Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

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des Studiums an den Staatsgewerbeſchulen iſt dadurch be- 
gründet, daß an dieſen Anſtalten nicht nur theoretiſcher Fach- 
unterricht erteilt wird, ſondern auch eine praktiſche Ausbildung 
in ſchuleigenen Lehrwerkſtätten und ein erweiterter Unterricht 
in allgemeinbildenden und vorbereitenden Lehrfächern be- 
trieben wird. An einer zehnſemeſtrigen Abteilung ſteht für 
den Werkſtättenunterricht insgeſamt etwa ein Jahr zur Ber- 
fügung; an den achtſemeſtrigen Abteilungen kommt die prak- 
tiſche Ausbildung dagegen zu kurz, da ſie im Höhſtfalle nur 
ein halbes Jahr umfaßt. Man wird ſich jedoch aus finanziellen 
Sründen mit dieſem Zuſtande vorläufig abfinden müſſen, 
der jm übrigen den Borteil der kürzeſtmöglichen Ausbildungs- 
dauer bietet. Eine Ergänzung der praktiſchen Ausbildung 
durch Ferialpraxis iſt hier unbedingt am Platze. Anzuſtreben 
wäre ein Übergang von 8 auf 9 Semeſter, um dem hand- 
werklihen Unterricht in der Schule mehr Raum widmen zu 
können. 
Das Schwergewicht der eigentlihen Fachausbildung liegt 
an den Höheren Abteilungen der Staatsgewerbeſchulen in 
den oberen vier bis fünf Semeſtern. Es war daher naheliegend, 
die Angleichung an die Ingenieurſchulen des Altreiches in der 
Weiſe vorzunehmen, daß für dieſe oberen Semeſter ſoweit 
wie mögli< die neuen Reichslehrpläne eingeführt wurden. 
Die aus der Höheren Abteilung der Staatsgewerbeſchule auf 
dieſe Art entſtandene Ingenieurſchule der Oſtmark zerfällt 
ſomit in eine vier- oder fünfſemeſtrige Oberſtufe, die als Fach- 
ſ<ule anzuſprechen iſt, und in eine Unterſtufe oder Vorſtufe, 
die der praktiſ<en Unterweiſung und der Bermittlung der 
Allgemeinbildung ſowie der mathematiſchen und naturwiſſen- 
ſchaftlichen Kenntniſſe etwa in jenem Umfange dient, der zum 
ſemeſtrige Oberſtufe zugrunde gelegt.?) 
Eintritt in die Fachſchule erforderlich iſt. 
Nichtamtlicher Teil 
Den vom Reichsminiſter für Wiſſenſchaft, Erziehung und 
Volksbildung vorläufig genehmigten Stundenverteilungs- 
plänen der ojtmärkiſ<en Jngenieurſchulen (Fachſchule für 
Maſchinenbau und Elektrotechnik mit Borſtufe) iſt eine vier- 
Die abgebildete 
Tabelle zeigt als Beiſpiel den Stundenverteilungsplan der 
Abteilung für Elektrotechnik. Man erſieht daraus, daß die 
dandwerkliHe Ausbildung ganz auf die Unterſiufe beſchränkt 
iſt. Es wurde ferner von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, 
Teile des mathematiſchen, naturwiſſenſchaftlihen und zeich- 
neriſ<en Unterrichtes, aber auch technologiſche und geſtaltende 
Lehrfächer im Bergleich zu den Reichslehrplänen vorzuverlegen. 
Fn der Oberſiufe wurde dadurch Raum gewonnen für eine 
ſtärkere Betonung der allgemeinbildenden Gegenſtände und 
für eine teilweiſe Erhöhung der Stundenzahlen in den techniſch 
angewandten Lehrfächern. Es war dabei möglich, die Unter- 
ſtufen für Maſchinenbau und Elektrotechnik gleichartig zu ge- 
ſtalten. Die Einführung der neuen Stundenverteilungspläne 
erfolgt derart, daß ſie mit Beginn des Schuljahres 1939/40, 
vom 1. und 2. Jahrgang angefangen, aufſteigend zur An- 
wendung gelangen. Binnen zwei Jahren iſt ſomit dieſer An- 
gleihungsvorgang vollendet. 
Die Unterſtufe, die bei den altreichsdeutſmen Jngenieur- 
ſchulen fehlt, iſt in der Oſtmark derzeit eine Notwendigkeit, 
weil die zur Ausleſeprüfung führenden Anwege hier nur zum 
Teil vorhanden ſind. Es gibt einerſeits in der Oſtmark noch 
keine ſechsklaſſigen Mittelſchulen und andererſeits keine weſent- 
liche Praktikantenausbildung in der Jnduſirie. Außerdem iſt 
auh die Lehrlingsausbildung in den Betrieben noc< nicht 
vollſtändig durc<geführt. 
1) Dieſe bleibt auch während der Kriegszeit beſtehen. 
Stundenverteilungsplan ver Ingenieurſc<ule der Oſtmark 
Fachſchule für Elektrote<hnik mit Vorſtufe, 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Cfd | Semeſter Summe 
IN. Lehrbereiche Lehrfächer der 
* 1.12 1381415.|6| 7 | 8 |Wocenſtunden 
1 | ollgemeinbildend | Deutſche Sprace ............ 4 4 3 3 3 3 2 2 24" 
und national» | Erdkunde und Geſchihte. ....... 4 4 3 3|- | -- | -- | -- 14 | zg 
politiſch PVolks- und Staatskunde. . . . . . . . -- | -“ | --“ | -- 2 2 2 2 8 
Geſchäfts- und Rechtskunde . . . . .. -- | -- | -- | -- | -- | -- 2 2 4 
2 | mathematiſch Mathematik. «oo boebnncben 8| 8| 5 5|5| 5|1- | -- 36 
3 hyſikaliſch Phyſik. «over oon un 3 3 3 3 2 2 | -I| 16 
pyyf | Mechanik und Feſtigkeitslehre. . . . . -- | -- 5 5 3 BI - 16 | z 
Elektrotehniſj<e Grundlagen . . . . . -- | -- 2 2 4 2 | -- 10 
Elektrij<e Meßkunde . . .... - | --“ | -- | -- 2 2 2 2 ö 
handwertli< Lehrwerkſtättenarbeit . . . ..... ..| 12| 12 8 81 - | --= | -- | -- 40 
te<hnologiſ<: | 
a) ſtofflich Chemie, Stoffkunde u. Werkſtoffprüfung | 2 2 2 2 2 21 - | -- 12 | 59 
b) mehaniſ<; | Formung... u coeur inn n ir -- | -- 2 2 3 8| - | - 10 [ “ 
6 eſtaltend Techniſches Zeichnen, Geſtaltungslehre 
gel Mb und Elektroteile. .... | 7/| /7| /7|/ 7| 5858| - | -- | - 33 
7 | techni Wirtſchaftliche Fertigung. . - . . » . . --“jJ --“ | --=“ | -=“ | -- | - 3 3 6 
Ou andt Kraft-, Arbeits- und Hebemaſchinen . | = | = | -- | -- | -- 5 4 4 13 
Elektriſcge Maſchinen und Geräte . . | = | -- | -- | -- 6 6 7 7 26 
Elektriſche Starkſtromanlagen . . . . . --“ | -- j --= | -- | -- 2 5 5 12 
Lichttemnik . ccni -“ | --= | -- | --= | -- | = 2 2 4 | 97 
Hochſpannungstemmil . . u. -- | = | --= j == | == | == 2 2 4 
Fernmeldetechnik .. uo uu. =i= (=| = | = | = 4| 6 10 
Elektrotehniſches Laboratorium. . . . | = | = | =< | -- 3 3 5 5 16 
Elektrohemie. . . u uur -- | -- | --= | -- | -- | == 2 | -- 2 
Bau- und Bermeſſungskunde . . . . . -=“|-= |=| =| 2 2 | - | = -» 
8 | Leibeserziehung -..-.--obbboobnnnneccc.. 2)2/2|2|]-|-|-|- 8 
Insgeſamt Wochenſtunden... | 42 | 42 | 42| 42| 42 | 42 | 42 | 42 336 = 
 
 
 
 
 
 
 
 

	        

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