Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

Amtliher Teil - | 65 
die erforderlihe Schulbildung nicht erwerben 
konnten, den Zugang zum Beruf der ländlichen 
Haushaltspflegexrin und der Lehrerin der land- 
wirtſchaftlichen Haushaltungskunde zu ermöglichen. 
2. Voraus8ſehßung für die Zulaſſung 
zur Prüfung. 
"Zur Prüfung können Mädel im Mindeſtalter 
von 18 Jahren zugelaſſen werden, wenn ſie 
folgende Nachweiſe erbringen: 
23) Nachweis über den abgeſchloſſenen Beſuch 
einer Volksſchule oder einer gleichwertigen 
Bildung; 
b) Nachweis über das Ablegen der ländlichen 
Hauswirtſchaft8prüfung und 
Nachweis über den Beſuch der Unterklaſſe 
einer Landfrauenſchule oder einer Mädchen- 
abteilung der Landwirtſchaftsichule ; 
c) erfolgreiche Teilnahme an einem mit Ge- 
nehmigung des Reichsminiſter8 für Wiſſenſchaft, 
Erziehung und Volksbildung eingerichteten 
wiſſenſchaftlichen Vorbereitungslehrgang. 
Reich8- und Gauſiegerinnen im Reichsberuſs3- 
wettfampf der Gruppe Reichsnährſtand werden 
ohne den Beſuch des Vorbereitungslehrganges zu- 
gelaſſen, wenn ſie die Vorausſezungen zu 3 und b 
erfüllen. 
3. Antrag auf Zulaſſung zur Teil- 
nahme am Vorbereitungslehrgang. 
- Der Antrag auf Zulaſſung zur Teilnahme am 
Vorbereitungslehrgang iſt von der Bewerberin an 
den Reichsminiſter für Wiſſenſchaft, Erziehung und 
Volksbildung durch die Hand der zuſtändigen 
Unterricht3verwaltung =- in Preußen durch den 
Regierungs3präſidenten -- zu richten. Der Antrag 
muß vom Leiter (Leiterin) der Landwirtſchafts8- 
ſ<hule oder Landfrauenſchule, die von der An- 
wärterin beſucht iſt, befürwortet werden. Die 
Befürwortung muß ausführliche Angaben Über 
die Eigqnung der Bewerberin für den von ihr 
gewählten Beruſ ſowie über ihre Haltung und 
ihre Allgemeinbildung enthalten. 
Dem Antrag ſind beizufügen: 
2) ausführlicher handgeſchriebener Lebenslauf, 
b) Schulabgangs8zeugnis (in beglaubigter Ab- 
ſchrift), 
c) Prüfungs8zeugnis Über die ländliche Haus- 
wirtſchaft8prüſung und 
das Abgangszeugni3 der Landfrauenſchule bzw. 
Landwirtſchaftsſchule (in beglaubigter Abſchrift), 
d) polizeiliches Führungszeugnis, 
'6) Nachweis der ariſchen Abſtammung. 
Für Anwärterinnen, die den Vorbereitungs8- 
lehrgang neben der Landfrauenſchule beſuchen 
wollen, iſt die Beibringung des Abgangszeugniſſes 
der Landfrauenſchule nicht erforderlich. 
4. Zulaſſung zur Prüfung. 
ur Prüfung ſind alle Teilnehmerinnen des Vor- 
bereitungslehrganges zuzulaſſen, deren Leiſtungen 
nac< dem Urteil der Leiterin des Lehrganges 
mindeſtens „befriedigend“ ſind und die in ihrer 
Haltung den hohen Anforderungen an eine zu- 
künftige Erzieherin entſprechen. 
Reich8- und Gauſiegerinnen der Gruppe Reich8- 
nährſtand haben den Antrag auf Zulaſſung zur 
Prüfung an den Reichsminiſter für Wiſſenſchaft, 
Erziehung und Volksbildung zu richten. Dem 
Antrag ſind ſämtliche in Abſaß 3 genannten Unter- 
lagen beizufügen. 
5. Der Prüfungs8ausſ<uß. 
Der Prüfungs8ausſchuß beſteht aus den Lehr- 
kräften des Vorbereitungslehrganges und einem 
vom Reichsminiſter für Wiſſenſchaft, Erziehung 
und Volksbildung zu benennenden Prüſjungsleiter. 
6, Die Prüfung. 
Die Prüfung beſteht aus einem ſchriftlichen 
und einem mündlichen Teil. 
Geſchichte, 
Sie erſtreft ſich auf Deutſch, | 
Biologie, Geographie und Rehnen. Die An- 
forderungen in dieſen -Fächern müſſen denen der 
Schlußklaſſe einer Mittelſchule entjprehen; doch 
iſt die Lebenserfahrung, die Urteilskraft, das Ber- 
ſtändnis für die kulturellen und wirtſchaftlichen 
Aufgaben des Landes hinreichend zu berückſichtigen. 
E3 ſind zwei ſchriftliche Klauſurarbeiten aus 
den Prüfungsgebieten anzufertigen. Im übrigen 
beſteht die mündliche Prüfung in einer Ausſprache. 
Eine Befreiung von der mündlichen oder ſchriſtlichen 
Prüfung findet nicht ſtatt. Über das Beſtehen der 
Prüfung entſcheidet der Vorſibende. Eine Wieder- 
holung der Prüfung iſt ni<ht möglich. 
Nach dem Beſtehen der Prüfung iſt der Be- 
werberin ein Zeugnis nach anliegendem Muſter 
auszuhändigen. 
Berlin, den 16. Januar 1939. 
Der Reichsminiſter .- 
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Vollsbildung. 
In Vertretung: Zſ<intbſ<. 
* 
Zeugnis. 
Fräulein 
hat nach Teilnahme an einem BVorbereitungs- 
lehrgang in die Aufnahme- 
prüfung für die Oberklaſſe einer Landfrauenſchule 
beſtanden. Die Prüfung wurde entſprechend . den 
Beſtimmungen des Reichserziehungsminiſters vom 
16. Januar 1939 --- E V 6702/7 E II d, WL (b) -- 
abgelegt. 
 
 
uorerrarunrorrrrnnderennerrernmeerenunn , den 
 
Der Prüfungzsleiter.
	        

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