Bodenreform Ausgabe B Frei Lans Deutſ<e Veolkfsſtimme Gründer: Adolf Damaſchke Bodenreform Verlag Damaſchke KG, Berlin NW 87, Leſſingſtraße 11 / Fernſprecher 39 14 51 28. Mai 1939 | Bezug dur< jedes Poſtamk vierkeljährli<h 1,80 VM, bei direkter Sendung unter 50. Jahrgang Nr. 20 Kreuzband 2 RM. / Poſtſ<ekkonto Berlin Nr. 79025 Bodenreform Verlag Damaſchke KS. Pofſt-Verfandork: Potsdam Die nächste Nummer der „Bodenreform“ erscheint am 11. Juni zu ſeinem 79. Goburtstag Am 28. Mai vollendet Profeſſor Dr.-Ing. e. bh. Hermann Janſen, Ehrenſenator der Tehnijhen HohſHule Berlin, ſein 70. Lebensjahr. Wir Bodenreformer begrüßen ihn zu dieſem Tage ais einen aufrehten Streiter für unſere Ideen, der fich immer wieder „von neuem gegen den Mizz= brau< am deutſ<hen Boden erhob. Er wurd2 der Öffentlichfeit dur<4 ſeinen Sieg in dem GStädte= bauwettbewerb für Groß=Berlin im Zahre 1910 befannt. Die überragende Bedeutung dieſer Arbeit gründete ſi< darin, daß ihr "erſtmalig ſoziale Erkenntniſſe vorangeſtellt waren. Berlin ſollte wieder zu einer Stätte geſunden Wohnens und frohen Arbeitens für eine Gemeinde züt= friedener Menſ<en werden. DeShalb plante Her= mann Janſen ſtatt der vielgeſhoſſigen Miet= kaſernen mit ihren Hinter und Seitenflügeln eine meiſt 2- und 3geſhoſſige aufgelo>erte Be= bauung. DeShalb durchſetzte er die Wohnquar- tiere mit breiten Parkgürtelin. DeS8halb verband er das Stadtinnere mit den Wäldern und See= ufern an den Stadtgrenzen durH radiale Grün= ſtreifen. DeShalb trennte er eindeutig Verkehr5- und Wohnſtraßen, um letztere endgültig von Lärm und Gefahr zu befreien. Dieſe im wahrſten Sinne des Wortes ſoziale Tat ſ<huf ihm aber auh ſeine gefährlichſten und widerſtandskräftigſten Feinde, die Gruppe der Bodenſpekulanten. In ihr Vorhaben, 12 WMil- lionen Menſ<en in WietSs8kaſernen zujammenzus- pfer<Hen*?), in denen ſelbſtverſtändlic< „das Spielen der Kinder auf dem Hofe verboten war“, ſc<lug Hermann Janſen die erſte Breſche, und der geiſtige Leiter der Berliner Terrainunternehmer, Georg Haberland, mußte zugeben, daß die Herabzonung der Wohnhaushöhen und die Anlage von FFrei= fläßen der Bodenſpekulation einen Berluſt von mehr al38 1500 Millionen gebracht hätte*). Hermann Zanſen hat es wie kein Zweiter ver-= ſtanden, das Weſen einer ſtädtebaulihen Auf= gabe zu erfaſſen. Cine ausſchlaggebende Rolle für die Beurteilung eines Erſc<ließungsplans ſpielt die Frage der Werterhaltung, die in jeinen Plänen oberſtes Gebot darſtellt. Ein Grundſtüc> in ruhiger, geſunder Wohnlage, ein Haus unz mittelbar an einer Freiflähe gelegen, be= 1) Vgl. Hermann IJanjen: „Das Groß-Berlin der Zukunft“ im „Jahrbuch der Bodenreform“, YV, S. 21-30. 2) Vgl. die „Bodenreform“, Jahrg. 1931, Sp. 187. 153 Tu Hermann Jansen Privataufnahme halten für immer ihren Wert. In einer Miet= kaſerne, an einer lauten Straße, in Hinterhäuſern wird in Zukunft kein Menſ< mehr wohnen wol= len. Dieſe Bauten ſind wertlos, abbrucreif ge= worden. Janſen hat vorhandene Mißſtände nicht nur kritiſiert, ſondern ſtet38 die Wege zu ihrer Be= ſeitigung gewieſen. Wenn er gegen eine BoDden= ausſhlachtung anging, konnte er ſtets beweiſen, daß ſein Gegenvorſchlag troß 'aufgelo>erter Be= bauung, trotz reihliher Grünanlagen mindeſtens ebenſo wirtſ<haftlih wie der vorhandene war. Da38 Geld liegt in unſeren Städten 3war nicht auf den Straßen, wohl aber in ihnen und unter ihnen. WelHhe Unſummen dur< ſinnloſe Straßen= anhäufungen und Straßenbreiten vergeudet wurden, hat er immer wieder nachgewieſen. Dur ſolHe nüchternen Berehnungen überzeugte er dic verantwortlihen Leiter der Stadtverwaltungen ebenſo eindringlih von der Richtigkeit ſeiner Ideen wie dur< ſeine ſozialen Forderungen. Janſen hat den kleinen und kleinſten Aufgaben ſeiner Lebens8arbeit dieſelbe Wertſhätzung zuge= wandt wie etwa den internationalen Wettbewer=- . 4. 4 8 : ee, ; 5 | Anre pean dert EEE td IEE SUSAN UNG, Kik: „„& & 4 15€“ . „ oo. „. 2 Eu E 8 ir . 4 M3 ax uin 4 3 T Ka 878 &. dm € Eoin R wifi uE ndB € x Ho 2 Tt Cm b&b ..Ä k-& & > N vr H Ky * x | Er LP SEN ZEE BETT S0 0 GRE LILIE R