Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

62 Amtlicher Teil 
In Zweifelsfällen gibt die Semeſterleiſtung 
den Ausſchlag. | 
Die Geſamtprüſung wird in der Hoch- und 
Tiefbauabteilung bewertet mit: 
„mit Auszeichnung beſtanden“, wenn die Leiſtungen 
in mindeſtens der Hälfte der Fächer mit 
„ehr gut“, in den Übrigen Fächern durch- 
ſchnittlich mit „gut“ bewertet ſind, 
„gut - beſtanden“, wenn die Leiſtungen in mindeſtens 
fünf Fächern mit „gut“, in den Übrigen 
Fächern durchſchnittlich mit „befriedigend“ 
bewertet find, 
„vefriedigend beſtanden“, wenn die Leiſtungen in 
allen Fächern durchſchnittlih mit „be- 
friedigend“ bewertet ſind, 
„veſtanden“, wenn die Leiſtungen in allen Fächern 
mindeſten38 mit „ausreichend“ bewertet ſind. 
Die Geſamtprüfung wird in der Vermeſſungs- 
abteilung bewertet mit: | 
„mit Auszeichnung beſtanden“, wenn die Leiſtungen 
in Vermeſſungskunde, Flächen- und Ko- 
ordinatenberechnung und JInſtrumentenkunde 
mit „ſehr gut“, in den Übrigen Fächern 
durchſchnittlich mit „gut“ bewertet ſind, 
„gut beſtanden“, wenn die Leiſtungen in den drei 
genannten Fächern mit „gut“, in den übrigen 
Fächern durhſchnittlih mit „befriedigend“ 
bewertet ſind, 
„veſriedigend beſtanden“, wenn die Leiſtungen in 
allen Fächern durchſchnittlih mit „be- 
ſriedigend“ bewertet ſind, 
„beſtanden“, wenn die Leiſtungen in allen Fächern 
-mindeſten3 mit „ausreichend“ bewertet ſind. 
Die Prüfung iſt nicht beſtanden, wenn die Lei- 
ſtungen auch nur in einem Fach „ungenügend“ ſind. 
Der Ausfall der Prüfung iſt den Studierenden 
joſort mitzuteilen. 
13. Prüflinge, deren Geſamtleiſtungen in drei 
oder weniger Prüfungs8fächern mit „mangelhaft“ 
vder „ungenügend“ beurteilt ſind, brauchen die 
Prüfung nur in den betreſſenden Fächern zu 
wiederholen. Die Prüfung kann dann höchſtens 
mit dem Geſamturteil „beſtanden“ bewertet werden. 
Waren mehr als drei Prüfungsfächer ſchlechter als 
„ausreichend“ bewertet, ſo iſt die ganze Prüfun 
zu wiederholen. Dies kann in beiden Fällen erſt 
nach Ablauf eines Halbjahrs und im allgemeinen 
nur einmal und nur an derſelben Anſtalt geſchehen. 
Ein nochmaliger Beſuch des lebten Semeſter8 wird 
bei teilweiſer Wiederholung der Prüfung nicht ge- 
fordert. Ein drittes Mal kann die Prüfung nur 
mit miniſterieller Genehmigung abgelegt werden. 
14. Die Abſchlußzeugniſſe ſind von allen an- 
weſenden Mitgliedern des Prüfungsausſchuſſes zu 
 
 
 
unterſchreiben und den Prüflingen bei der Ent-- 
laſſung auszuhändigen. Gleichzeitig erhalten die 
Prüflinge der Hoch- und Tiefbauabteilung eine 
Urkunde darüber, daß ſie die Befähigung als 
„Fngenieur“ der betreffenden Fachrichtung nach- 
gewieſen haben. 
 
Etudierende, die nicht zur Prüfung zugelaſſen 
jind, erhalten auf Antrag ein Semeſterzeugnis mit 
dem Vermerk, daß ſie die Prüfung nicht abgelegt 
haben. Studierende, die die Prüfung nicht be- 
ſtanden haben, erhalten auf Antrag ein Semeſter- 
zeugnis mit den in der Prüfung erhaltenen Ge- 
ſamtnoten und dem Vermerk, daß ſie die Prüfung 
nicht beſtanden haben. | 
UU. Sonderbeſtimmungen für Aus- 
wärtige. 
1. Zur Abſchlußprüfung an einer Staats- 
bauſchule können auc< Auswärtige als Prüflinge 
zugelaſſen werden, die eine Staat8bauſchule nicht 
oder nur teilweiſe beſucht haben, wenn ſie außer 
der vorgeſchriebenen Lehrzeit in einem Bau- 
gewerbe bzw. im BVermeſſungs8weſen eine min- 
deſtens fünfjährige Tätigkeit im Baugewerbe bzw. 
Vermeſſung8weſen nachweijen können. Der ex- 
folgreiche Beſuch von Fachſemeſtern an Bau- 
ſchulen, die die Reichsgrundſäße durchführen, wird 
auf dieſe Zeit angerechnet. 
2. Der Antrag auf Zulaſſjung iſt ſpäteſtens 
drei Monate vor dem Prüfungs8beginn bei dem 
Direktor der Staat38bauſchule zu ſtellen, an der 
der Antragſteller die Prüfung ablegen will. 
Dem Zulaſſung3antrag ſind ein amtliches 
Führungs8zeugni8, der Nachweis Über die deutſch- 
blütige Abſtammung und lüenloſe Zeugniſſe aus 
der Praxis beizufügen. Ferner ſind ſelbſtgefertigte 
Entwürfe, Aufnahmen und ſonſtige Arbeiten vor- 
zulegen, die ein Urteil darüber ermöglichen, ob 
der Bewerber überhaupt Ausſicht hat, die Prü- 
fung zu beſtehen. Bewerber der Fachrichtung 
Vermeſſungsweſen haben einzureichen: 
1. ſelbſtgeführte Feldbücher von Lage- und Höhen- 
aufnahmen, 
2. einen Neumeſſungsriß mit zugehöriger Kar- 
tierung und Flächenberechnung (unbebautes 
Gelände mindeſtens 6 ha, bebaute3 mindeſtens 
2 ha), 
3. Berechnung von Klein- und Polygonpunkten, 
4, zeichneriſche Darſtellung einer Höhenaufnahme 
(Längen- und Querprofile). 
Die ſelbſtändige Anfertigung aller eingereichten 
Aufnahmen, Entwürfe u. dgl. muß dur< einen 
Behördenvorſtand oder einen öffentlich beſtellten 
Vermeſſungsingenieur beſcheinigt ſein. Kann nur 
die Beſcheinigung eines privaten Arbeitgebers bei- 
gebracht werden, ſo iſt deſſen Unterſchrift amtlich 
zu beglaubigen. | 
Alle Unterlagen überreicht der Direktor mit- 
einem Gutachten dem Regierungspräſidenten, der 
ſie mit eigener Stellungnahme an den Reich3- 
miniſter für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volk3- 
bildung zur Entſcheidung weiterleitet. 
3. Wird der Zulaſſungsantrag genehmigt, ſo 
hat ſich der Prüfling der planmäßigen Abſchluß- 
prüfung zu unterziehen. Die ſchriftliche Prüfung 
hat er dabei in jedem Fach des lezten Semeſters 
abzulegen. Umfang und Dauer beſtimmt der 
 
 
Direktor. Im übrigen gelten die Beſtimmungen
	        

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