Sprechstelle der Redaktion. :: 480 :: der Kartographie sind. Bei dem ansehnlichen Maßstabe von 1:500000 enthält die Karte die entsprechenden Details in möglichster Deut lichkeit und Vollständigkeit und ist dabei weit übersichtlicher als die viel umfangreicheren Generalstabskarten. Die trotz allem Reichtum des Details äußerst klare Zeichnung läßt das physikalische Bild anschaulich hervortreten und entzückt dadurch jeden Freund der Geographie. Die Karte ist überhaupt eine der bedeutendsten Leistungen der weltberühmten geographischen Anstalt von Justus Perthes in Gotha und hat überall die größte Anerkennung gefunden. Gerade gegenwärtig ist sie natürlich von be sonderem Interesse, da auf den Grenzblättern die in Betracht kommenden kriegerischen Er eignisse sich genau verfolgen lassen. Für den, der sich die ihn zunächst interessierenden Blätter anschaffen will, sei bemerkt, daß das einzelne Blatt unaufgezogen Mk. 2, ausgezogen in Taschenformat Mk. 2,40 kostet. Bibliothekar I. Traber, Donauwörth. Sprechstelie der Redaktion. H. R>, Bonn. Gerade der unselige Krieg legt den Gedanken nahe, die Pädagogik künftig im weiteren Sinne zu fassen und eine Betrachtungsweise der Erziehungsfragen zu pflegen, welche die Jugenderziehung mit den Fragen der Volkserziehung organisch verbindet. Wir müssen der Menschenführung als einer eigenen wichtigen Kunst mehr Aufmerksamkeit widmen und ihre Grundgesetze auch dem forschenden Interesse nahe zu bringen suchen. Die Jugendsührung ist ja eigentlich nur ein Teil der Menschenführung. Die großen Menschen- und Seelenkenner von einst und jetzt könnten der Pädagogik in Theorie und Praxis be deutsame Dienste erweisen. „Pharus" wird es nicht versäumen, wenn irgend möglich, auch in dieser Hinsicht die Kräfte mobil zu machen. — Rektor h., Westfalen. Der Optimismus, den ich als Trieb eines echten Idealismus hoch einschätze und bei keinem Pädagogen ver missen möchte, verhindert nicht zu sehen, daß der Krieg für einen Teil der Jugend genau so wie für einen Teil der Krieger große Schädigung der Seele mit sich bringt. Die auch vorher schon Haltlosen und Schwachen sind besonders gefährdet. Es wird Sie vielleicht interessieren, daß es im Jahresbericht 1914 des Münchener Jugendfürsorgeverbandes S. 14 heißt: „Die Bestrebungen des Verbandes werden durch den Krieg keineswegs gegenstands los. Im Gegenteile bewirkt nach den übereinstimmenden Beobachtungen des Jugendgerichts und unseres Verbandes die Abwesenheit zahlreicher Väter und Vormünder im Kriege eine Zunahme der Verwilderung — namentlich bei der männlichen Jugend. Es scheint fast, daß die aufregenden Kriegsnachrichten in den jugendlichen Gemütern für die Schädigungen durch die Kinos und die Schundbücher einen besonders günstigen Boden schaffen." — Professor h. M., Bayern. So gerne ich die Erziehungswerte des Krieges für die Jugend anerkenne, wie ja auch verschiedene Artikel im „Pharus" diese Werte betont haben, so dürfen wir doch nicht vergessen, daß der Krieg als solcher durchaus nicht zu den er wünschten Lebenswerten zu rechnen ist. Die Pädagogen werden, nachdem nun einmal dieser grausige Krieg Faktum geworden ist, ihn für die Jugend wie eben auch andere Lebens ereignisse möglichst auszuwerten suchen, aber dabei auch die Zeit nach dem Kriege ins Auge fassen, da es dann gilt, die zerstörenden Wirkungen des Krieges auszugleichen und soweit möglich einem neuen Kriege durch Verinnerlichung der Friedenskultur vorzubeugen. Ich empfehle Ihnen die Lektüre der soeben erschienenen Broschüre von Professor Fr. W. Foerster „Die deutsche Jugend und der Weltkrieg" (Kassel 1915, Furche-Verlag, 75 Pfg.). Herausgegeben von der Pädagogischen Stiftung Cassiaueum in Donauwörth. Verantwortlicher Chefredakteur: Josef Weber in Donauwörth. Mitglieder der Redaktion: Ludwig Auer, Direktor der Pädagogischen Stiftung Cassianeum in Donauwörth; I. B. Dürmüller, Subdirektor und Redakteur in Donauwörth: Cugen Erdner, Kämmerer und Pfarrer zu Heilig-Kreuz in Donauwörth; I. B. Jöhr, Pfarrer und kgl. Distriktsschulinspektor in Oberndorf bei Donauwörth; vr. I. Hörmann, Benefiziat und Religionslehrer in Donauwörth; I. M. Schmidinger, Redakteurin Donauwörth; I. Traber, Bibliothekar am Cassianeum und Stadtarchivar in Donauwörth; Or. Joseph Ungewttter, Direktor des Knabeninstituts Heilig-Kreuz in Donauwörth; Alois Wagner, Benefiziat in Augsburg. Druck und Verlag der Buchhandlung Ludwig Auer in Donauwörth. Nachdruck sämtlicher Beiträge untersagt.