Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

ECM es 
Bedürfniſſe des Unterrichts von der unterſten 
bis zur oberſten Klaſſe einrichten müßte und auch 
der erzieheriſchen Forderung der ehrſur<ts3vollen 
Erkenntnis des Organiſchen nicht gerecht würde. 
Das aufgeſtellte Raumprogramm gilt ſür 
einzügige Sc<hulen. In zweizügigen Schulen 
kommt ein beſonderer Lehr- und Übungs3raum 
für Chemie, etwa 6x12 m, hinzu. 
Von welcher Klaſſenzahl an eine Schule als 
zweizügig anzuſehen iſt, muß von Fall zu Fall 
entſchieden werden. Ungefährer Anhalt kann 
ſein, daß eine Schule, die mit einem dauernden 
Beſtand von 13 und mehr Klaſſen zu rechnen hat, 
als zweizügig gelten muß. 
Die Bijologieräume. 
Für die Einrichtung der Biologieräume ſoll 
ein Beiſpiel gegeben werden. Abweichungen nach 
der einen oder anderen Seite ſind natürlich wohl 
enkbar. 
Der Lehr- und Übung3raum 
für Biologie (6x12 m). 
(Siehe Abbildung 1.) 
Im Gegenſaß zur Phyſik und Chemie beginnt 
der Biologieunterricht in der 1. Klaſſe. Es müſſen 
in dieſem Raum alſo 40 Schülerpläße vorhanden 
jein. Gleichzeitig muß dem Übungsunterricht 
Rechnung getragen werden. Da beſonder38 im 
Unterricht der Unterſtufe ſehr häufig die Mitkro- 
projektion benußt werden muß, wird der Lehr- 
Übraum, um die Überſicht zu erhalten, mit 
2 Stufen (jede Stufe 15 cm) verſehen (ſiehe Ab- 
bildung 1). Die 1. Stuſe iſt 6 m von der Tafel, 
die 2. Stufe 9 m von der Taſel entfernt vorgeſehen. 
Die eine (ebene) Hälfte iſt mit 4 beweglichen 
Tiſchen (Maße: 1,50x0,65 m) ausgeſtattet. Die 
Höhe der beweglichen Tiſ< e ſoll etwa 0,75 m 
betragen, damit ſie auch beim Mikroſkopieren 
benußt werden können. Auf den Stufen ſind 
- längere feſte Tiſche (Maße: 2x 0,65 m) vorgeſehen, 
mit Ausnahme der lebten (6.) Reihe, die wieder 
kleinere Tiſche (1,50x 0,60 m) erhalten hat. Rechnet 
man in der Unterſtufe für jeden Schülerplaß 0,50 m, 
jo kann der Raum folgendermaßen beſeßt werden: 
 
1. Reihe. . . . . . 2x3 = 6 Schüler 
2. Reihe. . . . . . 2x3 = 6 Schüler 
3. Reihe (1. Stuſe) . 2x4 = 8 Schüler 
4, Reihe (1. Stuſe) . 2x4 = 8 Schüler 
5. Reihe (2. Stufe) . 2x4 = 8 Schüler 
6. Reihe (2. Stufe) . 2x 3 = 6 Schüler 
zuſammen . . . 42 Schüler. 
ür Schülerübungen ergibt ſic daraus, daß die 
<hüler in der Unterſtufe an den Tiſchen der 
1. und 2. Reihe in Gruppen zu dreien, an den 
längeren Tiſchen der Stufen in Gruppen zu zweien 
zuſammenarbeiten können. 
Die Tiſchplatten können geſchwärzt und 
mit farbloſem Ducolac> überzogen werden. E53 iſt 
aber auch vorteilhaft, die Tiſchplatten nur mit 
einem laſiexenden La> zu überziehen. Um bei 
pyyſiologiſchen Verſuchen die Tiſchplatten vor Ein- 
wirkung von Chemikalien und Wärme zu ſc<üßben, 
iſt Beſchaffung von Eternittafeln (Aſbeſtzement), 
Größe 0,60x 0,60%x 0,006 m (Firma: Deutſche Aſbeſt- 
Nichtamtlicher Teil 133* 
zement AG., Berlin W 50, Spichernſtraße 20), 
anzuraten. 
Die Schülertiſ<e erhalten keine Tiſch- 
fäſten, jondern Mappenfächer. An der Zarge des 
Tiſches wird eine elektriſche Leitung in Jſolierrohr 
verlegt, von der für jeden Arbeitsplaß eine Steckdoſe 
für den Anſchluß einer Mitkroſkopierlämpe bzw. 
eines eleftriſch betriebenen Apparates abgezweigt 
wird. Die Verſorgung der Tiſche mit Strom 
geſchieht berührungsſicher von Wandſte>kdoſen her, 
die an ven Wänden in vielfacher Zahl in der Ent- 
ſernung der aufgeſtellten Tiſchreihen angebracht 
ſind, mit einem kräftigen, gummüſolierten Kabel 
entweder direkt oder über einen an der Wand 
angebrachten einſtecbaren oder ſchwenkbaren Stab 
bzw. Sc<herenarm. Mit einem Handgriff kann ſo 
jeder TiſM an das Lichtneßz angeſchloſſen werden. 
Als Sißgelegenheiten werden Schemel 
mit Lehne empfohlen (evtl. mit verſtellbarer Siß- 
fläc<he). Stühle eignen ſich wegen der verſchiedenen 
Rumpfhöhe ihrer Benußer wenig zum Mikro- 
ſfopieren. . 
Der Lehrertij< ſoll nicht zu lang ſein. 
Eine Länge von 1,80 m (Höhe 0,90 m, Breite 
0,75 m) iſt für alle Fälle ausreichend. Er ſoll 
mit Waſſerbeken (2 niedrige Hähne links und 
recht3, in der Mitte einen erhöhten Hahn) ſowie 
auf beiden Längsſeiten mit Gas und Strom aus- 
geſtattet ſein. Der Jnnenraum des Tiſches kann 
durc< Schränfhen und Sc<ubladen für den Bedarf 
des Unterrichts und der Übungen ausgenußt werden. 
Die Verlängerung des Lehrertiſches geſchieht mit 
einem fahrbaren Anſaßtiſch. 
Der MikroprojektionZ3apparat ſteht 
auf einem fahrbaren Tiſch ſtartbereit. Er muß in 
einer Entfernung von etwa 4 m vom Schirm 
---y- etwa in Höhe der mittlexen Zuſchauerreihen -- 
aufgeſtellt werden, um noch helle und gut erkennbare 
Bilder zu gewährleiſten. Der elektriſche Anſchluß 
iſt innerhalb der 1. Stufe vorgeſehen. Es ſei hier 
kurz erwähnt, daß Gleichſtrom die Hellſten Bilder 
erzeugt. Schulen, die nur Drehſtrom beſiben, 
müßten ſich einen Drehſtrom-Gleichſtrom-Umformer 
beſchaffen, der natürlich nicht im Lehr-Übraum 
montiert werden darf. Bei Nichtbenußung kann 
der Apparat in der einen E>e neben dem Waſſer- 
been abgeſtellt werden. | 
Die Bildprojektion wird in dieſem 
Beiſpiel vom Hintergrund des Lehr-Übraumes auf 
der 2. Stufe vorgenommen. Hier können Bild- 
werfer, Bildbandwerfer und auc; der Schmalfilm- 
projektor Aufſtellung finden. Der elektriſche An- 
jchluß iſt in der 2, Stufe vorgeſehen. Der Papier- 
bildwurf (epiſkopiſche Projektion) muß vom Übungs- 
tiſch der 1. Reihe aus erfolgen. ES ſei in dieſem 
Zuſammenhang an den Miniſterialerlaß vom 23. De- 
zember 1937 (RMinAmtsblDtſc<Wiſſ. 1938 S. 13) 
erinnert, der die Beſchaffung von Bildwerſern 
regelt. Danach ſind für die Schulen Epiſkope und 
Diaſtope als getrennte Geräte an- 
zuſchaffen; von dem Kauf eines Epidiaſkopes wäre 
alſo in Zukunft abzuſehen. 
Die F e nſt er ſollen nach dem Raumprogramm 
vertieft werden, um Vivarien und Kulturen ab- 
zuſtellen. Um das architektoniſche Bild des Ge- 
bäudes nicht zu ſtören, empfiehlt es ſich, dieſe 
„Vertieſung“ nach innen zu legen, d.h. die Fenſter
	        

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