242 I. Abteilung. Abhandlungen. Nach diesen Angaben lasse ich die schätzenswerte Arbeit Zahns (ihrem Haupt inhalte nach) hier folgen.*) I. Aus: „Gruß zum Neuenjahre 1830". (Crüger.) „Vergönnet mir, werte Volksschullehrer Preußens, insbesondere Ihr, teure Männer dieses Standes in Westprenßen, mit deren Amt und Leben ich durch Fügung dessen, der die Menschen leitet auf dem Wege, den er geht, kürzlich in eine mir heilige Verbindung gestellt bin, daß ich nach Weise eines älteren Freundes handele, daß ich in Eurem Kreise mich geistiger Weise niederlasse und mit Euch ein Neujahrswort rede über Vergangenes^ und Zukünftiges, über Fragen, welche Eure Seele» wie die meine erfüllen, und über die Aufgaben unseres Lebens, zu deren Lösung wir neue Kraft beim Eintritte in den neuen Lebensabschnitt billig suchen und sammeln sollen. Mein Recht, mit Euch in solcher Weise zu verhandeln, stütze ich nicht auf dqs Amt, das ich dermalen bekleide, vielmehr aus meine lang jährige Arbeit in dem Volksschulwesen unmittelbar und für dasselbe mittelbar, noch mehr aber auf meine Liebe zur Sache der Jugenderziehung, zur Schule und zu deren würdigen Lehrern. Darum nun eben, weil mein Wort an Euch nach meinem Gefühle und Gewissen aus einer Liebe, die zwischen Euch und mir eine herzliche Gemeinschaft billig erhält, hervorgeht und ein Freundschaftsrecht es ist, dem zur Folge ich in Eure Reihen heute mich mische, werde ich die erste Pflicht des Freundes, offen sich zu zeigen und wahrhaft zu sein, treulich üben und nicht dabei von klugen Nebenrücksichten zu Verschleierungen meines Wesens, meiner Ge sinnung und meiner Überzeugungen unmännlich mich bestimmen lasten." „Aus Erfahrungen aus dem Lebenskreise vieler von Euern Amtsgenossen ge- *) Anmerkung d. Red. Der Hr. Einsender hat einen glücklichen Gedanken gehabt. Was der Schulchronist bei jenem Anlaß vor 30 Jahren geschrieben, ist auch heute noch — oder vielmehr gerade heute — ein Wort zur Zeit. Die älteren Kollegen, welche den Auf satz damals (1851) in der Schulchronik gelesen haben, werden denselben jetzt, wo sie eine 30 jährige Erfahrung mit hinzubringen, ohne Zweifel gleich dem Hrn. Einsender mit ge steigerter Teilnahme lesen. Und für die Kollegen jüngeren Alters wird dieser Blick in die Vergangenheit mit ihren Sorgen und Kämpfen wohl gleichfalls interessant, jedenfalls aber nützlich sein. Geschichte und Doktrin gehören zusammen; denn ohne Kenntnis ihrer Vor geschichte hat die klarste doktrinelle Auseinandersetzung selbst im besten Falle stets nur aus ein halbes Verständnis zu hoffen. Von Rechts wegen sollten die Schulblätter häufiger solche Mitteilungen aus vergangenen Tagen bringen. Der Hr. Einsender, welcher schon mehrfach bewiesen hat, daß er in dieser Beziehung mit einem guten Blicke ausgerüstet ist, wolle diesen Gedanken im Auge behalten. Dem Herausgeber ist der nachstehende Artikel um so willkommener gewesen, da derselbe eine vortreffliche Ergänzung zu den „Vorläufigen Bemerkungen" rc. in Nr. 5 und 6 d. Bl. bildet. Der versprochene Hauptartikel wird, so G. w., bald folgen. D.