Bodenreform Auggabe B Frei Lans Deutſche Volksſtimme Gründer: Adolf Damaſchke Bodenreform Verlag Damaſchke KG, Berlin RW 87, Leſſingſtraße 11 / Feruſpreder 39 14 51 50. Jahrgang Nr. 25 Bezug dure jedes Poſtamk vierteljährlich 1,880 RM, bei direkter Sendung unter Kreuzband 2 RM. / Poſtſc<hec>konts Berlin Nr. 79025 Bodenreform Verlag DamaſGke KG. 16. Juli 1939 Poft-Berfandort: Potsdam Wie die Baulandpreiſe ſteigen In den dDeutſhen Groß= und Mittelſtädten ſind im erſten Halbjahr 1938 laut „Wirtſchaft und Statiſtik“, Ür. 11, im ganzen 17461 uns= bebaute Grundſtü>e veräußert worden, davon 17 262 freiwillig und 199 dur< Zwang3= verſteigerung gegenüber im ganzen 16549, ſrei= willig 16340, dur< ZwangsSverſteigerung 209 im gleihen Zeitraum des Borjahres. Das iſt eine Zunahme der freiwilligen Beräußerungen um 5,6%. Dagegen hat die Geſamtfläche der freiwilligen Veräußerungen unbebauter Grund= ſtüfe von 349 331 000 Quadratmeter im erſten Halbjahr 1937 auf 49004 000 Quadratmeter im erſten Halbjahr 1938, mithin um 0,7%, abges=- nommen. Der GErlö5 aber hat von 127 Mil-= lionen ZK auf 164 Millionen XA, alſo um 291%, zugenommen. Das SEtatiſtiſche Reichsamt bemerkt dazu: „Die durhHſhnittlihe Größe dieſer GrundD- ſtüFe hai ſic alſo verringert (von 3019 LQua= dratmeter auf 2839 Quadratmeter), zum Teil wohl infolge der erhöhten Nadchfrage naH Bauplätzen für Wohngebäude mitt- lerer Größe, deren Anteil an der Geſamtzahl der im Jahre 1938 errichteten Wohngebäude geſtiegen iſt. Auch die Steigerung DeS5 Dur<ſ<nittZ3Zerlöſes je Quadraimeter von 2,57 RW auf 3,35 ZK dürfte zum Teil damit zuſammenhängen.“ Hierna<ß ſind die Baulandpreije vom erjten Haibjahr 1937 bis zum erſten Halbjahr 1938 im Durhſhnitt um 80,4%, alſo faſt um ein Drittel geſtiegen. Kleinſiedlungsbau in Baden Die Badiſh<e Heimſtätte G. m. db. H. (Treuhandſtelle für Wohnungs=- und Kleinſied- lung3weſen) in Karlö3ruhe ſagt in ihrem Ge= ſhäft3bericht für das Zahr 1938 u. a.: „Wir vertreten den Standpunkt, daß gerade die zahl= reichen kleinen Gruppenſiedlungen, die wir in ländlißen Kleingemeinden errichten, ſozial= politiſM und bevölkerungs8politiſj?; die wert=- vollſten SiedlungöSmaßnahmen ſind, und för= dern de38halb dieſe Kleinarbeit mit beſonderem Na<hdrud, obgleich ſie leider vom Standpunkt der Wirtſhaftli<hkeit der Heimſtätte aus geſehen Verluſtgeſhäfte ſind und infolge ihres kleinen Umfanges weniger in die Augen fallen als größere Siedlungen in unmittelbarer Nähe von Städten“. Zum Thema „Volkswohnung“ heißt es, dem Beſtreben, in größerem Umſange Vierraumwohs= nungen zu errichten, bereiteten die amtlichen Be= ſtimmungen in ihrer biSherigen Faſſung gewiſſe ESdhwierigkeiten. Es ſei jedoH zu hoffen, Ddaj hier notwendige Erleichterungen eingeführt werdem. 193 ygind die frbhöfe zu klein? „Auſſtieg und Formung der Landwirtj<aft dur; den voölkiſhH-politiſ<en Betrieb“ iſt die Überſchrift einer Abhandlung von Profeſſor Dr. Max Schönberg in der von ihm geleiteten Zeitſhrift „Forſ<Hungsdienſt“, Organ der Deut= ſH<en Landbauwijſenſchaft, Berlag I. Neumanns= Neudamm, die jezt als Sonderdru> erſchienen iſt. Der Berſaſſer vertritt darin die Unſicht, „daß die Bekämpfung der Landflucht, der Unter= bewertung der Urbeit oder der Mängel in der Agrarverfaſſjung ſc<lehthin niht mit wirtſchaft= lichen Witteln geſchehen kann, jondern durch politiſHe Maßnahmen erfolgen muß.“ Bon dieſem Standpunkt aus erörtert er zunächſt die Frage der Betriebsgrößen und ſagt, ein landwirtſ<haftlicher Betrieb müjſe „diejenige Größe haben, die eine Syntheſe hoher abſoluter Lei- ſtungen und hoher biologij<her Leijtungen ermög= li<t und zur völkiſm<en Pfliht macht“. Nur der nationalſozialiſtiſQe Betrieb oder der Ho! jei dazu berufen, „als ſormende Kraft die Gejamt= geſtaltung der deutſchen Landwirtſchaft und ihres Bauerntums in Zukunft zu beſtimmen“. CS ſei ein Fehler, „in Hektaren zu denken“, darin liege einer der Hauptgründe für die Fructloſigkeit der meiſten AuSeinanderſezungen, die man in der Betrieb8größenfrage, ja überhaupt in der Be=- triebSlehre auSzufehten verſuche. Nah längeren Darlegungen über „Nation und Hof“ und „Hoſre<ht und Betriebsrecht“ kommt Schönberg 1<ließlich dazu, anzugeben, wie groß nah ſeiner Meinung die landwirtſc<aftlihen Be= triebe ſein ſollen, und hier kann er nicht um=- hin, ſelbſt in Hektaren zu denken. Daß er, ſtatt mit ganzen, mit BViertelhektaren rehnet, macht grundſäzlih do< wohl keinen Unterſchied. Er jagt aljo: „Al35 variierbare Richtgröße für hofrechtliche Mindeſtgrößen nenne iH 100 VWiertelhektar, als variierbare Richtgröße für größte Höfe 1000 Biertelhektar landwirtſ<Haftlich genußter Fläche. Die oben betonte nationale und ſoziale Achtung vor dem Boden verlangt eine Vergrößerung von AFernahrungsbetrieben, eine Crhöhung der oberen Grenze der Hoſgrößen und [ordert die allmählihe Entwieklung von Kleinſt» und Größtbetrieben zu Höfen. In der aus natür=- lihen Gründen großen VariationsSbreite der genannten Richtgrößen können die Höfe Das ſein, was die Nation von ihnen ſordert: Ernte= träger und BlutSträger.“ In dieſer Forderung liegt eine geradezu um= ſtürzende Kritik am ReichSerbhofgeſeß, das über die Betriebögröße der Erbhöfe beſtimmt: Ein Erbhof ſoll mindeſten3 eine Adernah= rung gewähren. Das iſt diejenige Menge Lande8, die notwendig iſt, um eine Familie uU äu gl . t und der allgemeinen iStaatsbibliothe j 147 JUL. 4939 i Marxen I |