Lehrerwahl. 801 1. kommt es äußerst selten vor, daß die im Bezirk ansässigen Glieder des Wahl collegiums den auswärtigen gegenüber in der Minorität sind, wie dies in W. der Fall war. Für gewöhnlich gestalten sich im Gegentheil unsre Wahlcollegien, die aus den Pastoren der Gemeinde, dem Bürgermeister, den übrigen Gliedern des Schulvor standes (2) und den Eingesessenen des Schulbezirks, die im Presbyterium gesessen haben oder noch sitzen, zusammengesetzt sind, so, daß sich die weit überwiegende Majori tät im Schulbezirk findet. Allerdings wäre immerhin zu wünschen, daß die Wähler durch die Art der Bildung des Wahlcollegiums mehr daran erinnert würden, daß sie als solche lediglich die Interessen der Schule zu wahren haben. Es ist leichtlich etwas Anderes, wenn Leute qua Presbyter einen Lehrer wählen, oder wenn sie dies qua Vertreter der Schulgemeinde thun. 2. geht aus dem Begleitschreiben des Herrn Ein senders hervor, daß die in Mülheim leider noch üblichen Proben auch für diese Wahl nicht ohne üble Folgen gewesen sind und in gewiffer Weise die Unzufriedenheit mit ver schulden. Die Leser sind mit diesem Modus durch den Artikel in Nr. 7 d. Schlz. bekannt. Zehn Lehrer waren nun in W. zu einer Probe eingeladen. Als die Proben abgehalten waren, wurden die Wähler in einer Sitzung aufgefordert, sich über der Eindrücke, die die Probenden auf sie gemacht, auszusprechen, um so einige derselben für die Wahl noch besonders in's Auge fasten zu können. Bei dieser Gelegenheit gab einer der im Bezirk ansässigen Wähler die sehr verständige Erklärung ab: Im Allge meinen kann ich nicht sagen, daß von den Zehnen Einer so hervorragend geprobt hat, daß die Andern dadurch verdunkelt seien, und umgekehrt kann ich auch nicht sagen, daß Einer so mißfallen hat, daß ich ihn könnte fallen lasten. Was ich aber schon früher gesagt, dabei bleibe ich stehen: Es ist mir unmöglich, einen Lehrer in dieser Weise bei nur einer Stunde Zeit zu taxiren. Z. ist noch zu bedenken, daß die Minorität sich hier in einer ähnlichen Lage befand, worin sich die Schulvorsteher und-Jnterestenten in den Städten befinden, wo sämmtliche Lehrer wahlen durch ein Schulcollegium, wie z. B. in Elberfeld, gethätigt werden. Die lebendigen Glieder der Schulgemeinden fühlen leicht heraus, daß die Glieder des Colle giums, soweit sie bei der Besetzung der vacanten Stelle nicht unmittelbar interestirt sind, unmöglich das Interesse für den Ausfall der Wahl haben können, was sie haben. Jede Nichtachtung eines ausgesprochenen Wunsches der unmittelbaren Interessenten in Betreff der Wahl wird deshalb mit Recht doppelt übel vermerkt. H. „Sieben Gebete in Kriegesnoth für Alle, die Herz und Hände erheben daheim und im Felde." So will ich nun, daß die Männer beten an allen Orten, und aufheben heilige Hände, ohne Zorn und ohne Zweifel. i.Tim. 2, 8. An die Lehrer! Ist auch ein Unglück in der Stadt, das der Herr nicht thue? — Das größte irdische Unglück aber ist der Krieg, auch der gerechte, — Noth und Tod, Theuerung, Brand und Pestilenz sind in seinem Gefolge. Allein der Krieg steht in keines Men schen Hand, sondern in der Hand Desten, der die Herzen der Könige und der Völker lenket wie Wasterbäche, der Krieg ist eine Züchtigung und Strafe Gottes, — eine Züchtigung für die, welche sie in Demuth annehmen, eine Sttafe für die, welche Seine Stimme nicht hören mögen. Sind wir denn Kinder des Vaters im Himmel, so lasset uns uns demüthigen unter Seine gew^altigeHand, damtt Er uns errette und erhöhe zu Seiner Zeit. Lasset uns Herz und HändezuJhm.aufheben,