270 Verhandlungen des Berliner Lokalvereins rc. hatten ihnen die Hohenpriester vorgeredet, denn gesehen konnten sie nichts haben, wenn sie geschlafen hätten, da bekanntlich der Mensch im Gegensatz zum Hasen mit geschlossenen Augen schläft, wie Valerius Herberger treffend bemerkt. Daß es in damaliger Zeit so wie heute ungläubige und thörichte Leute gegeben hat, welche historisch verbürgte Thatsachen, wie Christi Auferstehung, dadurch wegwischen zu können meinen, daß sie dieselben einfach leugnen, ist in dem in Rede stehenden Buche der ausdrücklichen Erwähnung wert erachtet worden, indem die Geschichte „vom leeren Grabe" mit den Worten schließt: „Solches ist eine gewisse Rede geworden bei den Juden, bis aus den heutigen Tag." Dieses Buch wird nun schon seit einem Jahrzehnt in den Berliner Ge meindeschulen, welche von mehr als 100,000 Kindern besucht werden, und in vielen Privatschulen gebraucht. Wie die Lehrer beim Bibellesen über die Differenzen zwischen Bibel und Historienbuch hinwegkommen, ist Redner dabei nicht klar. Diese Differenzen hat der Verfasser für weniger erheblich gehalten, als die zwischen Historienbuch und Gesangbuch, indem er die Lieder nach dem verwässerten Berliner Gesangbuch hat abdrucken lassen, um Differenzen zu vermeiden, welche Differenzen doch wesentlich weniger bedenklich wären, als solche mit der heiligen Schrift. An das Referat schloß sich, trotz der schon ziemlich späten Stunde, eine sehr lebhafte Debatte an, in welcher der Ordner namentlich noch auf die äußerst ungeschickte Auswahl der dem Bertram-Fürbringer- schen Buche beigegebenen Bibelsprüche hinwies; während Herr Super intendent a. D. Hammer die Notwendigkeit eines immer wieder erneuten Auftretens gegen derartige Lehrmittel wie das besprochene Geschichtsbuch betonte. Kaiser. Noch einige Worte über Herbarts Philosophie und Pädagogik, namentlich über ihr Verhältnis zum Christentum. Von G. Glöckner, Oberlehrer am Zillerschen Seminar in Leipzig. (Schluß.) Über die Mystik habe ich mich bereits oben erklärt. Wirft man uns Mangel an Mystik in der üblen Bedeutung des Wortes vor, so hat man recht; wir erblicken eben darin einen großen Vorzug. Man hat aber vollkommen unrecht, wenn man uns der Nichtanerkennung von Mysterien, der Nichtbeachtung des tief innerlichen Gemütslebens des Christen und des Deutschen beschuldigt, welches sich sehr wohl mit einem