Kreiſen, deit großen Fräitenverbänden und dein großen Wohl- fahrt3verbänden aller Richtungen -- alle mit der ausreichenden Fürſorge für die Hinterbliebenen zuſammenhängenden Fragen erörtert und gemeinſame Schritte verabredet werden ſollen. Die gemeindliche Schulſpeiſung in Berlin und Charlottenburg. Vom Berliner Magiſtrat ſind für die freie Mittagsſpeiſung von bedürftigen Schulkindern 350 000 4 nachbewilligt worden. Vom 1. April vorigen Jahres bis Ende Dezember vorigen Jahres ſind rund 365 000 46 ausgegeben worden. Bewilligt waren aber nur 170000 4%, ebenſo wie im Jahre 1913, wo 50000 4 nach- bewilligt werden mußten. Es müſſen alſo nun die Überſchrei- tung von rund 13 700 4 und der Bedarf für die nächſten Mo=- -nate bewilligt werden. Man hofft mit 213000 4 auskommen zu können. Dafür können 1770000 Eſſen geliefert werden. Auch in Charlottenburg hat ſich infolge der Fortdauer des Krieges die Notwendigkeit ergeben, die Schulſpeiſung in dem erweiterten Maße, wie in den Monaten Auguſt bi3 Dezember, fortzuführen. Vertiefter ſtaatsbürgerliher Unterricht in den preußiſ<hen Fort- bildungsſhulen iſt durc einen Erlaß des Handelsminiſter8 zunächſt für die Dauer des Krieges angeordnet worden, und zwar auch in denjenigen Klaſſen, die ſonſt dieſes Fach nicht haben. Für dieſe Klaſſe iſt die Zeit durch Kürzung anderer Fächer zu ge- winnen. Da3 preußiſche Lande38gewerbeamt hat als Hilfsmittel für dieſen Unterricht ein Handbuch für Lehrer heraus3gegeben, das eine Sammlung von zeitgemäßen Abhandlungen enthält, die den Krieg unter den Geſicht3punkten de3 Rechte3, der Volk3- wirtſchaft, der öffentlichen Geſundheit, der Volk8wohlfahrt, der allgemeinen Wehrpflicht uſw. beſprechen. Der Titel desſelben lautet? Staat3bürgerliche Belehrungen in der Krieg3s3zeit. Herausgegeben für Fach- und Fort- bildungsſ<ulen vom Königl. Preußiſchen Lande3- gewerbeamt. Carl Heymann3 Verlag, Berlinws. 2 SW. Die Herau38gabe dieſes Buches iſt ein danken3werte38 Werk, das unſerer ſtaat5bürgerlichen Erziehung gute Dienſte leiſten wird. „Daß der Krieg für die Jugend zu einem großen inneren Exr- leben werde, das no< bis ins Alter hinein dem Seelenleben die Richtung auf das Hohe und Erhabene gebe, dafür zu ſorgen iſt die Pflicht aller, die berufen ſind, an der Erziehung der Jugend mitzuarbeiten.“ Die Worte „Der &rieg und die Jugend“ kenn- zeichnen den Sinn de3 ganzen Buche35 und ſtehen wie ein un- ſichtbares Leitwort auch über den übrigen Aufſätßen. Vortreff- liche Sachkenner ſind für die Bearbeitung der einzelnen Abſchnitte gewonnen worden, fo daß der Inhalt der Aufſäze auc<h für alle Gebildeten angenehm und nüßlich zu leſen iſt. Die Aufſäge tragen allenthalben der kriegeriſchen Zwangslage Rechnung, daß Deutſchland aus einem Weltwirtſchaftsſtaate ſich jeht den Be- dingungen einer Art „nationaler Hauswirtſchaft“ anpaſſen muß. Rohrbac) leitet das Buch mit Betrachtungen über den Krieg und Über die Jugend ein, wobei er die wirtſchaftlichen Urſachen de3 Krieges und Deutſchland3 wirtſchaftliche und geiſtige Zu- kunft3hoffnungen darlegt. E3 folgen Abhandlungen über das Heer, die Marine, den Einfluß de3 Krieges auf die Volksernäh- rung, auf Gewerbe und Handel, auf das Verkehr5weſen; ferner werden behandelt “Krieg, Geld und Kredit; Krieg und Recht, Kriegshilfe. Auch verwickelte volk3wirtſchaftliche Fragen, wie z. B. das Geld- und Kreditweſen und der Einfluß des Krieges auf Gewerbe und Handel, ſind in muſtergültiger Klarheit dar- gelegt, ſo daß den Fortbildungsſchullehrern eine treffliche Hand- habe geboten iſt, dieſe Dinge dem Verſtändnis der Fortbildung3- ſchüler näher zu bringen. über den Rahmen der Fortbildungs3- ſchule hinaus ſollte dieſe Veröffentlihung des Landesgewerbe- amte38 nußbar gentacht werden. In Vereinen und Ver- ſammlungen aller Art können dieſe Aufſäzße den Stoff zu Vorträgen und Vorleſungen liefern, um das deutſche Volk zu ſtärkerem Bewußtſein verantwortlichen Staatsbürgertums zu erziehen. 6 Allgemeiner Deutſcher Lehrerinnenverein. | Deutſcher Lehrerinnenkalender, Der vom Vorſtand des A. D. L.-V. herausgegebene Deutſche Lebrerinnenkalender iſt in gekürzter Form ſoeben erſchienen. Über die für die Kürzung maßgebenden Gründe und Grund- jäße orientiert das Vorwort, das wir hier wiedergeben: „Das ungewöhnliche Jahr hat auch für unſeren Deutſchen Lehrerinnenkalender ungewöhnliche Verhältniſſe gebracht. Wir jind genötigt, ihn auf eigene Koſten herauszugeben. Das verlangte eine möglichſt fnappe Zuſammenfaſſung des we- jentlichſten Stoffes, um die Kaſſe nicht ungebührlic<h zu belaſten. Unter der Arbeit aber wollte e8 faſt ſcheinen, als ob dieſes Gebot der Not auch Vorteile im Gefolge hätte. Das allmählihe Anwachſen unſeres Verbandes hat es mit ſich gebracht, daß die einzelnen Vereine ihre Mit- teilungen über den Kalender ſehr ungleich geſtalteten. Einige gaben über mancherlei Einrichtungen Auskunft, die kaum mehr als lofales Intereſſe hatten, andere begnügten ſich mit dem knappſten Adreſſenmaterial. Einige machten ein= gehende Angaben über die Ziele und Beſtrebungen ihres Berein3, andere hielten dies für überflüſſig, da ſie ſich ja in allem Weſentlichen aus ihrer Zugehörigkeit zum A. D. L.-V. ergaben. Dei der Zuſammenfaſſung, die die3mal geboten war, konnie nur der Grundjaß maßgebend ſein, von den einzelnen Vereinen das zu bringen, was auch für die an- deren Bereine Bedeutung hatte. Dahin gehörte vor allem ein volljtändiges Adreſſenmaterial, da dies die Möglich- keit erſchließt, ſich über alle Beſtrebungen und Einrichtungen eines Vereins die ſicherſte und ſc<nellſte Ausfunft zu ver- ihaffen. Auch Gründungsjahr, Anfang des BVereinSjahres, Beitrag3höhe, Mitgliederzahl gehören zu den Tatſachen, die man wiſſen möchte. Wenn wir die knappe Zuſammenfaſſung überſehen, die jich jo ergab, ſo erſcheint ſie durchaus nicht als Notbehelf und Rückſchritt: die Überſichtlichkeit unſerer großen Organi- jation hat in einem Grade dadurch gewonnen, daß wir glauben, auch für die Zukunft die die8mal befolgten Grund- jäße feſthalien zu ſollen. Nur unſeren jetzt feiernden großen Ausland3vereinen hoffen wir in irgendwelcher Form einmal wieder einen breiteren Raum einräumen zu dürfen, um den Lehrerinnen die Kenntnis der im Ausland für ihre Berufs- zwede getroffenen Einrichtungen zu ermöglichen, wenn wir auch in der Hauptſache auf die bei den Vereinen ſelbſt ein= zuziehenden Erkundigungen verweiſen müſſen, die vorläufig die Geſchäftsſtelle des A.D.L.-V., Berlin W., Bayreuther Straße 38, entgegennimmt und beantwortet. Die Mitteilungen über die Organiſation des A.D. L.4V. jelbſt und ſeiner Sektionen ſind in dem vollen früheren Ums- fange beibehalten. Es ſind noch die allgemeinen Sektion3- ſaßungen hinzugefügt worden, da ſich für alle die Mitglieder und Vereine, die nicht von Anfang an zu uns gehörten oder in Zukunft erſt zu uns kommen, kein klares Bild der Ge ſtaltung unſerer, in den Saßungen ja gar nicht vorgeſehenen und erwähnten Sektionen ergeben konnte. Dagegen ſind die Angaben über die Stellenvermittlung auf das Adreſſenma= terial beſchränft worden, weil es ſich als nüßlicher erwies, alle Anfragen durch die Zentrale ſelbſt beantworten zu latſen, da ſie ſich durc< die Kriegszeit vielfach vor ganz neue Aufs= gaben geſtellt ſah, die ein Abweichen von der Geſchäfts- ordnung bedingten. Wenn der Kalender nun no< die Verſicherungseinrich- tungen, Penſionskaſſen und Heime berückſichtigte, jo glaub- ten wir, damit alles gegeben zu haben, was für unjere Organiſation von nächſtem Intereſſe war. Die Fortlaſſung der unbedructen Teile des Kalender38, der für Schulliſten uſw. beſtimmten Blätter, machte uns um ſo weniger Sorge, al3 viele Lehrerinnen ſich dahin ausgeſprochen haben, daß jie doch ihre eigenen, dem individuellen Bedürfnis angepaßten