-- 101 -- der Art jeiner Gewinnung dem Kaſſenwart de8 Vereins zu überſenden. Wenn eine Anſtalt in drei aufeinanderfolgenden Jahren keinen Beitrag eingeſandt hat, fo ſcheidet ihr Ver- treter ſtillſm<weigend aus dem Verein aus, fall38 nicht eine gegenteilige Erllärung abgegeben wird; doch ſteht es einer jol<en Anſtalt jederzeit frei, von neuem einen Vertreter zu entſenden. Im übrigen ſind Zeitpunkt und Art der BVer- anſtaltung zum Zwecke des „Jugenddankes“ voll- ſtändig in da3 Belieben der betreffenden Kolle- gien geſtellt. Bis jezt wurden u. a. folgende Veran- ſtaltungen vorgeſchlagen und zum Teil auch bereits mit Erfolg durchgeführt: 1. Begründung von Schülervereinigungen mit mäßigen laufenden Beiträgen. Heranziehung bereits beſtehender Schülervereimigungen. Muſikaliſche, turneriſche und ähnliche Veranſtaltungen. . Vorträge. . Verkauf von vervielfältigten Zeichnungen der Schüler (Anſicht3poſtkarten, Briefverſchlußmarken). . Verkauf von Handfertigkeit3arbeiten oder Nadelar- beiten, die in der Schule angefertigt ſind. 7. Berkauf der Ernten bei Schulen, die Gemüſebau ujw. betreiben. 1 za O3 IO > Von den Mitgliedern des Ausſchuſſes, der etwa 130 Namen umfaßt, jeien vor allem die ihm angehörenden Vorſtand3mit- glieder des A.D. L.-V. genannt: Helene Lange, die Vor- ſißende de38 Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnenvereins, vom Hauptvorſtand ferner: Thekla Gilbert, zugleich 1. Vor- jivende des geſchäftsführenden Ausſchujſe3 des Verbandes deutſcher Volks8ſchullehrerinnen, F. Rommel, zugleich Vor- ſivende des Elfaß-Lothringiſchen Lehrerinnenvereins. Auch die Vorſißenden der Sektion für höhere und mittlere Schulen Math. Drees und der Sektion für techniſche Fächer Eliſ. Altmann gehören dem Ausſchuß an. Von Worſißenden der größeren Landesverbände oder Zweigjektionen jeien ge- nannt: Eva Kulke (Landesverein Pr. Volksſchullehrerin- nen), Anna Daum (V. Pfälz. L.), Marg. JIlgmeier (Oberbayr. Kreislehrerinnenverein), Ottilie Klein (V. Badiſcher L.), Mathilde Plan> (Württemb. L.-V.), Marxta Leimenſtoll (Volksſchull. Württ. Lehrerinnen- verein), F. Ohneſorge (Verband Sächjijcher L.), DO. Peterſen (V. Hamburger BVolksjichullehrerinnen), A. RamSauer (V. ak. geb. L.). Eine Reihe von Vorſitzenden ver Provinzial- und Ortsvereine ſchließen jich an. Bekannte Perſönlichkeiten außerhalb des A. D. L.-V., die den Aufruf mit unterzeichnet haben, jind u. a. Dr. Ker- ſchenſteinerx, Oberſtudienrat und Stadtſchulrat in Mün- <en, Anna Schmidt, Direktorin, Vorſjidende des Bundes privater deutſcher Mädchenſchulen, Düſſeldorf, Dr. Hertha Siemering, Abteilungs8vorſteherin in der Zentralſtelle für Volkswohlfahrt, Berlin, Helene Weihmann, Kgl. Semi- nardirektorin, Croſſen, Anna Wiener-Pappenheim, Vorſizende des Berliner Fröbelverein3s und des Allgemeinen deutſchen Kindergärtnerinnenverein8, Berlin, Dr. Wych- gram, Prof. Schulrat der Freien- und Hanjeſtadt Lübe«c. Es bedarf feiner beſonderen Hervorhebung für die Tat- ſache, die no< durc<h die zum Teil gleichen Mitglieder in beiden Ausſchüſſen bekräftigt wird, daß, die beiden Auſ- rufe, die ſich an die Jugend wenden, ganz verſchiedenen Auſ- gaben dienen und daher jehr wohl nebeneinander beſtehen und ihrem Ziel zuſtreben können. Nicht nur dex Zwe> der Sammlung iſt bei jeder ein anderer: bei der erſten Mitver- ſorgung von Kriegswaijen, bei der zweiten eine Hilfe für Krieg35beichädigte, auch die Art, in der die Mittel zujammen- gebracht werden ſollen, und der Zeitpunkt ihrer Beſchaffung ſind ganz verſchieden. “ Die erſte WVereins8verſammlung des „Jugenddank für Kriegsbeſchädigte“ wird vorausſichtlich im Herbſt d. I. ſtatt- finden ; die Einladung erfolgt alsdann durch die Vereins- uns Fachblätter. | | Die Arbeiten bis zu dieſer Verſammiung hat ein geſchäfts- führender Ausſchuß übernommen, deſſen Vorſit Herrn Geh. Studienrat Prof. Dr. Gropp, Direktor der Siemen3-Ober- realſchule zu Charlottenburg, übertragen worden iſt. Anfragen irgendwelcher Art und Geldſendungen für den „Jugenddank“ ſind einſtweilen an den Schriftführer Herrn Lyzealdirektor Burg, Charlottenburg, Sybelſtr. 2, zu richten. Tagungen. Die 30. Hauptverſammlung des Vereins katholiſcher deutſcher Lehrerinnen | fand gleichzeitig mit der Kriegstagung des A.D. L.-V. Pfingſten 1915 ſtatt. Cin Vergleich der Verhandlungen liegt nahe, weil die in Erfurt zuſammengekommenen katholiſchen Lehrerinnen zum Teil dieſelben Fragen und pädagogiſchen Zufunfts3aufgabeu erörterten, die im Mittelpunkt der Berliner Lehrerinnentagung. ſtanden. - Das Thema, das die zweite Vorſizende des fatholiſchen- Lehrerinnenverein3, Frl. Schmiß (Aachen), behandelte, zeigte ſchon durch ſeine Formulierung, daß „die Lehren des Welt- friegs“ für die Pädagogif nußbar gemacht werden ſollten; es lautete: „Welche Winke gibt uns die Kriegs5zeit für die Erziehung des weiblichen Geſchlec<ts?“ Da hier die Aufgabe nur auf einen Teil der deutſchen Jugend, die Mäd- den, eingeſchränft war, mußten die Forderungen an eine ZukunftsSpädagogikt unberückſichtigt bleiben, die ſich an die ge- jamte junge Generation des fünftigen, des neuen Deutſchland wenden, und es wurden nur die Runkte hervorgehoben, die eine Neugeſtaltung oder Vertiefung der bisherigen Mädchen- bildung bedeuten. Frl. Sch<hmiß faßte ſie in den Säßen zu- ſammen: Umwandlung ciner mechaniſchen in denkende Tätigkeit und dadurc< Vorbereitung auf das Erfaſſen hauswirtſchaftlicher al8 volks8wirtſchaftlicher Pflichten; vertiefte Charakterbildung nach der Richtung: Innerlichfeit und Selbſtverleugnung, Frauen- und Deutſchenſtolz: Hebung der Familienerziehung und Betonung der erziehlichen Wirkſamkeit der Schule; Einführung der weib- lichen Pflichtfortbildungsſchule und Einführung einer weiblichen Dienſtpflicht. Die folgenden Referate waren Ausführungen des erſten programmatiſchen Vortrags: Fühlung der Lehrerin mit dem Gegenwartsleben, Pflege deutſcher Art in den Schülerinnen, volfswirtſ<aftliche Stoffe in den einzelnen Schulgattungen waren ſolche Einzel- fragen. | „Bſyc<hologiſche und lebensfundliche Erfaſſung der Schulkin- der, praktiſch geleitetes Intereſſe an allen wirtſchaftlichen, kulturellen und religiöſen Erſcheinungen und Vertiefung in na- tionale und ſtaat3bürgerliche Fragen“ = ſo etwa lauteten die im Vortrag gegebenen Antworten auf die erſte Frage. Die Stärkung deutſcher Arti wurde vor allem in der Pflege der Geradheit und Wahrhaftigkeit, der Schlichtheit und Cingezogen- heit des Zartgefühls und der Keuſchheit, der Frömmigkeit und Naturſinnigkeit, der Unterwürfigkeit und Opferfreudigkeit, der Zuverkäſſigkeit und des Verantworilichkeitsgefühls erblickt. (Hier iſt vielleicht doch der fragende Einwand geſtattet, ob Unterwürfigfeit eine notwendige Ergänzung der Dpferfreudig- feit -- und vor allem, ob ſie ein entſcheidendes WeſenS5merkmal deutſcher Art iſt?) -- Bei der Forderung volk5wirt- ſ<aftlicher Belehrungen in der Schule legte die Red- nerin, Frl. Dr. Lauer (Frankfurt), nachdem ſie die doch nur ge- legentlichen, nicht ſyſtematiſchen Unterweiſungen im ſchulpflich- tigen Alter gekennzeichnet hatte, mit Recht den Hauptton auf die Erweckung ſozialer Bereitſchaft: „Die Schülerinnen müſſen bekannt gemacht werden mit den Beziehungen des Einzelmenſchen ſowie der politiſchen und ſozialen Organiſationen zu unſerem Wirtſchafts- ſeben und deren Wirkungen auf den Volk3wohlſtand. Die Rednerin zeigte, daß dies Gebiet weiblicher Bildung bi8her- ſtart vernachläſſigt wurde. Darum forderte ſie eine obligatoriſche ſyſte