Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

Heft 12 Nichtamtlic<her Teil 131* 
Stimmen aus Praxis und Wijſſeunſc<aft 
(Nichtamtlicher Teil) 
Inhalt Seite 
1. Die Räume für den naturwiſſenſchaftlichen Unterricht nach dem amtlihen Raumprogramm 
für die Höheren Schulen. Von Dr. Lip3 und Dr. Scharf, Staatliche Hauptſtelle für den 
naturwiſſenſchaftlichen Unterricht. . .. u... cu-uccuin een eini oro nr rr .„... 132* 
2. Bücher und Zeitſchriften .......-o-coco ooo boobs nocecen....cdnebnneen. 139* 
 
Miniſterialrat Dr.-Ing, Johannes Jahn zum Sedächtnis 
Am 5. Zuni 1939 ſtarb nach langem, jc<werem Leiden der Sachbearbeiter für das maſchinen- 
techniſche Fachſhulweſen im Reichserziehungsminiſterium, Minijterialrat Dr.-Ing. Johannes 
Jahn, im Alter von 56 Jahren. 
Der Verſtorbene ſtudierte an der Techniſchen Hochſchule in Berlin-Charlottenburg, an der 
er 1907 die Diplomprüfung mit Auszeichnung beſtand. Als Hochſc<hulaſſiſtent promovierte er 
bald darauf zum Dr.-IJng., um dann in die Praxis des Schiffsmaſchinenbaus zu gehen, dem 
ſeine Neigung von früheſter Fugend an gehörte. Seine hervorragenden Leiſtungen fanden ſc<on 
am 1. April 1912 durch Ernennung zum Reichsprüfungsinſpektor für die Maſchiniſtenprüfungen 
ihre Anerkennung. Als wiſſenſchaftliher Lehrer in Hamburg ſtellte er ſeine Fähigkeiten zur 
gleichen Zeit in den Dienſt der Erziehung des techniſ<en Nachwuchſes. Am Weltkrieg nahm 
Dr. Jahn als Kriegsfreiwilliger im Feldartillerieregiment Nr. 17 und ſpäter als Kriegs- 
marinebaurat teil. Mit dem Eiſernen Kreuz und anderen Kriegsorden ausgezeichnet kehrte er 
als Oberregierungsrat und Reichsbeauftragter für das Schiffsingenieur- und Seemaſ<hiniſten- 
ſchulweſen in den bürgerlichen Beruf zurüce. 
Am 1. April 1924 wurde Dr.-Ing. Jahn Direktor der Techniſhen Staatslehranſtalten in 
Bremen und hatte nun Gelegenheit, ſein reiches Fachwiſſen, ſein zielbewußtes Schaffen und 
ſeine glänzende Organiſationsgabe an einer großen Aufgabe zu bewähren. Durch die vorbildlichen 
Einrichtungen, Laboratorien und Werkſtätten dieſer vielgeſtaltigen tehniſchen Fachſchule hat 
"er bahnbrechend gewirkt und ein Denkmal hinterlaſſen, das noch lange von ſeinem unermüdlichen, 
einſaßbereiten Wirken zeugen wird. Die großen Berdienſte, die ſid Dr. Jahn als Ober- 
|chulrat und Leiter des geſamten bremiſchen Berufs- und Fachſchulweſens erwarb, ſind allſeitig 
anerkannt. 
Im Frübjahr 1936 berief Reichserziehungsminiſter Ruſt Oberſchulrat Dr.-Ing. Jahn in 
das Miniſterium, wo er mit klarem Blik und eiſerner Tatkraft ſofort an die Neuordnung der 
deutſchen Ingenieurſchulen ging. Wenn dieſe heute einheitlich geformt, auf nationalſozialiſtijc<es 
Wirtſchaftsdenken ausgerichtet und organiſch in das techniſche Erziehungsweſen eingebaut ſind, 
'wenn in ihnen die Einheit von Schule und Praxis in ihrem Neben- und Nacheinander eine jtarke 
Stüße fand, iſt dies im weſentlichen ſein Berdienſt. Er war mit ganzer Seele ſeiner Aufgabe 
verſchrieben, und als bereits die ſhwere Krankheit ihm ſeine Kräfte genommen hatte, hielt er 
noch im Sudetenland Beſprechungen ab. Bis kurz vor ſeinem Tode arbeitete er auf dem Kranken- 
Eu mit einer ſich ſelbſt nicht ſhonenden Pflichttreue an neuen Plänen für ſeine Fngenieur- - 
hulen. 
Als Menſc< war Miniſterialrat Dr. Jahn in jeder Beziehung ein Borbild. Er war National- 
ſozialiſt der Geſinnung und der Tat, ein warmherziger Freund der Jugend, ein ſtets hilfsbereiter 
Ramerad und ein gerader, aufrechter Charakter. Sein Tod hat eine j|<wer zu ſchließende Lü>e 
geriſſen, aber ſein Werk lebt ebenſo weiter wie ſein Andenken bei ſeinen Mitarbeitern. 
 
Wendeborſt,
	        

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