24 Martin Luther Reymert Unter den ethischen Eigenschaften gehen wir Opferwilligkeit und das Ver- langen, andern zu helien, vor allen andern geschätzt?!). Die Zahlen hierfür lauten wie folgt: Alter | 18 | 19 | 29 | 21 | 22 | 23 |24--25| Zugammen | Mittel M j2/112]14| 22|2|11 | 13 16 29 v. I Fr. | 42 | 39 | 43 | 47 | 40 | 32 | 48 42 „Bdel“, „Selbstlos“, „opfert eich für andre“, „denkt mehr an andre als an Sich gelbst“, Sind die Gründe, die wir am häufigsten antreffen. Frauen Scheinen in diegem Alter altruistischer als Männer veranlagt zu Sein. Moralischer Mut Scheint für dieses Alter eine begehrenswerte Kigenschaſt zu Sein. „„Hielt an Seiner Sache fest, was auch die andern darüber meinten“, „wich nicht von dem, was er als Recht erachtete“, „ging für Seine Überzeugung 80gar in den Tod“ sind oft wiederkehrende Gründe. Vergleichshalber seien hier auch die Prozentzahlen derer angegeben, die dem physischen Mut, der Tapferkeit huldigen: Alter 1118| 19/| 20 | 21 | 22 | 23 |24--25| Zugammen Mittel . - M. 2 ö 6 T 5) T 12 6 PhygiScher Mut. . Frl 214/318! 14 iu 3 4.5 jr. 7 . M i22|18| 12 | 23 | 24 | 25 13 20 Moralischer Mut "Ipp|] 2110| 2|/12/1131 4 5 7 | 13.3 Wie wir Sehen, Scheint der Mut in beiderlei Gestalt (vgl. Lehmann) viel höher von den Jungen Männern als von den Jungen Mädchen geschätzt zu werden. Pädagogisches Interesse dürfte es vielleicht haben -- als Hintergrund Jeder Moral- erziehung in diesen Jahren -- den „Maut“ zu betonen. Stehen wir hier nicht vor Eigenschaften, deren unsre Zeit mit ihren vielen verschwommenen Tendenzen besonders bedürftig wäre ? 1) In der Übergicht über „Det Kgl. Danske Videnskabernes Soelskabs Forhand- linger“ 1916, Nr. 2, hat der bekannte Kopenhagener Professor Alfr. Lehmann 80oben eine Studie über mehrere tausend dänische Kinder („Om Börns Idealer“) veröffentlicht. Eine begondere Bedeutung kommt der Arbeit dadurch zu, daß sie meines Wissens die erste ist, die Vergleiche einergeits zwigchen Stadt- und Landkin- dern, und andergeits zwichen Schulen für beide Geschlechter zusammen und Knaben- und Mädchenschulen zu ziehen vergucht. ProfesSor Lehmann äußert gich in geiner Studie (5. 92) in folgender Weise: „„Zärt- ichkeit ist meines Erachtens das typisch weibliche Gefühl, das in Seiner höchsten Aus- drucksform gewöhnlich Mutterliebe genannt wird und im Begehützungsinstinlkt wurzelt. Da dieger Instinkt bei allen höheren Tieren, zumal bei den Weibchen und nur ausnahmesweise bei den Männchen vorhanden ist, wäre anzunehmen, etwas Ähnliches mit Bezug auf das demgelben entspringende Zärtlichkeitsgefühl des Men- Schen zu finden. Und da Gieges gerade das kennzeichnende Gefühl der Frau gein gol), müßte es um 8o stärker werden, je mehr die Entwicklung des Kindes gich dem „,Weib- werden“ nähert.“ Die Yermutung, die durch den Befund Lehmanns für das 8---16JjJährige Alter erhärtet wird, findet, wie man gieht, eine evidente Bestätigung durch die von mir untersuchten Alterastufen 18--25 Jahre.