Anfang September 1880. I. Abteilung. Abhandlungen. Bemerkungen über die Verhandlungen im preuß. Abgeordnetenhanse am 11. Febr. d. J. (Vom Herausgeber.) In den 30 Jahren, daß ein preuß. Abgeordnetenhaus besteht, ist wohl keine Sitzung vorgekommen, welche den Volksschullehrerstand so lebhaft beschäftigt, so erregt hat, als die vom 11. Febr. d. I. Bekanntlich war es die Rede des Hrn. Ministers v. P., wodurch diese Erregung hervorgerufen wurde. Diese Rede war in der That hoch bedeutsam, in jedem Betracht. Sie brachte das Gewichtigste zur Sprache und zur Beurteilung, was es für einen Stand — hier für den Volksschullehrerstand — geben kann: seine sittliche Hal tung und seine berufliche Qualifikation. Zudem geschah diese Beurteilung von der höchsten Stelle, vom Chef der gesamten Schulverwaltung, — vor den Ver tretern des ganzen Volkes, — an einem Orte, von wo die gesprochenen Urteile sofort in alle Gegenden und Orte des Landes hinausgetragen werden. In Nr. 12 d. Bl. haben wir diese Rede in ihrem stenograph. Wortlaute den Lesern mitgeteilt. Vergegenwärtigen wir uns jetzt in Kürze die darin enthaltenen Urteile. Vorweg stellt der Redner der Mehrzahl der Volksschullehrer sowohl hinsicht lich der sittlichen Haltung wie der beruflichen Wirksamkeit ein anerkennendes Zeug nis aus. Es heißt: „Wenn ich mir das Gesamtbild vergegenwärtige, so darf ich sagen, daß die tüchtigen Elemente in unserm Volksschullehrerstande noch immer die große Mehrheit und das durchschlagende Princip darstellen. Es gibt noch eine große Anzahl von Lehrern, welche in die treue Hingabe an ihren Beruf ihren alleinigen Ehrgeiz setzen; welche sich bemühen, in dem Herzen der ihrer Obhut anvertrauten Jugend die Liebe zu Gott, die Ehrfurcht vor der Obrigkeit, die Liebe zum Nächsten einzupflanzen und ihr das nötige Maß der nützlichen Kenntnisse beizubringen; welche es nicht ihre Hauptaufgabe sein lassen, sich in den Vordergrund des öffentlichen Lebens zu drängen, sondern in einträchtigem Zu sammenwirken mit den ihnen nahestehenden Lokalautoritäten, den weltlichen sowohl wie den kirchlichen, die Interessen ihrer Schul- und Ortsgemeinde zu pflegen. Und, meine Herren, ich wiederhole: ich bin der Meinung, daß noch heute, und, so