9 erſte Theil der Verhandlungen. Eine kleine Pauſe wurde ausgefüllt durch die Produktion einer Hymne unter Leitung des Komponiſten W. A. Auberlen (ſ. ſpäter die Anzeige), und es erfreute ſich dieſelbe des Beifalls der Verſammlung in hohem Grade. - Die weitere Berathung erſtreEte ſich über die Angelegenheit des Vereins ſelbſt und ſeiner dermalt- gen Stellung. Wenn der Vorſtand auch nicht ein nach allen Seiten befriedigendes Bild von dem innern Leben und der Regſamkeit aller Glieder für die Sache deſſelben darlegen konnte, ſo durfte er auch nicht verkennen, wie viel hiervon den einer freien Ent- wiklung hemmend im Wege ſtehenden äußern BVer- hältniſſen zuzuſchreiben iſt, und daß die Zahl der Vereinsmitglieder =- nahezu 1200 -- immerhin Zeug: niß giebt, es fehle dem Volksſchullehrerſtande Shwa- bens feine8wegs an Männern, die aus freien Stücken ſich zur gegenſeitigen Unterſtüßung ihrer Berufsge: noſſen zuſammenthun. Das wird auch andererſeits anerkannt werden müſſen. Eine der ſchönſten Blüthen, wel<e der Volks- ſchullehrerverein getrieben, iſt der Wolksſchullehrer- Unterſtüßungsverein, von wel<hem nun wieder über eine dreijährige Periode der Rechenſchaftsbericht vor- getragen wurde. In dieſer Zeit weiſen die Einnah- men die Summe von 2617 fl. 35 kr. nach, darunter ordentliche Einnahmen von den Beiträgen der Ver- einsmitglieder 1125 fl. 38 kr., und 1491 fl. 57 kr. außerordentliche Einnahmen, worunter 500. fl. von dem hohen Königshauſe und 250 fl. Legate. -Ausgaben betrugen: a) an Wittwen 639 fl., dh) Er- ziehungskoſten für Waiſen 729 fl., ec) an Lehrer, welche durch längere ſchwere Krankheit heimgeſucht waren, 323 fl. Die harte Zeit des vergangenen Jahres hätte größerer Mittel zur Linderung auch nur der äußerſten Noth, beſonders unter die Witt- wen bedurft; denno< bliEt der Verein dankbar auf den Segen, welchen der Herr auf ſein Beſtreben, die Thränen der Wittwen und Waiſen zu tronen, gelegt hat, da er auch außer den regelmäßigen Bei: trägen ſih mancher Liebesgabe von Gliedern anderer Stände erfreuen durfte. Für die neue Periode wurde die Wahl der Ausſchüſſe, ſowohl für den Volksſchul: lehrerverein, als für den Unterſtüßungsverein, no< vorgenommen, worauf ein einfaches Mahl die Feier des Tages ſc<loß, welche in ſämmtlichen Theil: nehmern gewiß einen freundlichen Eindru> hinter- laſſen wird. Möge derſelbe auch für die weitere Ent- wikelung unſerer Vereinsthätigkeit von guten Folgen begleitet ſein. Aus Thüringen. Am 9. Auguſt d. IJ. ver- ſammelte ſic in Weimar ein Generalkonvent der Zweigdirektoren und Agenten des Brandverſicherungs- Vereins unter Geiſtlichen und Schullehrern in Groß- herzoglich und Herzoglich S. Landen. Nachdem das Central-Direktorium die Verſammlung begrüßt und nicht ohne eine gewiſſe und zwar freudige Genug- thuung darauf hingewieſen hatte, daß der Verein den heutigen Tag bereits zum 17. Male unter den ſchönſten Ausſichten und Umſtänden begehe, ſchritt Die ' 03 - = - wwe m rr vnn memdegmenmeneninmnen ( daſſelbe zur eigentlichen Verhandlung. Der Geſammt- verein beſteht zur Zeit aus 1249 Mitgliedern (in 59 Agenturen) mit einer Verſicherungsſumme von 1,444,030 Thlr., die bereits angemeldeten und Auf- nahme ſucvbenden Zweigvereine, S. Koburg uud Schwarzburg - Rudolſtadt, ſowie der Fürſtenthümer Reuß 2c. ungerehnet. Auf das Großherzogth. Weimar allein kommen 827 Verſicherte mit 926,810 Thlr. in 27 Agenturen (und zwar: 293 Geiſtliche mit 498,790 Thlr. und 461 Lehrer mit 374,097 Thlr.) Gotha mit 22 Agenturen hat 190 Verſicherte mit 276,720 Thir. (78 Geiſtliihe mit 150,680 TShlr. und 112 Lehrer mit 126,040 Thlr.) Meiningen mit 10 Agenturen zählt nur 232 Verſicherte mit 240,500 Thlr. und zwar: 66 Geiſi- liche, 162 Lehrer und 4 Wittwen. Im Herzogthume Meiningen werden baldigſt ganze Diöceſen ſich noh anſchließen. Dieſer Verein hat ſich von ſeiner Be- gründung an in ſtets guten Verhältniſſen befunden. Möge er ferner wachſen und blühen und Segen bringen. -- Stangenberger. Bücherſchau. 1) Erſtes Shul-Buch. Stufenweiſe geordne- neter Stoff zu den erſten Schreib: und Leſeübungen, ſo wie auch zur Begründung des Sprachunterrichts überhaupt, insbeſondere aber zur Förderung der Recht: ſchreibung. Ein nothwendiges Hilfsmittel zum Schreib- leſeunterri<ht. Von F. K. Offinger, Lehrer. Dritte, verbeſſerte und vermehrte Auflage. Bamberg, 1852. Verlag der Buchner'ſc<hen Buchhandlung. (Ausgabe in Grundſc<rift und Currentſ<rift. Preis 12 kr. = 4 Sgr. 152 Seiten, Anhang: 24 Seiten.) 2) Der Schreibleſe-Unterricht in ſeiner natürlichen Verbindung mit dem Sprach-Unterrichte. Nach den bewährteſten Unterrichtsgrundſäßen bearbeitet und vieljährig angewendet von F. K. Offinger, Lehrer. Zweite, vermehrte und verbeſſerte Auflage. Mit einer Steindruktafel. Bamberg, 1852. Verlag der Bu <- ner'ſ<en Buchhandlung. (228 Seiten. Preis: 54 kr. = 18 Sgr.) | 3. und 4. Hilfsbuc für den Spre<-, Screib-, Leſe-Unterrihtir-den Elementarklaſſen derB ürger- und Volksſchulen, mit Anwendung des wechſel- ſeitigen Unterrichts, von Ludwig Wange- mann. Nebſt einem Vorworte von Hermarn Frobenius, königl. Conſiſtorialrath 1c. Dritte, ver- beſſerte und vermehrte Auflage, Leipzig, Friedrich Brandſtetter. 1852. (Erſte Abtheilung: YVIUUl. und XXVI. und 18 Seiten, Preis 3 Ngr. Zweite, Abtheilung: IX. und 188 Seiten. Preis 7 Nar.) 5) Des Kindes erſtes Schulbuch. Bearbeitet und zuſammengeſtellt von D. H, Opendorf. Bernburg, Verlag der Buchhandlung von F. W. Gröning. 1852. (68 Seiten. Preis 8 Sgr.) 1. und 2, Die Sculliteratur für den Schreibleſeunter- richt hat ſich ſeit einigen“ Jahren um ein Bedeutendes ver- mehrtz ein Beweis , daß dieſe Unterrichtsweiſe immer meyr zur verdienten Anerkennung und yraktiſchen Anwendung in den Elementarklaſſen der Volksſchulen gelangt. Die genannten Scriften ſind für das Lehrverfahren im Schreibleſeunterrichte