302 Classen, Bildung Votum über die Frage: „Wäre nicht das Internat für die Präparandenanstalten, das Externat für die Seminare zweckmäßiger und wünschenswert? Vom Seminarlehrer Oskar Classen in Ütersen (Holstein). In Nr. 5 dieses Jahrgangs S. 283, ist die „von einem in Prä- parandenbildung erfahrenen Pastor" mit einer kurzen aphoristischen Be gründung eingesandte Frage: „Wäre nicht das Internat rc. — abge druckt und die Einsendung von Voten darüber erbeten worden. Es ist gewiß sehr dankenswert, daß durch die Veröffentlichung dieser Frage*) unserm Vereine Anregung und Veranlassung gegeben worden ist, die für eine gedeihliche und gesegnete Entwickelung unseres Volksschnlwesens so wichtige Frage der zweckmäßigen und wünschenswerten Präparanden- und Seminarbildung in Behandlung zu nehmen. Indem ich mein Votum abgebe, sei es gestattet, die einzelnen Absätze der Begründung in Nr. 5 d. Bl. behufs kurzer Bezeichnung mit I. II bis XII zu bezeichnen. I. Wenn es in diesem Abschnitte heißt: „Die Präparanden, wie sie jetzt und auch wohl trotz den „neuen Bestimmungen in Zu kunft aus der Volksschule hervorgehen, bedürfen einer besonderen for malen Schulung und Erziehung für das Seminar und den Lehrer beruf" — so muß gesagt werden, daß die „neuen" (soll wohl heißen: allgemeinen?) Bestimmungen in keinem ihrer Paragraphen für die Volks schule den Anspruch erheben, eine besondere Präparandenbildung sei nach Ausführung ihrer Forderungen unnötig; vielmehr fordern die Allg. Be stimmungen eine besondere formale Bildung für die Präparanden durch ihre Paragraphen betreffend die Vorschriften über die Aufnahmeprüfung an den Königl. Schullehrerseminaren und das sie begleitende Ministerial- Reskript vom 15. Oktober 1872. Daß dies die Auffassung der Behörden noch heute ist, zeigt die geschehene Gründung und Erhaltung von Königl. Präparandenanstalten. Einverstanden bin ich mit der Forderung einer auch ferneren besonderen formalen Schulung und Erziehung für das Seminar nnd zwar in besonderen Präparandenanstalten. II. Die Präparandenanstalten „wo möglich auf dem Lande" an zulegen, halte ich für wenig empfehlenswert. Abgesehen davon, daß es äußerst wünschenswert ist, den Gesichtskreis der aus den einfachsten Ver- *) Was in diesem Blatte veröffentlicht wird, darf, wie wir wiederholt hervor heben, natürlich nicht ohne weiteres als Ansicht des Vereins oder auch nur der Redaktion gelten. Die Red.