Inhaltsverzeichnis: 5ln alle Mitglieder (Papisranleihe) 8.137. Bericht über die 38. Hauptversammlung S. 37. Kur der Zeit: Zur Besoldung. Vereinskalender. Merktafel. Bücherbesprechungen. An alle Mitglieder! Papieranleihe. In den letzten Monaten haben unsere Zeitschriften wiederholt von der Sorge der Vereinsleitung um die Erhaltung der vere'mszeit- fchriften berichtet. Gft mußte sie drängen, daß die Mitglieder pünktlich zahlen, daß die Sammlerinnen die Gelder sofort einschicken mochten. Die meisten haben dieser unserer Aufforderung entsprochen, und so ist es uns möglich gewesen, in diesem Jahre jede Nummer der Zeit- schriften bald nach ihrem Erscheinen zu bezahlen. Daraus geht hervor, daß die heutige Art der Festsetzung der vereinrbeiträge die für unsere Zeit richtige ist, und daß sie den Verein davor bewahren wird, noch mals größere Schulden zu machen. Ich bin überzeugt, daß unsere Vereinsmitglieder mit Genugtuung davon Kenntnis nehmen. Aber ganz richtiges Wirtschaften erfordert ein Betriebskapital, das unter den heutigen verhältnisien nur sehr schwer und nur in einer Reihe von Jahren aus den Überschüssen erspart werden könnte. Und doch wäre es dringend erwünscht, daß wir zum wenigsten das Papier für einen Jahrgang in voraus kaufen und uns so unabhängig von dessen bisher stets steigendem preise machen könnten. Die Sitzung der vereinrleitung, die nach der Hauptversammlung in Stuttgart tagte, hat daher beschlosien, innerhalb des Vereins eine Anleihe zur Papierbeschaffung auszuschreiben, wir bitten die Vereins- Mitglieder, die es können, uns 25000, 50000 oder 100 000 J6 zinslos zu leihen. Das so gewonnene Geld wird sofort zur Papieranschaffung verwendet werden, und dieser Papiervorrat wird den Darlehns- geberinnen eine genügende Sicherheit bieten. In den Monaten Oktober 1923 bis März 1924 wird je V« der drei Arten von Darlehen ausgelost und zurückgezahlt werden, so daß alles geliehene Geld vor dem 1. April 1924 zurückerstattet fein wird. Die Sammlung der „Papieranleihe" hat das Mitglied der ver- einrleiiung Fräulein Maria wiederholt, Hannover, übernommen, auf deren Postscheckkonto die Einzahlung der Darlehen erbeten ist. Die Nummer des Kontos wird noch bekanntgegeben. Die Bezirks- vereine mögen eine Dame, sei es die Sammlerin, fei es ein anderes Mitglied, mit der Empfangnahme der Darlehen betrauen. Diese stellt eine vorläufige Quittung aus und läßt mit dem Geld ein genaues Verzeichnis der Geberinnen, deren Wohnung und der höhe der einzelnen Darlehen an Fräulein wiederholt gehen, die dann die Schuldscheine an die Darlehnsgebermnen gelangen lassen wird. Alle Vereinsschwestern, deren Verhältnisse es gestatten, sind dringend gebeten, sich an diesem Standeswerk zu beteiligen und dadurch mit zuhelfen, daß unser Verein seine Wirtschaft wieder wie früher auf eine festere Grundlage stellen kann und daß die Zeit, wo er not gedrungen — wie andere — aus der Hand in den Mund leben muß, bald ihr Ende finde. Für die veremsleitung: Maria Schmitz. I. Vorsitzende. Bericht über die 38. Hauptversammlung der verein; katholischer deutscher Lehrerinnen Pfingsten 1923 zu Stuttgart. In schwerer Zeit hat der verein Katholischer deutscher Lehrerinnen seine Mitglieder zur 38. Hauptversammlung nach Stuttgart zusammen gerufen. Trotz unendlicher NeiseschwirrigKeiten sind über 600 ver- einsschwestern dem Rufe gefolgt. Die liebevolle Aufnahme im gast- lichen Stuttgart hat sie für alle Mühen entschädigt. Die Verhandlungen begannen am Pfingstsonntagabend und dauerten bis Mittwochabend einschließlich, welche Arbeit dabei geleistet wurde, zeigt der folgende Verhandlungsbericht: Pfingstsonntag. Nachmittags 4 Uhr: Eroffnungroersammlung. Leitung: Fräulein Seminaroberlehrerin Fritz, Schwab.-Gmünd; Schriftführerin: Fräulein Vogt, Thale a. h. Fräulein Fritz, die Vorsitzende des Württembergischen Zweig- Vereins, eröffnet die Begrüßungsversammlung. Der Chor der Lehre rinnen, unter Leitung des Herrn Chordirektors Hofmann, begrüßt die Erschienenen mit stimmungsvollen, gut vorgetragenen Liedern. Dann heißt Fräulein Unterlöhner, Cannstatt, die Vorsitzende des Bezirksvereins Stuttgart, die zahlreich erschienenen Kolleginnen aus allen Teilen des Vaterlandes mit schwäbischer Herzlichkeit willkommen. Sie gedenkt auch der Gründerinnen des württemberger Zweigvereins, die vor 25 Jahren in echtem Gemeinschaftsgeist und begeisterter Berusstreue die schwäbischen katholischen Lehrerinnen zusammen schlössen. Fräulein Fritz begrüßt noch besonders unsere Kolleginnen aus dem so hart bedrängten Rhein- und Ruhrgebiet, aus dem Elsaß, auch die erschienenen Wienerinnen und Voralbergerinnen. Im Namen des Katholischen Frauenbundes, zugleich im Namen aller weiblichen Vereine Württembergs begrüßt Frau profeffor Nist die Versammlung, indem sie darauf hinweist, daß die ganze Frauenbewegung in den Lehrerinnen ihre Vorkämpferinnen gehabt hätte und daß die großen Kulturausgaben der Gegenwart nur durch das Zusammenarbeiten von Lehrerin und Mutter gelöst werden können. Herr Konvikts- direktor Stäuber, Tübingen, vom Katholischen Schul- und Bildungs- verein betont das treue Zusammenstehen beider Organisationen auf dem wurzelboden des katholischen Glaubens. Herr Mittelschullehrer Mayer, Stuttgart, spricht herzliche Begrüßungsworte im Namen seiner Fachorganisation. Grüße und gute wünsche entbietet die Katholische Schulorganisation Deutschlands durch Herrn Di*. Schröteler. Er dankt den Lehrerinnen bei dieser Gelegenheit für ihre weitgehende Mit arbeit bei der Unterschriftensammlung für die katholische Schule, von der Versammlung lebhaft begrüßt, spricht dann die Vertreterin der katholischen Lehrerinnen Gsterreichs, Fräulein Tomicek. Ihre mit echtem Humor gewürzten Worte offenbaren kerngesunden Lebensmut. Ihre Ausführungen über den Kampf um das Kind, in dem wir siegen müffen, lösen große Begeisterung aus. Für die Reichsfrauen organisation Gsterreichs spricht herzliche Begrüßungsworte Fräulein Schlösingsr. von Gberfchlesien überbrachte Fräulein Labryga treu deutsche Grüße. Herr Karitardirektor Dr. Straubinger begrüßt die Versammlung im Namen des Karitasverbandes. Er führt aus, daß Lehrerin Karitas zusammengehören. Die Lehrerin mit ihrem