Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

Hefst 13 
Ni<htamtlicher Teil 149* 
Stimmen aus Praxis und Wiſſenſc<haſt 
(Nichtamtlicher Teil) 
Inh alt 
„Seite 
1. Zur Begründung der neuen AusSbildungs- und Prüfungs8ordnung für Hauswirtſchafts- 
und Turnlehrerinnen vom 20. Juni 1939. Von Miniſterialrat Dr. W. Shaefer...... 149 
2. Der 5. Reichsberufswettkampf der deutſchen Studenten 1939/40 .................. 152% 
.... ....».».:.*».»».»"»».»».» „.„....»<.»... 154* 
8. Bücher und Zeitſchriften. :............. 
 
Zur Begründung der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung 
für Hauswirkſchafts-= und Turnlehrerinnen 
vom 20. Zuni 1939 --- EUb 50/39 E Ia, EIld, KI, EId, EV, EIVc (b)--. 
Von Miniſterialrat Dr. W. S <haefer. 
1. Das Problem der Mädchenerziehung im 
Sdhulpflichtalter iſt ebenſo vordringlich wie ſpröde 
„und ſc<wierig. Woher es auch geſehen ſein mag, 
ob von der volkserzieheriſchen, dex bildungs3- 
politiſj<gen, der ſc<ulorganiſatoriſ<hen oder ver- 
waltungste<hniſchen Seite her, immer entfaltet 
die Gejamtaufgabe eine ſolche Fülle von Forde- 
rungen und Löſungsmöglichkeiten, daß für die 
endgültige Regelung, die ſi an begrenzten Ge- 
gebenheiten pädagogiſcher, organiſatoriſchexr und 
finanzieller Art zu orientieren hat und ohne weiteres 
verwirklichen laſſen muß, nur die Wahl zwiſchen 
mehr oder weniger umſaſſenden, mehr oder weniger 
-vollkfommenen. Maßnahmen bleibt... -- 
Die beſonder38 verwikelten Schwierigkeiten des 
Problem3 und die Verpflichtung, alle Maßnahmen 
in engſtem Kontakt mit den Forderungen des 
praktiſchen Lebens, den Notwendigkeiten der 
jchuliſchen Organiſation und der Entwicklung in 
der pädagogiſchen Front zu halten, legten ein 
etappenweiſes8 Vorgehen nahe, das bei aller pro- 
grammatiſchen Klarheit doch nur das jeweils -Not- 
wendige und Mögliche forderte. So ſtehen die 
grundlegenden Erlaſſe aus den lehten Jahren auf 
dem Gebiete der Mädchenerziehung troß der Ver- 
ſchiedenheit ihres Gegenſtandes do<F in einem 
umfaſſenden und ſtrengen urſächlichen Verhältnis 
zueinander: ſie bedingen ſich gegenjeitig. 
Mit der Sicht vom Lande her, wo bisher die 
jpezifiſMen Aufgaben der Mädchenerziehung ſowohl 
in der weniger entwickelten Volksſc<hule als im 
Berufsſchulpflichtalter entweder überhaupt nicht 
oder nur notdürftig wahrgenommen werden konnten, 
weil der erzieheriſche Einfluß der Lehrerin dieſen 
Bereich nicht oder nur ausnahms8weiſe zu erreichen 
vermochte, traf der Runderlaß de8 Herrn Reich3- 
miniſters für Wiſſenſchaft, Erziehung, und Volks8- 
bildung vom 5, Februar . 1937 -- UB IIb 383/36 
E V -- (RNMinAmts8blDtſchWiſſ. S. 68) über 
„Mädhenerziehung in der Volksſchule und Beruſs- 
Igule auf dem Lande“ zunächſt grundlegende. = 
organiſatoriſche Beſtimmungen, die das unterricht- 
liche und erziehliche Bedürfnis ſür die Volks8ſchulen 
ländlicher Gebiete --- ſowohl für ſicq wie in der 
Zuſammenſchau mit der ländlichen Berufsſchule -- 
zum Gegenſtand hatten. 
Dieſer Klarſtellung und Abgrenzung des unter- 
rihtlihen und erziehlihen Bedürfniſſes, ver- 
bunden mit der Grundlegung einer pädagogiſch 
ſinnvollen Organiſation, folgte der Runderlaß vom 
14. Juni 1938 --- E1lc6 459 BILb, EV -- 
(RMinAmtsblDtſ<hWiſſ. S. 314) Über die „Er--- 
richtung von Schulſtellen für tehniſche Lehrerinnen 
auf dem Lande“, der Wege zeigt, wie jene vor- 
läufige Ordnung planmäßig in eine endgültige 
überführt werden kann. 
Nunmehr werden durc< den Runderlaß vom 
20. Juni 1939 ---E IIb 50/39 E Ila, E Id, KLEId, 
EV, EIVe (b) -- (RMinAmtsblDtſchWiſſ. S. 375) 
und die als Anlage beigefügten „Beſtimmungen“, die 
die Ausbildung und Prüfung der Lehrerinnen für 
den Unterriht in HausSwirtſchaft und Leibe3- 
übungen an Volksſchülen, Mittelſchulen und Berufs- 
ſqulen auf dem Lande reichseinheitlich regeln, 
ie perſonellen Vorausſehungen für die Durch- 
führung der ſchulorganiſatoriſhen Aufgabe wie 
der Neugeſtaltung der geſamten mädchenerziehe- 
riſchen Arbeit in dieſem Bereich geſchaffen. Über 
die verwaltungstehniſche Seite des Problem8 wird 
an anderer Stelle zu ſprechen ſein; in der vor- 
liegenden Begründung ſoll das pädagogiſche Moment 
im Vordergrund ſtehen. | 
2. Die „Beſtimmungen“ gehen von der an ſich 
und im Unterſchied von der Knabenerziehung 
gegebenen beſonderen Aufgabe der Mädchen- 
erziehung aus. Das. Führerwort, das die Er-
	        

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