- 533 -=- Dirigenten der Schule vollzogen werden darf, *) h) Selbſt viele Landſchulen haben es ſich ſelbſt zur' Pflicht gemacht, nie ohne Anzeige bei dem der Schnle vorgeſeßten Prediger körperliche Züchtigungen vor- zunehmen: Sie entgehen dadurch der Gefahr, in der Hißze zu ſchlagen, vermeiden den Unwillen der Eltern, und machen die körperlichen Strafen noch mehr zur Ehrenſache. 1) Züchtigejſt du, ſo iſt immer die Ruthe das beſte Straf- inſirument. Es hat zugleich mehr Schimpfliches , weil es gewöhnlich nur bei kleinen Kindern ge- braucht wird. Schlage dann quer über die flachen Hände, ſo, daſſ das Kind es fühle, aber doch auch &) In der Infkruction des Königl. Conſiſt, für d. Direcko- - ren und Rectoren d. gelehrt. Schulen in der Prov. Bran- denburg. Bei von Kamptz, Annal, Bd. 8. Heft 4 Ihg. 1824. S. 1067, ß. 12 heißt es: »Die körperlichen Strafen, dürfen in den drei obern Claſſen dur<aus uie ohne Vorwiſſen und. Genehmigung des Direc- tors oder. Rectors und auch in den untern Claſſen nur, -weun ſie zu den leichtern Strafen gehören, und nur von denjenigen Lehrern vollzogen werden, welche der Director - nder Rector hierzu beſonders autoriſirt hat. Die Carcer- ſtrafe, auch das Nachſiten.in den Elaſſen darf ebenfalls nig ohne Genehmigung des Directors oder Rectors verhängt werden. = Und in der Circularverfügung des Königl. Conſiſt. zu Coblenz (dak. 28. Dec. 1824) an ſämmtliche Gymnaſial-Directoren heißt ess » Wir beauftra- gen Sie (den Director , oder Rector) den Ihnen unterge: - vrdneten Lehrern beſonders anzuempfehlen , daſſ ſie =- =- härtere Strafen ohne Leidenſchaftlichkeit verhängen und körperliche Züchtigungen der größern Schüler in der Regek nur nach vorhergegangener Berathung mit Jhnen, oder den ſämmtlichen Lehrern der Anſtalt vor? nehmen. « Von Kampt ebend, und in Dr, Neige? baur's Sammlung. d. auf d. öffentl. Unterr. in den. kön. preuß. Staat. ſich beziehend« Geſ« 1. Verordnung, (Hamm 1826) S, 258. = D. HD.