Full text: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung - 5.1939 (5)

Amtlicher Teil 81 
richtig. Für die Anwendung der Vorſchrift iſt es 
gleichgültig, ob Anſtalt und Heim (Lager) ſich 
zuſammen auf einem oder getrennt auf be- 
jonderen Grundſtüken befinden. Die Vor- 
Ichrift ſebkt voraus, daß in dem Heim (Lager) 
Schüler der bevorzugten Anſtalt untergebracht ſind. 
Es kommt mitunter vor, daß das Heim einer 
bevorzugten Anſtalt nicht ausſchließlich von Schülern 
dieſer Anſtalt, jJondern zugleich von Schülern einer 
anderen Anſtalt benußt wird (3. B. das Heim einer 
Aufbauſchule wird auch mit Schülern anderer 
Schulen belegt). Jn derartigen Fällen gilt für 
die Anwendung der Ausnahmevorſchrift des 8 15 
Abſ. 2 GrStDVDO. ſinngemäß die Regelung in 
8 6 Abl. 2 und 3 GrStG. Kann danach die Vor- 
ſchrift des 8 15 Abſ. 2 auf das Heim oder auf 
einen räumlic< abgegrenzten Teil des Heims keine - 
Anwendung finden, ſo wird das Anerkennungs- 
verfahren nach Abſ. 1 a. a. O. Plaß greifen müſſen. 
Berlin, den 9. Januar 1939. 
Der Reichsminiſter der Finanzen. 
Im Auftrage: (Unterſchrift.)- 
An die Herren Oberfinanzpräſidenten (außer 
Öſterreich und Karl38bad). = 4 1106-162 111. 
x * 
* 
Abſchrift im Anſchluß an meinen Runderlaß 
vom 6. Auguſt 1937 -- E Ib 526 -- (RMin.- 
Amtsbl[lDtſchWiſſ. S. 375) zur Beachtung. 
Dieſer Erlaß wird nur im RMinAmtsbl. 
Dtſch Wiſſ. veröffentlicht. 
Berlin, den 27. Januar 1939. 
Der Reichsminiſter 
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volks8bildung. 
Im Auftrage: Ehrlicher. 
An die Unterricht3verwaltungen der Länder, die. 
Herren Oberpräſidenten (Abteilung für höheres 
Schulweſen), die Herren Regierungspräſidenten, 
den Herrn Stadtpräſidenten der Reichshauptſtadt 
Berlin (Abteilung für höheres Schulweſen) und 
den Herrn Reichskfommiſſar für das Saarland 
in Saarbrücken. =-- UB 111 6 122, 
(RMinAmtsblDtſch Wiſſ. 1939 S. 80.) 
79, Das Schülerheim der höheren Schule, 
Die höhere Schule hat, wie die deutſche Schule 
überhaupt, die Aufgabe, im Verein mit dem 
Elternhaus und der Hitler-Jugend den national- 
ſozialiſtiſchen Menſchen zu formen. Wenn die 
Kinder das Elternhaus verlaſſen und ein Schüler- 
heim beſuchen müſſen, erſtrebt das Schülerheim 
in Verbindung mit der Schule auf der Grundlage 
nationalſozialiſtiſcher Gemeinſchaft3erziehung das 
gleiche Ziel. Der Grundſaß der Einheit der Exr- 
ziehung läßt ein verſchiedenes Erziehungsziel für 
ih Peutſche Schule und das deutſche Schülerheim 
nicht zu. 
Die Einheit der Erziehung in Schule und 
Heim iſt nur dann gewährleiſtet, wenn die Leitung 
beider Erziehungseinrichtungen in einer Hand liegt. 
Deshalb unterſtehen alle Schülerheime bei höheren 
Schulen der verantwortlichen Leitung des Schul- 
leiter83. Der Heimleiter, der im Einverſtändnis 
mit dem Schulleiter au8zuwählen iſt, ſoll grund- 
ſätzlich an der Schule als Lehrer tätig ſein. Das 
gleiche gilt für die übrigen Erzieher im Heim. 
:Schülerheime, deren Schüler ausnahmsweiſe ver- 
- Jchiedene höhere Schulen am Ort beſuchen, ſind 
dem Leiter einer dieſer Schulen zu unterſtellen, 
ſofern nicht von der Aufſicht8behörde eine andere 
Regelung getroffen wird. 
Die Sculaufſichtsbehörde betreut und be- 
aufſichtigt die Schülerheime ihres AmtsSbereichs 
ebenſo wie die höheren Schulen. 
Ein Schülerheim, das nicht geeignet iſt, den 
geſtellten Erziehungöaufgaben zu genügen, oder 
deſſen Träger ſich weigert, das Heim dem Schul- 
leiter zu unterſtellen, kann an der Erziehungs- 
arbeit der höheren Schule nicht mitwirken. Schüler 
(Schülerinnen), die ein ſolches Heim beſuchen, 
werden in die höhere Schule nicht auſgenommen. 
Berlin, den 1. Februar 1939. 
Der Reichsminiſter 
für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volks8bildung. 
R u ſt. 
An die Herren Oberpräſidenten (Abteilung für 
höheres Schulweſen), den Herrn Stadtpräſidenten 
der Reichöhauptſtadt Berlin (Abteilung für höheres 
Schulweſen), den Herrn Reichskfommiſſar für das 
Saarland in Saarbrücken, den Herrn Reichs- 
kommiſſar für die Wiedervereinigung Öſterreichs 
mit dem Deutſchen Reich in Wien, den Herrn 
Reichskommiſſar für die ſudetendeutſ<en Gebiete 
in Reichenberg und die Unterrichtsverwaltungen 
der Länder. -- UE III b 301 (a). 
(RMinAmtsb1lDtſc<hWiſſ, 1939 S. 81.) 
80. Vereinheitlichung des höheren Schulweſens. 
Dur< meinen Erlaß E Ill a 800/36 M vom 
20. April 1936 (RMinAmtsblDtſc<h Wiſſ. S. 210) 
iſt im Zuge der Vereinheitlihung des höheren 
Schulweſens eine Anzahl von Gymnaſien in Ober- 
ſchulen für Jungen als die Hauptform der höheren 
Schule umgewandelt. Dieſe Maßnahme hat zu 
Beunruhigung in Schul- und Elternkreijen geſührt, 
weil man befürchtet, e8 ſei der Abbau des 
Gymnaſiums überhaupt geplant. JInſolgedeſſen 
iſt der Beſuch der Gymnaſien in den Auſnahme- 
klaſſen ſtark zurückgegangen, ſo daß insbeſondere 
mehrere Gemeinden die Umwandlung ihrer noch 
beſtehenden Gymnaſien erwogen haben. 
Ic< lege Wert darauf zu erklären, daß dieſe 
Befürchtung unbegründet iſt. Das Gymnaſium 
hat als Sonderform im Rahmen des höheren 
Schulweſens eine Aufgabe zu erfüllen, die von 
einer anderen höheren Schule auf abſehbare Zeit 
nicht zu löſen. iſt, und die ich in „Erziehung und 
Unterricht“ klar umriſſen habe. 
Deswegen iſt die Erhaltung des Gymnaſiums 
notwendig. I< erſuche daher alle nachgeordneten
	        

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