389 390 Zeityn H. Deutſche . 23ſtes Stü, den zten Juni, 17094. Mee Kg Selbſt im Kriege, wenn der weiſe und tugendhafte Mann, nicht als oberſter Regent, ſondern als Unterthan und Geſchäftsträger in denſelben verwiFelt iſt, wird er, welcher die Thorheit und das Verderb- fiche deſſelben am deutlichſten einſicht, do< gerade die meiſten Vewegungsgründe finden, ſo lange er die Nationen und ihre Beherrſcher nicht ändern kann, zu verwenden, ſich mit Treue und E:fer in den Geſchäften von beyden- Er, der dieſe Welt als einen Uebun Splaß anſieht, in weld)em durch nüßliche, durch unnüße, und ſelbſt durch ſchädliche Arbeiten , die Kräfte der Menſchen geübt werden ſollen; und der die Stelle, auf welche ihn Geburt und Umſtände in der Welt geſeßt haben, als einen von der BVor- ſehung ihm angewieſenen Poſten betrachtet : er wird die Arbeiten und die Gefahren des Krieges für ſich äußerſt nüßlich finden können , ob er gleich das Elend ſieht, was ſie hervorbringen, und au e ihm vielleicht zuziehn, Wenn ihm an Muth, an Geiſtesgaben mehr gelegen iſt, als an einem ver- ſtümmelten Körper, oder ais ani einem langen Leben, ſo wird er ſich am wenigſten von Gefahren und Unbequemlichfeiten zurü&ziehen , die jene Eigenſchaften unſtreitig vermehren , indeß ſie das lehtere in Gefahr bringen. Dieſy Geſchäfte haben gerade nur dieſe einzige wirklich vortheilhafte Seite , daß ſie Fähigkeiten des Werftandes' ſchärfen ärten und geſch y die fonſt ungebraucht: oder träge blieben.z daß ſie den Körper äb- ict machen , der ſonſt weichlich werden könnte 3 dal: ſie der Seele , welche bey ruhi- ern Lebensarten zwar geſittet aber furchtſam wird , Dreiſtigkeit und Entſchloſſenheit geben. Wer alſo jeß eben für dis größten Güter hält/ und Ruhe und Gemäcklichkeit, und ſelbſt Geſundheit und Le- ben gering achtet, gegen die Hoffnung , ein an Körper und Geiſt vollkommner Mann zu werden , der wird auch unſtreitig, wenn er durch die Befehle ſeiner Obern zu den Waffen gerufen wird, der wi- ligſte , der treuſte , der beſte Soldat ſeyn. ru Fortſetzung der Beyſpiele von pa- triotiſchen Geſinnuntggen unſrer T7ation, im 21. St, S, 363. - 8. Aus Schwabetzi, vom 16. May. Vor einigen Wochen mußten die le/ digen Bauer : Söhne in dem Fürſil, Augsburggiſhen Dorfe Bobingen, das 5 Nekruten zu ſellen hatte, darum ſooſen, wer die Pflicht übernehmen ſollte , das Baterland mit beu Waffen zu vertheidigen, 2 Brüder, - Jakob und Uatthäus Rurfer, von denen der erſtere bey dem Pfarrer des Dorfes dient, und vou ſei? nem guten Lohn ſchon ſeit mehreren Unter dieſen waren en Garve, NE “una Jahren ſeine alte Mutter mit kindlicher Liebe unterſtüßte, Der andere, wel- <her weniger verdient, äußerte immer große Abneigung gegen den Soldaten- Stand, und zeigte auch bey dem Würffeln. nicht geringe Bangigkeit, Er kam glücklich dur<h, aber ſeinen Bruder Jakob traf das Loos. Kaum ſah der friedlich geſinnte Matthäus das Schickſal ſeines Bruders .evtſchie- den, ſo ſagte er mit männlicher Ent- ſchloſſenheit:“ „nun in Gottes Namen, „das kann und werde ich nicht zuge „ben ; Bruder, ich habe. verſpielt, und „ri< bin Soldat, du bleibſt in deinem