*16 Deutsche Schulzeitung. w.'Mm whi mm p M * überreiche empfindende Wesen der Mädchen durch die Gegenwart der Knaben und ebenso die Roheit der Knaben durch die Anwesenheit der Mädchen gemildert und zurückgedrängt wird. Es ist viel Frische und Tüchtigkeit in dem Schweizer Unterrichtswesen, das trat mir auch an andern Orten entgegen. Daß der sogenannte Liberalismus sich dabei Geltung verschafft hat, ist nicht zu verkennen. Schon die an der Spitze der 3 Stufen des Schul-Religionsunterrichts (der nur ein historischer ist, der dog matische verbleibt der Kirche) des „Unterrichtsplanes" stehenden Sätze zeugen da von. Da heißt es: 1. Stufe: „Weckung des sittlich-religiösen Gefühls, Ent wicklung der einfachsten sittlichen und religiösen Grundbegriffe und Darstellung der Nächstliegenden Pflichten des Kindes gegen seine Mitmenschen und gegen Gott." 2. Stufe: „Einführung in die bibl. Gesch. alten und neuen Testaments und Entwickelung weiterer sittlicher und religiöser Begriffe und Urtheile." 3. Stufe: „Einführung in den Lehrgehalt des neuen Testaments und einläßlichere Darstel lung der Wirksamkeit der Apostel für die Verbreitung des Evangeliums." Doch liegen in diesen Bestimmungen auch durchaus keine Hindernisse für den Lehrer, den Unterricht mit einer glaubensvollen Ueberzeugung zu ertheilen; auch sind auf allen Stufen 3 wöchentl. Religionsstunden angesetzt, während bei uns viele „hö here" Schulen deren nur 2 haben. Bei der Energie aber, die sich in allen Lebensäußerungen des Volkes in der Schweiz kund gibt, hat die Vorbildung der Lehrer und Lehrerinnen in den Staats seminaren, die vielen ernsten Christen als für eine christliche Bildung der Jugend nicht ausreichend erschien, dieselben zur Gründung freier Seminare getrieben, die mit allem Nöthigen ausreichend ausgestattet worden sind. So hat Zürich eine Normalschule für Lehrer, die Stadt Bern eine solche für Lehrer (mit 60) und eine für Lehrerinnen (mit 70 Zöglingen). Auch bei uns wird die freie Liebes thätigkeit die Lehrerbildung immer mehr in die Hand nehmen müssen, wenn über all ausreichend und im rechten Geiste für die Schule gesorgt werden soll. Ein kleiner Anfang ist ja darin schon mit Präparandenanstalten und Privatseminaren gemacht worden. Dankbar für so manche Anregung und Belehrung verließ ich das Schulhaus auf hoher Alp, um bald nachher meinen Stab wieder der Heimath zuzuwenden und zu den gewohnten Berufspflichten zurückzukehren. Bdt. Mittheilung an die geehrten Abonnenten: Vom 1. Juli 6. an tritt in der Einrichtung unserer Hefte folgende kleine Aenderung ein. Die Haupthefte werden anstatt 3 Bogen nur 2 1 /« Bogen umfassen, und statt der jedesmaligen 3 Zwischenhefte ä 1 /2 Bogen werden deren nur 2 zu je einem ganzen Bogen erscheinen. Die Gesammtbogenzahl bleibt also dieselbe. Da es nun aber (der Post gegenüber) nöthig ist, für dieses Jahr an den 24 Nummern festzuhalten, so wird je eines der Zwischenhefte, wie dies schon früher bisweilen geschehen, eine Doppelnummer erhalten. Zweck dieser Aen derung ist, in den Zwischenheften etwas mehr Raum zu gewinnen. Die Redaktion.