-- 19 - engliſche Erzieherin zu haben. Die Erwerbs8verhältniſſe für die Deutſche wurden ſchwieriger. Langſam nahm die Zahl derer ab, die in England ihre LebenS3arbeit ſuchten. Aber in gleichem Maße wie in England änderten ſich auch die Ver- hältniſſe in der Heimat. Neue Bildungsgänge trugen neuen Aufgaben Rechnung. Und das neu Erworbene brauchte nicht mehr in den Dienſt der Fremde geſtellt zu werden. Mehr und mehr regelten ſich auch die Arbeitsverhältniſſe in der Heimat: die deutſche Schule bot der deutſchen Frau endlich ausreichende Arbeitsgelegenheit. Für den engliſchen Verein gab e3 nun nur die Alternative: entweder langſam eingehen oder fich den neuen Verhältniſſen anpaſſen. Das hieß: die alte Tätigkeit in beſchränkterem Maße fortführen und ſich im übrigen in den Dienſt der neuen Bedürfniſſe ſtellen, die jezt im alten Waterlande wach wurden. Nicht England, aber Engliſ< brauchte man dort. Immer zahlreicher wurden die Anfragen nach gut eingerichteten Kurſen, die in verhältni8mäßig kurzer Zeit durc< intenſive, bewußte Arbeit den gleichen Gewinn bringen konnten, den man jonſt gewiſſermaßen mechaniſch aus langem Aufenthalt in England zog. Kurz entſc<loſſen, richtete man im Daheim dieſe Kurſe ein, die in Frl. Maria Dorn eine tüchtige und aufopfernde Leiterin fanden. Auch dieſe Kurſe haben reiche Frucht getragen. Auf ihnen wird die Möglichkeit beruhen, dem Verein nach dem Krieg eine neue Wirkſamkeit zu ermöglichen. Die ſie ſchuf, die den ganzen Verein nach wie vor mit treuer Liebe umfaßte, wird bei einem Wiederaufbau nicht mehr mit Hand anlegen. Denen, die dieſe Arbeit durchzu- führen haben, wird das Beglücende fehlen, das ihre Gegen- wart immer noch zu geben vermochte. Aber ob nan ſie ſelbſt de3halb beklagen ſoll? Sie hat vollendet = das Wort, bei jo vielen eine Trivialität, iſt bei ihr zur vollen Wahr- heit geworden. Vollendet ihr Leben und vollendet ihr Le- bens8werkt. Der Glanz, der noch von der toten Stirn zu ſtrahlen ſ<ien, wird uns ihr Andenken verklären. Liebe hat jie gegeben, reiche Liebe iſt ihr geworden: Schöneres kann niemand nachgeſagt werden. Helene Lange. Kriegstagung des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins. (XIV. Generalverſammlung.) Berlin, Pfingſien 1915. Vor Eintritt in die Tagung: Somnabend, den 22. Mai, nachmittags 4 Uhr: Ort: Geſchäftsſtelle des A. D. L.-V. Berlin W, Bayreuther Str. 38 (am Wittenbergplaß), Gartenhs. Sämtliche Sitzungen der Kriegstagung finden in den Räumen des Abgeordnetenhauſes, Prinz Albrechtſtraße, ſtatt. Sie beginnen alle pünktlich, ohne akademiſches Viertel. Zu allen Verſammlungen des Hauptvereins und der Sektionen haben ſämtliche Mitglieder des A. D. L.-V. Zutritt; zu den öffentlichen auch Gäſte. Sonntag, den 23. Mai, na< dem Gottesdienſt (11%/, Uhr): Mitgliederverſammlung der Sektion für höhere und mittlere Mädchenſchulen. ZU gleicher Zeit: Mitgliederverjammlung des Verbandes deutic<her Mujik- lehrerinnen, Sektion des A. D. L.-V, Tagesordnung aller Sektionsverſammlungen: Geſchäftliche Angelegenheiten (Näheres darüber in den Sektions- blättern) und Berichte und Beſprechung über Kriegsfürſorge, in3beſondere für notleidende Kolleginnen. Nachmittags 4 Uhr: Erſte Delegierten= und Mitgliederverſammlung. 1. Geſchäftöbericht des Vorſtandes (Frl. Margarete PBoehl- mann.) Kaſſenbericht (Frl. Eliſabeth Schneider). Entlaſtung der Kaſſiererin und Wahl zweier Rechnungs- prüferinnen für die nächſte Geſchäftsperiode. 4. Bericht über die Kriegshilfe der Zweigvereine des A. D. L.-V. (Frl. Oberlehrerin Marta Bandau). 5. Geſchäftliches. Montag, den 24. Mai, nah dem Gottesdienſt (14*/, Uhr): Mitgliederverſammlung des Verbandes deutſcher Volks- ſhullehrerinnen, Sekiion des A. D. L.-V. 8 Zu gleicher Zeit: Mitgliederverſammlung der Sektion für techniſche Fächer. Nachmittags 2%, Uhr: Zuſammenkunft der direkten Mitglieder des A. D. L,-V. zur Wah! von Vertreterinnen für die Delegierten- verſammlung. Nachmittags 3 Uhr: Vorbeſprechung der Vorſtandswahl. Nachmittags 4 Uhr: Erſte öffentliche Verſammlung. Die Berufsberatung der Frauen und Mädchen mit Rücdſicht auf die Kriegsfolgen: a) Die Organiſation der Berufsberatung (Frau Joſefine Levy-Rathenau, Vorſißende des Frauenberufs8amte3 des Bundes deutſcher Frauenvereine). b) Die Mitarbeit der Volksſchule (Frl. Franzis8ka Ohne- ſorge). ec) Die Mitarbeit der höheren Schule (Frl. Johanna Gottſc<half). Dienstag, den 25. Mai, vormittags '/,9 Uhr: Zweite Delegierten- und Mitgliederverſammlung. . Vorſtand38wahl. | . Beratung und endgültige Beſchlußfaſſung über die Verwen- dung der Jubiläumsſpende mit Rüdficht auf die Kriegsnot. . Geſchäftliche Angelegenheiten. Yormittags 10 Uhr: Zweite öffentliche Verſammlung. Die Dienſtpflicht der Frau (Frl. Helene Lange). Nachmittags 4 Uhr: Dritte öffentliche Verſammlung. 1. Bericht über die Stellenvermittlung mit Berückſichtigung der Erfahrungen in der Kriegszeit. . Die Lehren des Weltkrieges für die deutſche Pädagogik (Frl. Dr. Gertrud Bäumer). Der Vorſtand des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins. Helene Lange. Febronie Rommel. Margarete Poehlmann. Dr. Gertrud Bäumer. Eliſabeth Schneider. Helene Sumper. Thekla Gilbert. bID mt Os do