Ein Höhepunkt rc. 299 Aus der Generalversammlung seien nur die wichtigsten Punkte berichtet. Der Vorsitzende Hogeweg konnte zu aller Freude berichten, daß die Mitgliederzahl wieder um 64 gewachsen und jetzt auf etwa 740 gestiegen ist. Der von dem Vorstandsmitgliede Pastor Klug gestellte Antrag, Petitionen an den Unter richtsminister und die beiden Generalsuperintendenten unserer Westprovinzen um Aufhebung der geistlichen Ortsschulinspektion und Aufnahme des Lehrers in den Schulvorstand wurde einstimmig unter lebhafter Zustimmung zu den Äußerungen des Herrn Antragstellers ange nommen. Aus der Unterstützungskasse des Vereins konnten im letzten Jahre 400 M. und im laufenden Jahre 600 M. zur Verteilung kommen, im ganzen sind bis jetzt 13 770 M. Witwen und Waisen zugute gekommen. Mittelschul lehrer Fick-Elberfeld berichtete über die Arbeit der „Prüfungsausschüsse für Jugendschriften". Organ derselben ist die bisher von I. Erler in Altenburg geleitete „Volks- und Jugendschriften-Rundschau", die als Beilage der „Evangelischen Volksschau" erscheint. Wenn auch in der kurzen Zeit seit Bestehen der Ausschüsse, die im Gegensatz zu der von den „Hamburgern" vertretenen einseitigen ästhetischen Würdigung auch religiöse, ethische und nationale Gesichts punkte maßgebend sein lassen, noch nicht sehr viel hat gethan werden können, so hat die Arbeit doch schon manche Früchte gezeitigt und bereits hier und da An erkennung gefunden. Durch eine in Aussicht stehende Verbindung mit dem Central-Ausschuß für Innere Mission und dem Vereine christlicher Buchhändler ist Hoffnung zu einer weiteren segensreichen Ausgestaltung der Arbeit auf breiterer Grundlage gegeben. An alle Mitglieder des Vereins ergeht die dringende Bitte, doch in irgend einer Beziehung mitzuhelfen an der allmählichen Schaffung eines Musterkatalogs. Es kann dies a) geschehen durch Bearbeitung der theoretischen Grundsätze, nach welchen die Jugendschriften zu beurteilen sind; b) durch Bildung von kleinen Kommissionen zur Prüfung der vorhandenen Bücher und 6) durch praktische Erprobung der empfohlenen Schriften und Mitteilung der gemachten Erfahrungen an den Referenten. (Wir geben diese Bitte an den ganzen Leser kreis weiter, in einem dieser drei Punkte kann gewiß jeder etwas thun!). Sodann wurde die Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes durch Zuruf gethätigt und Hauptlehrer Grünweller einstimmig neu in den Vor stand gewählt. Um den Vorsitzenden zu entlasten, wird der 2. Vorsitzende, Herr Rektor Hindrichs in Barmen, in Gemeinschaft mit öenf 2. Schriftführer, Herrn Elbrechter in Elberfeld, die geschäftlichen Arbeiten erledigen. Den Vortrag in der Generalversammlung hatte Herr Grünweller-Saarn übernommen. Vor überfülltem Saale sprach er über das so recht zeitgemäße Thema: Worin mag es seinen Grund haben, daß der Religions unterricht im allgemeinen nicht das wirkt, was er wirken sollte? (Richtlinien für eine Reform des Religionsunterrichts in der evangelischen Volksschule.) Die Ausführungen kamen aus innerster Überzeugung und konnten darum ihres Eindrucks nicht verfehlen. „Wenn der Herr seinen Jüngern den Auftrag gab, hinauszugehen und zu lehren, so konnten sie das nur, weil sie lebendige Zeugen dessen waren, was sie gesehen und erfahren hatten. So können auch wir unseres ernsten Aintes nur recht warten, wenn wir aus persönlicher Erfahrung heraus sprechen können: Jesus, er mein Heiland lebt. Auch Professor Harnack fordert von seinem Standpunkt aus das eigene Erleben; die selbsterlebte Religion solle bekannt werden. Die innere Er