Allgemeine Wochentlich erſcheint eine Nummer in einem ganzen Bogen. Abonne- men:s8, aum halbjährige, nehmen alle Poſt- Ämter und Buchhande lungen an, , : ...- Schul-Zeitung. TER Dean, =...» Preis per Jahrgang Nthlr. 3. oder“ fl. 5. 24 fr. -“ I nferate wer- den mit 13), Sgr. die geſpaltene . Betitzeile oder deren Raum be- ' rechnet, „eIEERDEERED R ewt en Achtunddreißigſter Jahrgang. e. 41, Mangelhaftigkeit der Erfolge der Lehrerwirkſamkeit. (Fortſezung,) -b, Noch einer beſonderen <arafkteriſtiſchen inneren Organiſa» tion der Lehrerperſönlichkeit ſei alsbald hier kurz gedacht, der» jenigen nämlih, welhe von der individuellen religiöſen An- ſhauung bei der Überwiegenden Hinneigung zu den <riſtlichen Myſterien bedingt wird. Der Sinn ſfol<her Männer haftet mit einer ans Krankhafte ſtreifenden Einſeitigkeit an der Betrach- fung und immer von neuem betonten Hervorhebung der Sünde haftigkeit der menſchlihen Natur, an dem Verderben der Welt, an dem Sündenſold, dem Tode, ewigen Gericht, der Verdamm» niß, und wiederum an dem Leiden und an dem blutigen Kreu: zestode des Erlöſers, an dem Flu<ß, unter den die ſündige Menſ<heit beſchloſſen iſt und unter dem ſie ſorglos dahin geht, tägli<h mehr dem Verderben entgegenreifend, Wenn eine ſolche religiöſe Weltanſchauung hier eine nahezu krankhafte genannt wird, fo darf daraus nicht der Schluß gezogen werden, als wenn die Sündhafttgkeit der menſchlihen Natur , ihre Erlös» ſungsbedürftigkeit und die dur< Chriſti Leben, Leiden und bits» teren Kreuzestod erworbene Erlöſung irgendwie damit geläug- net, ja, nur in ihrer vollen Größe und Bedeutung abgeſ<wächt werden jollte. Nein, dieß ſoll Alles, dem <briſtlihen Bekennt- niß gemäß , ungeſ<hmälert, in ſeinem ganzen ſchweren Exnſte anerkannt , es ſollen auh alle praktiſchen Conſequenzen dieſer glaubensvollen Anerkennung zugegeben werden, Aber die An- ſicht ſoll auc< ebenſo feſt als eine irrige, krankhafte bezeichnet werden, daß von einem Lehrer der Jugend nur auf dieſe <hriſtlihen Glaubensfundamente Werth gelegt und daraus vor- zugsweiſe nur eine täglih ſich erneuernde Selbſtpeinigung als uothwendige Chriſtenpfliht, eine förmliche Weltflucht im Sinne mönchiſher Zurüziehung aus dem natürlichſten , perſönlichen Verkehr, ein ſtetes Seufzen und Klagen als allein zuläſſiger Grundton des irdiſchen Lebens abgeleitet werden müßte. Sie iſt fſiherlich nicht geſund evangeliſch , ſie widerſtreitet den klar» ſten Shriftausſprühßen, wona< ein erlöſter Chriſt, der im leben- digen Glauben an den Herrn Jeſum gerecht vor Gott geworden iſt, ſo daß ihn, obwohl er auf Erden nicht ohne Sünde und ohne Kampf mit der Sünde bleibt, dieſe doHM nicht mehr ver- dammt, eine Freudigkeit zu Gott haben und ihm in ſeinem Her- zen auch fröhlich ſingen und ſpielen darf. Ein beſtändiges Schmachten nac gänzlicher Abtödtung des eignen Selbſt, ein fortwährendes Seufzen nam dem Abſcheiden von der Erde und ein Überall herausgefehrtes Sehnen nach der göttlichen Erbar- mung: das verlangt das echte Chriſtenthum beſtimmt nicht. Darmſtadt, 12. October. zT Zine zuemzznzuezez Zar Und wo es eit Menſch von ſih und Andern, wo es insbeſon- dere ein Lehrer von der Jugend als das einzig Nothwendige verlangt, da liegt -=“ wenn nichts Schlimmeres -- ſo do< ein ſehr bedenfli<her geiftliher Irrthum zu Grunde, der, wenn er fic) in Kindesgemüthern feſtſeßte, ihrem ganzen Weſen eine ſchiefe Richtung , ihrem Leben eine künſtliche Trübung geben müßte, die nur zu beklagen wäre. Ob es denn ſo organiſirte Lehrerperjönlichkeiten geben mag? Zu den obigen Andeutungen über Lehrerperſönlichkeiten dürfte es nicht ſehr fc<wer werden, die lebendigen Beiſpiele am eignen Selbſt und in- dem nächſten Bekanntenkreiſe aufzufinden ; aber auch auf die “lette: Frage wird von ſolchen, deren Perſonalkenntniß in der Lehrerwelt nicht zu ſehr eingeengt iſt, leider Ja geantwortet werden müſſen. Mögen dieſelben gegenwärtig ſeltener als vor ein paar Jahrzehnten. ſein, weil überhaupt die myſtiſch-pietiſtiſche Askeſe unter Männern, welche einen arbeitsvollen Beruf im friſchen Leben haben, ſeits dem merklich abgenomnien hat, ſo ſind fie doF immer noh da. Man wird fie überaus peinlich in Berufsſachen, oft. völlig ſ<weig» ſam und vom äußeren Lebensverkehr ganz abgewendet, fich in fich ſelbſt verſenkt finden, bald bis zur ſentimentalen Weiblich» keit weich und empfindſam, bald rüſfichtlos hart =“ vermeint- lim um des Gewiſſens wiſlen -=, ja, obſtinat gegen praktiſche Andersmeinungen, oft Überaus duldend und demüthig, und oft wieder im diametralem Gegenſaß dazu tief verlezend dur<h Wort und Benehmen, ſelbſtlos und dom daneben auch ſelbſtiſ<, bei aller Inſichgezogenheit dom nicht ohne ſtarke Neigung zur Auto- katrie der maßgebenden Meinung im Verhältniß. zu Andern, im äußeren Leben ſtreng und makellos, im inneren nicht ohne ſchnei- dendes Urtheil über Andere : =- ein wunderliches Gemiſc< unver» mittelter Gegenſäße der eigenen Innenwelt mit dem faſt. abſicht» liM nicht beachteten äußeren Leben, ſ<wer zu behandeln wegen der „Singularität ihres ganzen Weſens. : Für die Einwirkung auf die Jugend hat ihre Thätigkeit erhebliche Bedenken ; ſie ſchien fich thatſächlih nicht re<t dazu. Denn ſie haben eine unbeſfiegbare Abneigung , frei, ſelbſt ins Leben hinauszutreten, mit eigenen Augen zu fehen, vor Andern zu handeln; ſie ruhen lieber in ſich ſelbſt, hören lieber und laſſen fich zutragen, und bewegen ſich lieber in ihren ſeltſamen, ausgefahrenen Geleiſen, als daß ſie friſm und energiſch produciren ; ſie dichten gern und ſinnen für ſich, aber für das fluctkuirende Leben bleiben fie unbedeutend. Sol<he Lehrernaturen haben für eine .Menge Dinge, die im Jugendleben fich entfalten, gar kein Organ.;z 'es afficirt fie Alles, was nicht in ihren Gedankenkreis paßt, unans- genehm und peinliH und regt fie dann leicht: zu Härten an, die ihnen hinterher theilweiſe Gewiſſensſcrupel machen,