370 ameenmmeenneennn = = eten memen aum unden m 00 Emre mm Warum dürfen die Lieder nicht über dieſen Umfang hinausreichen ? Läßt ſich ein regelmäßiges Fortſchreiten in der Stimmentwieklung wahrnehmen oder iſt, wie beim Eintreten der Pubertät, mit jeder andern Entwi>- lungsſtuſe, wie namentlich bei der erſten und zweiten Zahnung, eine wichtige Stimmveränderung erkenn- bar? Worin beſteht ſie? Wodurch wird be in der Organismusumgeſtaltung bewirkt ? Welc<en Umfang hat die Stimme bei Knaben und Mädchen in den erſten Jahren ihres Schulbeſuches € X-/ D X (6--8. Jahr) ? Welchen Umfang haben Knaben-- und Mädc<enſtimmen in der Mitte der Sculzeit (9--11. I.) und am Ende deſſelben (14. I.) ? Na= türlich ſind hier Mittelzahlen mit Angabe der wei- teſten und engſten Stimmmittel bei einzelnen Indi= viduen beizubringen. . 5) In welchen Intervallen bewegt ſich das Sprachregiſter im gewöhnlicher und in leidenſchaftlicher Rede? Wie hod) tritt das Gejangregifter nad) unten und oben über das Sprach- regiſter hinaus? Hat das Spracregiſter der verſchiedenen Nationen, wie 3. B. der Deutſchen, Engländer , Italiener, Franzoſen, verfhiedenen Umfang ? Findet auch zwiſchen vn verſchiedenen deutſ<en Stämmen ein ſol<her Unterſchied a 6) Was bedingt die Stärke der Stimme? Welches Maß gibt es für die Stärke der Stimme ? jhiedenen Sprachregiſter , welche in gleicher Stärke geſungen werden ? . 7) Umfaſſen ſie bei allen Stimmen gleichviel Töne ? oder ſingt die eine Stimme mehr Töne mit derſelben Stärke, als eine andere, je nach dem ganzen Umfange der einzelnen Stimme? 8) Worauf beruht vas, was die Franzoſen timbre der Stimme nennen? Wenn derſelbe Ton, ven einer Tenor- odex Baßſtimme geſungen, verſchiedenen Klang hat, liegt dieſes darm, daß dieſer Ton bei jeder der beiden Stimmen in einem andern Regiſter befindlich ? oder worin ſonſt? 9) Iſt Stärke der Stimme nicht in umgetehrtem Ver- hältniß mit Biegſamkeit ? Worauf beruht die Biegſamkeit der Stimme? 10) Welche äußeren Einflüſſe, namentlich der Luft, wirken auf die Stimme ? Woher kommt es 3, B., daß die meiſten Stimmen bei Südweſt= und Regenwind eine Neigung zum Sinken haben ? 11) Wie wirken erregende Getränke (Wein, Bier, Kaffee, Thee, Branntwein), Belladonna und andere Gifte auf die Stimme? Wie erklären ſich die Einwirkungen des Zeugungs= vermögens, Mißbrauch oder Exceß deſſelben auf die Stimme ? 12) Bezüglich ver Dispoſition zur Muſik läßt ſich fragen, ob feines Gehör nicht öfter in ſhwächlichen als in ſtarken Perſonen gefunden wird ? 13) Ob eben deshalb nicht häufig die bei guten Muſikern "Bach, Beethoven 2c.) vorkommende Taubheit nur eine Folge ihrer dur<4 Muſik geſteigerten Nervenerregbarkeit iſt, etwa wie Kinder, welche zum Waſſerkopfe eignen, aufgeweckte Kinder ſo lange zu ſein pflegen, bis ſie endlih durch viele Gehirnerregungen zu Krankheit und Geiſtesſtumpfheit ge- angen' 14) Ob das von Shakeſpeare in ſeinem „Kaufmann von Venedig“ ausgeſprochene Urtheil: „Der Menſ<, der nicht Muſik hat in ihm ſelbſt“ u. ſ. w. wirklich begründet iſt? Ob nicht vielmehr beſonders kräftige Naturen, wie z. B. Jahn, nicht für Muſik, dagegen für alles Rythmiſche ſehr empfänglich ſind ? 15) Ob man der Muſik im Allgemeinen und dem Geſange im Beſonderen einen ſo großen ſittlihen Einfluß beimeſſen / Welches ſind die ver= | "keit dex Organe ableiten ließen. könne, als man oft thut ? Und ob, wenn auch an dem | Rohen durc Muſik etwas geſchliffen werden kann , ein fort= | geſetztes Treiben der Muſik nicht dergeſtalt entnerve, daß daraus Weichheit, Schlaffheit, Genußſu<t, Feigheit und Hang zur Intrigue, Eigenſchaften, die man ſo häufig an uſikern finde, entſpringe ? An dieſer Mandel Fragen mag es genug ſein, um Ihnen, geehrter Herr, zu zeigen, wie ich die von Ihnen angeſtellten Forſchungen, und was ſich daraus noh weiter ergeben könnte, im Sinne der Pädagogik und Didaktik auszubeuten und dur weitere Forſchungen zu belegen vorhabe. Hier trete ih nun den: Hauptgrunde meines Briefes nahe.“ Das von Quetelet in Brüſſel erſchienene, von Rieke in Stuttgart überſette Buch über die Fähigkeiten des Menſc<hen enthält Forſ<hungen über das Menſc<hengeſ<hlec<ht als Kollekiivum, die freilich bis jet ziemlich vereinzelt daſtehen , aber leicht vervollſtändigt werden können durch kollektive Thätigkeit. Der Volksſchul= lehrerſtand eignet ſich neben den Geiſtlihen am beſten zu der- gleihen Forſchungen. Durch ihn könnten gleichzeitig in allen Gegenden Deutſchlands Beobachtungen, zunächſt an Kindern, angeſtellt werden, wenn Männer der Wiſſenſchaft vorher die Fragen ſtellten und die Methoden der Beobachtung angäben. Wenn ſchon Geſellſhaften zu meteorologiſchen Beobach- tungen, zu jolchen über die Zeit des Erſcheinens der Pflanzen in verſchiedenen Gegenden, über die Gewohnheiten der Haus- thiere, des Wildes, der Vögel u. ſ. w. zuſammengetreten ſind und dabei ſich der Hilfe der Lehrer bedienen, ſo ließen ſich mit Hilfe der Lehrer anthropologiſche Daten no< viel leichter herausſtellen, wenn es auch nur bezüglich der Ver- ſchiedenartigkeit dex Erſ<eimungen bei den verſchiedenen deutz ſ<en Volksſtämmen geſchehen ſollte. I< denke mix, daß durch einfache Meſſungen der Körperverhältniſſe und der Ge- ſihtsbildung, wie oben über Stimmbildung angedeutet wurde, ſich ſhon Ergebniſſe über die Thätigkeit und Leiſtungsfähig- Nur kommt Alles darauf an, daß ein Gelehrter, wie Sie, geehrter Herr, ſich von dem Nutzen ſolcher gemeinſamen Beobachtungen an dem lebenden Menſc<en überzeuge, und daß er, vem der Stand der Wiſſen- ſchaft ganz bekannt, der in Rede ſtehende Stoff ganz eigen iſt, einige Stunden zu erübrigen ſuche, um die nöthige Reihe Fragen aufzuſtellen und die beſte Methode dex Beobachtungen vorzuſchreiben. Mix bleibt, obſchon ich erſt 58 Jahre alt [es war dies alſo vor länger als 10 Jahren geſchehen], wahrſcheinlich nicht mehr viel Leben übrig, aber 19 kann nicht ruhen, bis ich dieſen Gedanken an den rechten Mann und theilweiſe zur Ausführung gebrac<t. Sollten Sie wider mein Erwarten auf meinen Vorſ<lag nicht eingehen, ſo muß ich mich an einen Andern wenden und ſo lange herumfragen, bis ich Je- mand treffe, der mich hört und erhört. Glauben Sie nicht, daß durch dergleichen Arbeiten der Dünkel, den man den Scullehrern, niht immer mit Recht, vorwirft, Nahrung ex- halte. Im Gegentheil möchte mit der Erhebung, weldhe eine gemeinſame Arbeit für die Wiſſenſchaft den Arbeitern, wären es auch nur Handlanger, verleiht, zugleich Beſ<eidenheit den Arbeitenden kommen, weil Männer, welche das Seminar etwa für eine Hochſchule hielten, durc< die neuen Beobach- tungen einſehen müßten, wie viel unentde>te Seiten noh die Natur des Menſc<<en, ihres eigentlihen Arbeitsfeldes, be= ſit. Sie würden mehr als zuvor die Männer der Wiſſen= ſchaft ehren und dabei begreifen lernen, auf wel<he Weiſe man ſich durch geiſtige, Allen zu Gute kommende Beſchäftigung über den Schlamm erhebt. I< kenne ehr viele und dabei tüchtige Lehrer und weiß, mit welcher Begierde viele unter denſelben ſich bei ſol<hen Arbeiten betheiligen würden. Zu=- leich würde dieſes genauere Erkennen der in den verſchieden= ten Individuen auſtretenden Menſc<ennatuyx die Lehrer bei