Ausgabe B Frei Land Deutſ<He Volksſtimme Gründer: Adolf Damaſchke Bodenreform Bodenreform Verlag Damaſchke KG, Berlin NW 87, Leſſingſtraße 11 / Fernſprecher 39 14 51 50. Jahrgang Nr. 9 Bezug dur<h jedes Poſtamk vierteljährli< 1,80 RM, bei direkter Sendung untkter Kreuzband 2 RM. / Poſtſchekkonko Berlin Nr. 79025 Bodenreform Berlag Damaſc<ke KG. 5. März 1939 Boſt-Bertfandort: Pofsdam Villigen Boden für die Kleinſiedlung! Die Preuß anſtalt, Berlin, macht in ihrem Geſhäft5bericht für 1938 beachten38werte Ausführungen über die Kleinſied- lung, aus denen hervorgeht, daß der Unteil der Kleinſiedlung am geſamten Zugang von Neubau= wohnungen ſeit 1934 trotz ihrer Förderung durch die ReichSregierung immer kleiner geworden iſt und in den Groß-= und Mittelſtädten nur noh 3,8% beträgt. In dem Bericht heißt es: „Innerhalb der ſtaatlihen Wohnung5- unv SiedlungSpolitik nimmt die Kleinſiedlung eine Vorzugöſtellung ein. Nac<hdem das8 anfänglich etwas ſ<werfällige Verfahren dur< die Beſtims= mungen Über die Förderung der Kleinſiedlung vom 14. September 1937 vereinfa<ht worden war, jind durc den Erlaß des ReichSarbeit35miniſters vom 23. Dezember 1938 weitere Vereinfahungen und Erleichterungen, in8Sbeſondere auf dem Gebiet der Finanzierung, getroffen worden. Danach werden die Neich8darlehen für die Kleinſiedlung künftig ſolange unverzinsSlic< gewährt, bis die im Range vor ihnen ſichergeſtellten Fremdmittel Z3u= rücgezahlt ſind. Dieſe ZinSkſreiheit iſt an keine beſonderen Beſchränkungen mehr gebunden. Der Anteil der mit Mitteln der Kleinſiedlung oder mit Hilfe von Reichsbürgſchaſten für den Kleinwoh= nung8bau errichteten Wohnungen an dem geſam= ten dur<& Neubau geſchaffenen Wohnungszugang betrug 1934: 32487 oder 17,1%, 1935: 25 909 oder 12,294, 1936: 28512 oder 10,195 und 1937: 31 260 oder 10,2%, iſt alſo langſam zurücge= gangen. Für die Zeit von September 1937 bis Ende 1938 ſind rund 144 000 Stellen dur< Reich3- darlehen gefördert worden. ES iſt zu beachten, daß daneben zahlreiche kleinſiedlungz3artige Eigen= heime errichtet worden ſind, die ſowohl hinjicht- lich der Landzulage als auh der Höhe der Koſten und monatlichen Belaſtung den amtlichen Klein= jiedlungen entſprechen, ſo daß der Unteil der Kleinſiedlungen im wirtſchaftlichen Sinne an dem Wohnung38zugang nicht unerheblich größer jein dürfte. Der . überwiegende Teil der Kleinſied- lungen entfällt auf die kleineren Gemeinden. So lag der Unteil der Groß= und Mittelſtädte :an dem Geſamtzugang von Kleinſiedlungen in den Jahren 1934 bis 1937 nur zwiſchen 17 und 257%, während der Unteil der Kleinſiedlungen an dem Zugang von Neubauwohnungen in den Groß» und Mittelſtädten von 8,1% 1935 auf 3,9% 1937 geſunken iſt; im Jahre 1938 betrug er 3,8%. Dieſe: RüFXgang des Anteils der Kleinſiedlungen in den Groß- und Mittelſtädten dürfte in der Hauptſache auf Shwierigkeiten in der Beſchaffung verkehr3günſtig gelegenen, billi= gen BodenS2 zurückzuführen ſein.“ Beſonders wichtig iſt die lezte Feſtſtellung, aus der ſich ergibt, daß vor allem für billigen Boden am Rande der Groß= und Mittelſtädte 65 * Dl pe Lande Ip andbriefi- Dolkswohnung und kileinſiedlung Körperſchaft des öſſentlihen Rechts, - Unterſchiedliche Erfahrungen einer Baugeſellſchaft Die Gemeinnützige Siedlung53- und Baugeſell-= ſhaft Reihenba< (Eulengebirge) m. b. H. hat ſoeben ihren Geſhäftsbericht 1937/1938 der Öffent= (i<keit vorgelegt. Beſonders bemerkenS3wert iſt darin die Betonung der Schwierigkeiten, die die Verwaltung der Bolks8wohnungen - hauptſählih der in Flachbauweiſe erſtellten -- mit ſiß bringt. Sowohl die baulihen Vorau3=- ſezungen beim Bolk8wohnungsbau al8 aud der laufende Betrieb dieſer WohnungS3art haben ſic< außerordentlich ungünſtig auf die Rentabilität der Geſellichaft ausgewirkt. Die Mietausfälle durch Leerſtehen der Wohnungen haben bei den 72 im Flahbau erſtellten Volksöwohnungen 2805,70 X.4 (im Vorjahr 2456,15 X4), bei den 75 in mehr= geſhoſſiger Bauweiſe erſtellten Volk8wohnungen dagegen nur 142,53 XK betragen, während bei den geſamten anderen Wohnungen einſ<ließlih Garagen nur 91,30 2%. dur<h Leerſtehen auSge2= fallen ſind. Auch die „auSgewieſenen MietauS- fälle“, ſo heißt es a. a. O. ſowie die hauptſäh- lichſten Koſten für Miet» und Räumungsklagen entſtanden dur< Volkswohnungen. Endlich wurde die Geſellſhaft auFH no<+ dadur<h von dem Sektor Bolkswohnungen her wirtſchaftli belaſtet, daß die aus8gezogenen Volkswohnungsmieter in vielen Fällen ihrer Verpflichtung zur laufenden InſtanD=- jezung niht nachfommen. Da die auSziehenden BVolk5wohnungsmieter „ſämtlichſt“ den minder- bemittelten Bolksſchichten angehören und irgend- wel<e3s Vermögen nicht beſißen, waren dieje Auſ- wendungen der GeſellſiHhaft auc nicht im Wege des ZwangsSverfahrens wieder hereinzuholen. Das alles iſt niht nur unter dem wirtſc<aftlihen Ge2= ſihtSwinfel des WohnungsSunternehmens, jon=- dern au<h ſozialpolitiſM geſehen bemerkenSwert ; lehrt es do<F, daß die im Flachbau erſtellten Volk8swohnungen gerade der Bevölkerung8ſ<4i<ht, der ſie von Reht8 wegen zugeda<ht ſind, nicht erſHwinglich ſind, und daß dieſe Menſ<en nicht einmal die Wiete für Volkswohnungen im Ge= ſhoßbau aufzubringen vermögen. Dem ſteht gegenüber die ſtarke innere Anteil nahme der Kleinſiedler an der Entwiklung ihrer örtlihen Siedlung8gemeinſ<Haft, die hier 64 Stellen umfaßt/ wovon im vorigen Jahre 60 al3 Reih38heimſtätten an die Siedler- familien aufgelaſſen werden konnten. Jahrelang haben dieſe Siedler --- wie es im vorliegenden Geſhäft8beriht heißt -- ihre kleinen Beträge geſpart und au<€; den Abbruch bauſälliger Ge= geſorgt werden muß, wenn es mit der Klein- ſiedlung vorwärt38gehen ſoll. Das wirkſamſte Mit=- tel hierfür iſt eine Steuer vom reinen Bodenwert, die den Bauboden billig mat. Staatsbibliothek -6.FEB8 1939 Rorlin 1 Ä , . 66 „Tm EREEN STER Begadi ndern mt ik et 0