überhaupt möglich iſt -- einem ſolchen ſchlechten Schüler weiter zu helfen. Aber damit iſt für die heutige Pſy<hologie die Sache nicht erledigt. Wir wiſſen, daß es eine formale Übung einzelner geiſtiger Sähigkeiten gibt, durch welche die Mängel der Begabung in weitem Maße ausgeglichen werden können, und wir wiſſen ferner, daß ſol<he formale Übung geiſtiger Sähigkeiten ſich keineswegs von ſelbſt dur den Schulbetrieb ergibt. Sie muß vielmehr beſonders erſtrebt und dur beſondere Anleitung des Schülers geſördert werden. Wir können durd) die pſychologiſche Analyſe feſtſtellen, wo der Grundmangel bei einem Rinde liegt, der es verhindert, in einem beſtimmten Fa), 3. B. im Rechnen oder Screiben, vorwärts zu kommen, und wir können mit unſerer Übung bei der Überwindung dieſes elementaren Mangels einſezen. Dor allen Dingen aber hat man zu beachten, daß keineswegs etwa das Gedä<tnis geübt wird, indem wir den Schüler lernen laſſen, und der Verſtand, indem er Mathematik und Grammatit treibt. Man kann vielmehr nach unſerer hevtigen Überzeugung auf zwe>mäßige und unzwe&mäßige Weiſe lernen und auf zwe>mäßige und unzwe>mäßige Weiſe ſeine Studien treiben; und es gilt, dem Schwadcbegabten mit einer Ökonomie und Te<hnik der geiſtigen Arbeit an die Hand zu gehen, auf Grund deren er eine wirkliche Steigerung ſeines Gedächtniſſes beim Lernen oder ſeines Denkens bei den mathematiſchen Fächern erreichen kann. Als leiztes Beiſpiel für die Art und Weiſe, wie die gegenwärtige Uinderfor- ſchung über das herrſchende Schulweſen hinausgeht, mag nod unſere wiſſen: ſchaftliche Knalyſe des Schreibens des Uindes erwähnt ſein. Wir ſuchen die Arbeit des Rindes in den einzelnen Shulfäcern zu analyſieren, um nadzu- weiſen, wie ſie zuſtande kommt und wie der Fortſchritt in ihr am beſten erreicht wird. Ihre Hauptbedeutung erlangt dieſe Analyſe des Kindes in den Elementar- ſäch ern, weil wir damit zugleich der außerordentlich wichtigen Frage der Me- thode des erſten Schuljahres nahekommen. Das erſte Schuljahr iſt zugleich das allerwichtigſte und das allerſchwierigſte, weil ſi hier der Übergang des Uindes in eine total andere Lebensweiſe vollzieht und weil es eine ganz andere Art der geiſtigen Beſchäftigung zu erlernen hat. Es gibt noch zahlreiche Pädagogen, die gar nicht wiſſen, wie ſchwierig die Arbeit iſt, welche die heutige Volksſhule in ihrer dur<hſc<hnittlichen Organiſation dem Uinde im erſten Schuljahre zumutet. Th mödte verſuchen, das klar zu machen an der Hand des Shreibens der Hinder. Das Sdreiben iſt eine äußerſt komplizierte Tätigkeit, bei welcher zuſammenwirken: ein vom Willen geleiteter motoriſcher Prozeß: die „malende'' Ausführung der Schriftzeichen mit der Hand; dieſe Shreibbewegungen werden ferner kontrolliert und Überwacht, einerſeits durc; das Auge, das die Sormen der Buchſtaben auf dem Papier entſtehen läßt, das iſt der optiſc<he Prozeß des Schreibens, er enthält alſo das Sehen der Buchſtaben und der Schreibbewegungen, ſodann kontrollieren wir die Shreibbewegungen dur< die „Bewegungsempfindungen“, die hauptſächlich in 20