390 II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc. 50 M. fest, so werden die fraglichen 160 Klassen stets, mögen sie in was immer für Systeme eingeteilt werden, dieselben Leitungskosten verursachen, nämlich 160 X 50 - 8000 M. Mögen an andern Orten die Verhältnisse auch anders geregelt sein als in Düsseldorf, überall, wo man auch nur einigermaßen dem Grundsatz gerecht wird: Je größer die Arbeitsleistung, desto größer der Lohn — wird man finden können, daß an Summe der Leiftungsgebühren durch Einrichtung großer Systeme nichts gespart wird, wie ich es für die hiesigen Verhältnisse in obigen Aus führungen nachgewiesen zu haben hoffe. Für mich steht fest, daß in finanzieller Hinsicht (auch in anderer) die viel- klassige Schule durchaus nichts vor der vierklassigen voraus hat. Jedoch bin ich Belehrungen nach dieser Seite hin stets gern zugänglich. D. Dreyer. n. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens, Biogra phien, Korrespondenzen, Erfahrungen aus dem Schul- und Lehrerleben. Schulandachten. Besprechung der Schulandachten von Grosse, Borneniann, Kratz, Zange. Über „Morgenandachten in Beziehung zum Schul-Religions- unterricht" handelte Herr Th. Hermann im Aprilheft dieser Zeitschrift von k 889. Er führte in dieser verdienstlichen Arbeit den Gedanken durch, daß, ebenso wie Katechismus, Kirchenlied und Sprüche nicht losgelöst von biblischer Geschichte in „selbständiger" Behandlung dastehen dürfen, so auch die Morgenandacht als integrierender Faktor der religiös-sittlichen Bildung mit der religiösen Unterweisung organisch verbunden sein müßte. Er glaubt sogar in einem Überblick über die bisherigen Versuche auf dem Gebiet der Schulandacht eine wachsende Tendenz auf dieses von ihm aufgestellte Ziel hin erkennen zu können, ähnlich wie ich diesen Nachweis in bezug aus das Verhältnis des Katechismus unterrichts zur biblischen Geschichte als dem Centrum des Religionsunterrichts in meiner Schrift „Ein Wort zur Katechismusfrage" unternommen habe. Er bietet dann gute Winke über die „Wechselwirkungen zwischen Andacht und Religionsunterricht" und giebt ferner eine Reihe brauchbarer, aus dem Religions unterricht entnommener Andachtsstoffe, namentlich in Liedern und Gebeten, an die Hand. Er betont dann den Vorzug einer Andacht am Schluffe der Religions unterrichtslektion, ohne doch die den ganzen Tag einleitende Morgenandacht zu verwerfen. Leider giebt er nun keine näheren Anweisungen darüber, wie diese vorangehende Andacht, an die man doch zunächst nur bei dem Begriff „Schul andacht" denkt, so zu gestalten sei, daß sie seinen Anforderungen genüge. Er scheint sie so mit als Vorbereitung auf die nachfolgende Lektion, (k. Stufe?) oder als Übergang von dem vorigen Pensum zu dem neuen mitbenutzen zu wollen. In diesem Punkte bedürfte es wohl noch näherer Überlegungen. Über die leiten