16 die ſegensreichſten Folgen erſprießen müßten, und die jüngere Generation zu gegenſeitiger Liebe und Eintracht geführt werden könnte. Es wurde daher beſchloſſen, dieſe ganze wichtige Angelegenheit in die Hände einer gemiſchten Commiſſion zu geben. Von Seiten ver Verſammlung wurden ernannt die Herren Vorſteher Gräff , deſſen Stellvertreter Siebig, der Protocollführer - Stellvertreter Linderer, Klo>e, Kopiſch, Laſſal, Ludewig, Milde, Poſer, Regenbre<t und Worthmann. Aus Schleſien. 13. Oct. Die häufigen Klagen der Lehrer an den Glementar- ſchulen über bedeutende Schulgeldverluſte , die ihnen aus der immer mehr um 1 ſich grei- . fenden Verarmung der untern Volksclaſſen erwachſen und hie und da eine ſo bedenkliche Höhe erreicht haben, daß ſie vie Exiſtenz der Lehrer gefährden, haben die königl. Regie- rung zu einem Entſchluſſe vermocht , der die betreſſenden Zehrer mit großer Freude er- füllt und für unſer Volksſchulweſen von den wohlthätigſten Folgen ſein wird. Es ſoll nämlich für „diejenigen Kinder armer Weber, Spinuer und Wittwen, für welche das Schulgeld nicht zu erſchwingen iſt“, dasſelbe aus Staatskaſſen gezahlt werden. Zu dem Ende hat die königl. Regierung an die Reviſoren die Einreichung der Nachweiſe ſolcher Rinder verſügt. Ihre Zahl dürfte, namentlich in den Gebirgökreiſen, ſehr bedeutend ſein, da es hier Lehrer gibt, die jährlich 50 bis 60 Thlr. Schulgeldreſte und darüber verlieren, (Breol. Ztg.) Sachſen, Die ſächſiſchen Schullehrer geben bei den Ständen eine Petition ein. Sie begehren : 1) Größere Beachtung ihrer Perſönlichkeit bei allen Maßnahmen , welche das Gedeihen der Schule bezwecken ; 2) Beſchränkung der Unterrichtsgegenſtände und des Unterrichtsſtoſſes ; 3) Entlaſtung von übermäßigen Unterrichtöflunden ; 4) Beſchränkung der tabellariſchen Nachweiſe auf die nothwendigſten. und wichtigſten Bemerkungen 3; 5) tüch- tige , erfahrne, für die Schule erwärmte Inſpectoren , mögen fie Geiſiliche oder Lehrer fein 3; 6) tüchtigere Befählgung zum Berufe; 7) möglichſte Beachtung der geeigneten Charafkterbeſchaffenheit der Schulamtsaspiranten ; 8) Erhöhung des Gehalts. = Das Frankf. Journal berichtet aus Dresden, 11. Nov. : Die mit großer In- dignation im Volke aufgenommene Aeußerung des Abgeordneten aus dem Winkel, daß ein Schullehrer für z wei Neugroſchen Mittags eſſen könne, wird jeht auch durch ſatiriſche Carricaturen gegeißelt. Auf dem einen Bilde läßt ſich ein Mann in den weitaufgeſperrten Mund die Sonne ſcheinen! „Alles für 2 Neugr.“ ſteht darunter. Würtemberg. Am 1. Juni ſtarb zu Gmünd Raimund Jakob Warſt, der berühmte Verfaſſer der „Sprachdenklehre“ und einiger andern Schriften , die ſämmtlich ein großes Publicum gefunden haben. - Wir bitten die Freunde des Seligen, uns eine Notiz über ſeine Lebensumſtände für dieſe Blätter zukommen zu laſſen. So viel wir wiſſen, war Wurſt bis 1835 Lehrer einer würtembergiſchen Dorfſchule , wurde dann vom katholiſchen Adminiſtrations- rath zu St. Gallen als Directox des mit der katholiſchen Cantonsſchule verbundenen Schullehrerſeminars berufen z; hier gerieth er, mit dem' St. Galler Terrain nicht hinläng- lich bekannt , in die zwiſchen der katholiſchen und der radicalen Partei beſtehenden Con- Jicte und nahm nach ein paar Jahren aus Verdruß ſeine Entlaſſung. Nachdem er einige Jahre in Ellwangen wieder eine Schullehrerſtelle verwaltet, begab er ſich nac Smünd, um dort einem Privatſeminar vorzuſtehen. Sein früher Tod ift zu beklagen. Durch ſeine Sprachdenklehre iſt ſeinem Namen in der Geſchichte des deutſchen Ele- mentar - und Volksſchulweſens eine Stelle geſichert. Das Buch kann nicht bleiben, aber dfe Erinnerung an das Buch wird bleiben. =O g>>------ des