Einer ſ<nellen Beantwortung von Fragen, die erſt durch den Krieg Bedeutung gewonnen haben, dienen auch die Flug- Ihriften „Was man wiſſen muß“.8s) Die vorliegende erſte Nummer bringt gut berichtende Überſichten über Einrichtung des Militär» und Kriegs8weſen8, über Geographie aller krieg- führenden Staaten, über jeßt zu leſende Büchvr, Hinweis auf Bücher und Broſchüren de8 Tages (gut ausgewählt, wenn auch nicht vollſtändig) und eine Menge von Ratſchlägen und ethiſchen Stellungnahmen zum Krieg, die vielleicht beſſer wegbleiben könnten, da das Blatt dem Zweck der Aufklärung durch bloße Kenntnis5vermittlung ebenſogut dienen würde. Der Preis iſt ungemein billig -- 10 Pf. die Nummer, für Schüler ermäßigt er jich auf 4 Pf. (Porto extra), ſofern davon eine größere An- zahl auf einmal bezogen wird. Gedi<htſammlungen. Cine große Fülle von Gedichtſammlungen zeugt von dem Verlangen, das deutſche Empfinden in Verſe umzuſeßen. Die im Verlag Diederich erſcheinende Veröffentlichung von Kriegs- liedern, auf die bereits früher hingewieſen wurde, iſt in einem zweiten Bändchen herausgekommen.") Auch in einem Heft von nur 98 Seiten, das Gedichte verſchiedener Urheber in ſich birgt, fann nicht alle3 gleiche und vollwertig ſein. Eintge Verſe von Rudolf Alexander Schröder, Walter Heymann, Kurt Münzer, die in dieſem Büchlein zuſammengehalten ſind, werden die Zeit des Irieges überdauern und ſpäteren Geſchichtsabſchnitten beredtes Zeugnis ablegen vom „Geiſt der Zeit“. Andere wieder ſind lediglich „Gelegenheit8gedichte“. An der Spitze der Dichtungen, die von unſeren Bundesgenoſſen kommen, ſteht das unvergleich- liche „öſterreichiſche Reiterlied“ von Zuckermann. Erſchienen iſt ferner ein Bändchen: Was das Herz be- wegt. Gedichte aus der Kriegszeit von S. W. Mainz. Druck von Chr. Scheufele, Stuttgart, Chriſtophſtr. 26. Verlag: S.W. Mainz, Frauenlobſtr. 39 11. Preis 30 Nf. Der Reinertrag iſt für Krieg3zwedke beſtimmt. Lieferungswerke. Zu der „JZlUluſtrierten Kriegsgeſchichte“, die im Verlage Bong erjheint, auf deren erſte Veröffentlichungen in der Lehrerin (vom 5. Dezember 1914) hingewieſen wurde und die biSher bereits in einigen 20 Heften erſchienen iſt, kommen mehrere andere in Lieferungen erſcheinende Werke, die ähnlichen Zwecken dienen: in Wort und Bild die Ereigniſſe des Krieges von einer Woche zur anderen anſchaulich und lebendig zu machen. Wohl beſonders für die Jugend ſcheint das Lieferungswerk beſtimmt zu ſein: Der Kriegs) Jedes Heft bringt zunächſt eine Kriegs<hronik, dann eine illuſtrierte Geſchichte des Krieges, illuſtrierte Kriegsberichte, Leben3bilder bedeutender Perſönlich- feiten, = nicht nur der deutſchen und öſterreichiſchen, ſondern auch der feindlichen Armeen (3. B. Rennenkampf, Pau, Joffre) und die der leßteren ohne alle Lobrednerei doch in ſachlicher Wür- digung ihres Können3, allerlei Mitteilungen über Heere3ſtärke; Aufſtellungen, Feſtungen uſw. Wo die Abbildungen rein be- lehrenden Zweden dienen ſollen, können ſie wohl da3 Vox- ſtellungsbild vermitteln, wo ſie künſtleriſche Abſichten ver- folgen (Die Waffenbrüder, Franzöſiſche Alpenjäger in den Vogeſen u.a.), reichen ſie nicht aus. Troßdem werden ſich die Hefte wohl vorwiegend bei leſenden Knaben Freunde erwerben. Viel weniger harmlo3 und anſpruchslo38 gibt ſich das Werk: 1914. Ein Tagebuch von Eduard Engel?) Die in 6) Wa38 man wiſſen muß. Jährlich 4 Nummern. Schorpp, Leipzig. Jede Nummer 10 Pf. 7) Der Kampf. Neue Gedichte aus dem Heiligen Krieg. Tat- Bücher für Feldpoſt. Heft 4. Eugen Diederichs, Jena. 60 Pf. 8) Der Krieg. JüUuſtrierte Chronik des Jahres 1914. Fran>hſche Verlagsbuc<handlung, Stuttgart. Monatlich 2 Hefte im Umfang von je 1%,--2 Bogen im Preiſe von je 30 Pf. = 36 xn ö. W. = 4) Cents. 9) 1914. Ein Tagebuch über den Weltkrieg von Prof. Dr. Eduard Engel. Verlag George Weſtermann, Braunſchweig. Das Werk erſcheint in 8- bis 14 tägigen Lieferungen von etwa 3 Bogen Umfang zum Preiſe von 50 Pf. Verlag . den Text hineingearbeiteten Urkunden, Zeitdokumente, ſind nicht nur im Rückblik ſehr intereſſant und wertvoll, ſondern ſie er- heben ſich zum Teil rein als Quelleuſammlung über die meiſten derartigen Zuſammenſtellungen; dahin gehören z.B. die den Mord in Sarajewo verurteilenden Stimmen engliſcher und ſelbſt ruſſiſcher Zeitungen = der Depeſchenwechſel der Entente- Negierung vor Ausbruch des Krieges, die durch Tatſachen wider- legten franzöſiſchen Schlachtberichte, vor allem aber Abſchnitte der ſogenannten neutralen und der feindlichen Ausland83preſſe. Zugeeignet iſt da8 Werk den „edlen, beſcheidenen, feldgrauen Helden“. Das Bild eines ſolchen -- noch faſt im Knabenalter ſtehenden -- Kämpfers ſchmückt das Titelbild jedes Heftes. Die- ſes Geſicht = in ſeinem undurchdringlichen Ernſt und der ſtilſen Energie des Todgeweihten -- e38 ſcheint nicht nur Sinn- bild zu ſein für die Unentrinnbarkeit des Kampfes und die Tragik der ſich freiwillig Opfernden, ſondern auch alle, die nicht an dieſem unmittelbaren Opfer teilhaben dürfen, zur Stille und zur Selbſtbeſcheidung aufzufordern. Aber die ſtumme Mahnung, die ſo den Verfaſſer in jedem Hefte aufs neue grüßt, iſt von ihm nicht verſtanden oder nicht befolgt worden. Der Text des Tagebuchs iſt in lauten, aufge- tragenen oder aufgeregten Worten abgefaßt. Er beginnt: „„Feſt- halten will ich dic<, ov du ſtürmiſch vorüberdonnernde allgewal- tige, hohe und herrliche Zeit, die du das Leben eine3 jeden von uns, das Leben eines ganzen großen Heldenvolkes ſo be- jeligend frönſt, wie keiner vor wenigen Monden in ſeinen heim- lichſten, kühnſten Träumen zu wünſchen ſich getraute. Da3 Unmögliche will ich zum Wirklichen machen: das Geſchehende in Geſchichte wandeln, die entfliegenden Stunden bannen, den Herzſchlag ungeheuren Erleben8 zur Dauer zwingen.“ (Welch ein Unterfangen! ſagt man ſich, verwundert.) „Erfüllt iſt mein Tagebuch mit dem, deſſen mein Herz voll war ſeit dem ewig denkwürdigen Vierten Auguſt de8 Ruhm- jahres Neunzehnhundertvierzehn: mit dem nicht einen Herz- Ihlag lang ausſeßenden Siegesglauben. Vincere necesse, vivere non est necesse.“ -- - Gewiß, -- wer dächte ander3! Wenn man trotdem eine innere Gemeinſc<haft nicht zugeben will, ſo einmal: weil es die Begeiſte- rung des Schreibtiſchmenſchen iſt, die uns hier entgegentönt, der eben -- wie er ſelbſt ſagt -- die „Bogen dieſes in einem end- lojen Freudenrauſch vom Herzen Heruntergeſchriebenen Tage- buch5“ aus den Händen gibt, ohne da3 namenloſe Elend, den beiſpielloſen Jammer, das Grauen der Schlacht, de38 Hungers, des Schmußes, mitzuerleben und deſſen Gleichgültigkeit gegen den Tod notgedrungen platoniſch ſein muß; und zum zweiten: weil es das Ableiten der Siegeszuverſicht aus einer unberechtigten Herabſezung der Feinde iſt, die uns ſtört. Dieſe ſind eine „idealloſe, heimtückiſche Verſchwörerbande“, -=- ihre Kundgebungen ſind „„Phraſenmüll“, der Depeſchenwechſel der Könige von England und Belgien iſt eine „Clownkomösdie“. „Die weltberühmten Koſaken können das dumme Sießen der Deutſchen nicht ausſtehen.“ Die vielen unzutreffenden Urteile über die Heere unſerer Gegner wird der Verfaſſer wohl nach- träglich ſelbſt einer Reviſion unterzogen und damit die BVer- bindung von unerbittlicher Feindſchaft mit Achtung des Gegners8 von denen gelernt haben, die uns anderen darin ein rühmliches Vorbild ſind, und denen er das Buch widmete: Unſere Krieger. Wenn gerade die Beſprechung eines Werkes umfangreicher ausgefallen iſt, das zum Teil die Kritik herausforderte, ſo war'3 die Folge des Wunſches, die Ablehnung nicht ohne Begründung zu laſſen. Die Bedenken zu äußern war vor allem notwendig bei einem Werk, das durch ſeine Ausſtattung, ſeine äußere Ge- wandung zur Empfehlung an die Jugend auffordert. E38 ſcheint mir ausgeſchloſſen, daß junge, ungeübte Leſer nach ſeiner Lek- türe ein richtiges Bild von der Schwere des Kämpfes, der Ge- fährlichfeit des Gegners, dem tragiſchen Ernſt der Zeit erhalten würden. Für Erwachſene kann es durch ſein reiches Quellen- material Anregung und Stoff zu eigenem Nachdenken bieten.