Aus dem Nachlasse t F. W. Dörpfelds rc. 149 k Anwendungen in Bezug auf den Eudämonismus. Fragen: Fr. 1. Wenn es nur dreierlei Schätzungen giebt (zweck mäßig, angenehm, schön), also keine moralische im eigentlichen Sinne, und man dennoch von Moralität, von Moralischem spricht, — was ist dann gemeint? oder: unter welche der drei Schätzungskategorien fällt es dann? Antw.: unter das Zweckmäßige. (Definition) Fr. 2. Wie wird man nun das Moralische definieren? — (Das Moralische ist etwas Zweckmäßiges; ist aber alles Zweckmäßige moralisch?) Antw.: das Moralische ist eine Art des Zweckmäßigen. Fr. 3. Welche Art? (spezifische Differenz!) Näher: was wird beurteilt? (Objekt!) Dinge oder Personen? aber w a s an den Personen? (wo hin wird geblickt?) der Wille, oder das Ver halten? Antw.: das Moralische (Moralität) ist ein zweckmä ßiges Verhalten. Fr. 4. alles zweckmäßige Verhalten? (Nein!) welches denn? — (der Unterschied liegt im Zwecke)» — also für einen gewissen Zweck. Für welchen Zweck? — für die Wohlfahrt (Glück seligkeit). Definition: moralisch ist dasjenige Verhalten, welches für die Wohlfahrt zweckmäßig ist. (--- das Mittel — zur Wohlfahrt als Zweck). Fr. 5. Hier (in der Definition) ist also die Rede von einem Zweck und einem Mittel. Das Mittel (Verhalten) wird beurteilt nach dem Zweck; der Zweck ist also gegeben, wird als feststehend an genommen. Den Zweck setzt aber der Wille. Wird nun ein bestimmter Zweck als gegeben, als feststehend an genommen, so wird auch dieser bestimmte Wille als gegeben, als feststehend angenommen. (Folgerung: also dieser Wille wird nicht beurteilt — kommt nicht in Frage, wird voraus gesetzt; beurteilt wird nur das Mittel