Erd- und Landſtraßen- 
bau, Brü&enbau, Waſſerbau, ſtädtiſchen Tieſ-, 
Eiſenbahn- und Stahlbau in je 4 Stunden, 
2. je eine Aufgabe aus dem Holzbau und Grundbau 
in je 3 Stunden, | 
3. eine oder mehrere Aufgaben. aus dem Eijen- 
betonbau mit Berechnung in 5 Stunden, 
4, Aufgaben aus der Statif in 5 Stunden; 
ce) in der Vermeſſungsabteilung: 
1. einige Aufgaben aus der Vermeſſungskunde 
in Verbindung mit topographiſc<hem Zeichnen 
und Aufnehmen an zwei Tagen zu je 8 Stunden, 
2. einige Aufgaben aus Flächen- und Koordinaten- 
berechnung in 5 Stunden, 
3. einige Aufgaben aus der Inſtrumentenkunde in 
5 Stunden, 
4. einige Aufgaben aus dem Fac< Ber- 
waltungskunde und Vermeſſungsvorſchriften 
in 3 Stunden, 
5. einige Aufgaben aus der Mathematik in zweimal - 
je 3 Stunden; erſter Teil: Planimetrie und 
Stereometrie; zweiter Teil: Algebra und 
Trigonometrie, 
6. einige Aufgaben aus der Allgemeinen Bau- 
kunde in 5 Stunden. 
8. Für jedes Prüfungsfach werden von den 
Fachlehrern drei Aufgaben nach Rücſprache mit 
dem Direktor vorgeſchlagen. Aus den drei BVor- 
ſchlägen wählt der Vorſiker des Prüfungsausſchuſjes 
die zu ſtellende Aufgabe aus. Er ſendet die Auſ- 
gaben für jedes Fach mit dem Vermerk Über die 
getroffene Wahl unter beſonderem Verſchluß dem 
irektor zurück, der ſie ſicher zu verwahren hat. Bei 
Beginn der zur Bearbeitung beſtimmten Zeit iſt 
der Verſchluß zu öffnen und die Aufgabe bekannt- 
zugeben. Die ſchriftlihe Prüfung iſt durc< die 
Lehrer zu beaufſichtigen. Sie haben die Prüflinge 
ſcharf zu überwachen. Mitteilungen an einzelne 
Prüflinge ſind zu unterlaſſen. Nur die genehmigten 
Hilfsmittel dürfen benußbt werden = | 
Vor der Prüfung weiſt der Direktor die Prüj- 
linge darauf hin, daß die Benußung unerlaubter 
Hilfsmittel und jede gegenſeitige Fühlungnahme 
verboten ſind. Wer gegen dieſes Verbot verſtößt, 
wird von der Prüfung ausgeſchloſſen. Dies gilt 
auc< dann, wenn erſt bei Durchſicht der Arbeiten 
nachweisbar eine Täuſchung feſtgeſtellt wird. Wenn 
nur zu täuſchen verſucht wurde oder der Verdacht 
der Täuſchung beſteht, ſind dem Prüfling neue 
Aufgaben zu ſtellen, die der Direktor aus den vor- 
geſchlagenen entnimmt. Dies gilt auch für 
Prüflinge, die durc< Krankheit oder einen anderen 
triftigen Grund verhindert waren, die ſchriftliche 
Prüfung gleichzeitig mit den übrigen zu machen. 
9. Auf jeder ſchriſtlichen Arbeit hat der Prüfling 
ſeinen Namen, den Tag, das Fach und die Arbeits8- 
zeit zu vermerken. Mit jeder Arbeit ſind die Auf- 
gaben und alle ſonſt benußten Blätter abzuliefern. 
Die Fachlehrer bewerten die Prüfungsarbeiten 
und beſprechen ſie mit dem Direktor, der für gleich- 
mäßige Beurteilung ſorgt. Die Bewertung wird 
mit Angabe der hauptſächlichſten Fehler auf den 
Prüfſungsarbeiten vermertt.. | 
Vor Zuſammentritt des geſamten Prüfungs8- 
ausſchuſſes werden in einer Lehrerſißung die end- 
gültigen Urteile über die Semeſterleiſtungen feſt- 
geſtellt und mit der vorläufigen Bewertung der 
Ihriftlihen und zeichneriſchen Arbeiten in eine 
Liſte eingetragen, die der Beratung de8 Geſamt- 
ausſchuſſes als Unterlage dient. . . 
Die Prüfungsarbeiten, die Semeſterarbeiten 
und die Bewertungsliſte werden ein bi38 zwei Tage 
vor der Sikßung des geſamten Prüfungs3ausſchuſſes 
in der Anſtalt für deſſen Mitglieder zur Durchſicht 
ausgelegt. 
10. Den geſamten Prüfung3ausſchuß beruſt der 
Direktor im Auftrage des Vorſizers. Im Sißungs- 
raum liegen die Prüfung38- und Semeſterarbeiten 
der Prüflinge aus. In der Sißung wird zunächſt 
die Bewertung der Semeſterleiſtungen bekannt- 
gegeben. Dann werden die Prüfungsarbeiten 
endgültig beurteilt. Der Vorſißer beſtimmt, in 
welchen Fächern und in welcher Reihenfolge die 
Prüflinge mündlich zu prüfen ſind. Mündlich 
geprüft werden kann in allen Fächern des letzten 
Semeſters. Nationalpolitiſc<er Unterricht, Bau- 
betrieb und Bauſtoffkunde ſind bevorzugt heran- 
zuziehen. - 
In der Hochbauabteilung kann außerdem in 
Entwurſslehre und Baugeſchichte geprüft werden, 
wenn dies für die Geſamtbewertung der Leiſtung 
im Entwerfen erwünſcht iſt. “ 
Jeder Prüfling muß mindeſtens in einem Fach 
| mündlich geprüft werden. Die mündliche Prüfung - 
nehmen die Fachlehrer vor. Wünſche der Aus- 
ſhußmitglieder ſind durch den Vorſizer im Ein- 
vernehmen mit dem Direktor dem prüfenden 
Lehrer mitzuteilen. Vorſißer und Direktor können 
unmittelbar prüfen. Die Bewertung ſchlägt der 
Prüfer vor, der Vorſißer entſcheidet nag Anhören 
der Ausſchußmitglieder. 
- 11. Über alle Sitzungen und Prüfungs38vorgäng 
ſind Niederſchriſten zu führen. Die Niederſcrif 
über die ſchriftlihe Prüfung muß enthalten die 
Namen der Prüflinge, den Wortlaut der in den 
einzelnen Fächern bearbeiteten Aufgaben als An- 
lagen, die Namen der aufſichtsführenden Lehrer, 
Vermerke über den Beginn der Arbeitszeit, deren 
Unterbrechungen und die Abgabezeit der Prüfungs8- 
arbeiten durch die einzelnen Prüflinge. Die 
Niederſchrift über die Verhandlungen des -Prü- 
fungö3ausſchuſſes - hat. über die Leiſtungen in der 
mündlichen Prüfung, über deren Bewertung und 
über die Schlußberatung Auskunft zu geben; ſie 
KE 
 
ee 
iſt vom Vorſiker und dem Schriſtführer zu unter- 
ſchreiben. 
12. Die Geſamtbewertung der einzelnen Fächer 
wird aus den Semeſterleiſtungen und den Ex- 
gebniſſen der ſchriftlichen und mündlihen Prüfung 
ſeſtgeſebt. Hierbei ſoll nicht lediglich rechneriſch 
gemittelt, fondern auch der Geſamteindru> ge- 
wertet werden, den der Prüfling während der 
Studienzeit und vor dem Ausſchuß erwedt hat.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.