Dritte Abtheilung der Pädagogiſchen Revue. We 3. M öä rz 1846, II. A. Preußen. Beim dießjährigen Krönungs - und Ordensfeſt find folgende akade- miſche Lehrer mit Orden bedacht worden : R. A. O. 1, mit Eichenlaub ---; den Stern zum R. A. O. U. m, CG. =; R. A. O. I. m. E. Dr. Lichtenſtein, Seh. Med.R. u. Prof. in Berlin; Dr. Schönlein, Geh. Ober - Med.R. , Leibarzt u. Prof. in Berlin; --- R. A. O. 11. mit der Schleife: Prof. Dr. Gerhard in Berlin, Hofrath Dr. Jakob Grimm, 'Prof. , Prof. Dr. von der Hagen (Dr. Pert, Geh. Reg.R. u. Oberbibliothekar), Prof. Dr. G. Roſe, Prof. u. Proſector Dr. Schlemm, ſämmtli< in Berlin ; -- dieſelbe Claſſe ohne Schleife: Dr. Kellermann, Prof. u. Domherr in Münſter, Dr. Ullmann, Gch. Kirc<hen/R. u. Prof. in Heidelberg; =- R. A. O. IV. : (Dr. Crelle, Geh. Oberbau-R. in B.); Prof. Dr. Dove in B., Prof. Dr. Eſſer in Münſter ; Geh. Hofrath Dr. GSravenhorſt, Prof. in Breslau ; Prof. Dr. von Henning in B. ; Prof. Dr. Kranichfeld in B.; Prof. Dr. Stahl in B, Breslau, 19. Nov, (D. A. Z) Ein wilder Auftritt fand heute zwiſchen 2 und 3 Uhr Nachmittags in dem Muſikſaale der Univerſität als dem Auditorium des Profeſſor Dr. Röpell ſtatt. Am 45. November hatte darin unter andern Studirenden auch einer, welcher als Freiwilliger dient, eine brennende Cigarre im Munde, wie hier denn überhaupt das Rauchen in den Auditorien bis zum Erſcheinen der Profeſſoren ge- wöhnlich iſt. Ein anweſender Major B. ließ nun aber dem betreſfenden Freiwilligen ſa- gen, daß er die Cigarre weglegen ſollte , weil ſeine (militäriſchen) Vorgeſebten hier wären. Dieſer ließ ſich aber nicht ſtören, was nun der Major bei dem Oberſten anzeigte, welcher den ſtudirenden Freiwilligen zu 14tägiger Haft verurtheilte. Dieß erzürnte nun die Studirenden aufs Höchſte; fie ſahen in dem VBerfahren des Majors, welcher in dem Anditoriuni der Studirenden, in das er nur als Gaſt hineinkommen könne, ſeine ſoldatiſchen Rechte auf ſolche Weiſe geltend mache, die ganze Studentenſchaft beleidigt. Sie ſendeten daher eine Deputation aus ihrer Mitte an den Profeſſor Röpell mit dem Auftrag , ihn zu erſuchen , daß er den Studirenden Genugthuung verſchaffen möge , welc<he namentlich darin zu beſtehen hätte, daß er den betreffenden Major veranlaſſe, eine Eh- renerklärung abzugeben oder das Auditorium nie mehr zu beſuchen. Da nun der Pro- feſſor Röpell bei ſeiner heutigen Vorleſung das Reſultat bekannt machen ſollte, hatten fie fih faſt ſämmtlich im Auditorium eingefunden, wo auch viele Officiere anweſend waren. Als nun Profeſſor Nöpell zum Erſtaunen der Studirenden ohne weiteres ſeinen gewöhnlichen Geſchic<tsvortrag beginnen wollte, erhob fic von allen Seiten ein furcht- barer Lärm , ein donnerndes Getrommel und Hinausrufen Profeſſor Röpell bat nun wiederholt um das Wort, worauf endlich wieder Stille eintrat, die während der Rede des Profeſſors aber mehrere Male durch allſeitiges Schreien und Trommeln unterbrochen wurde. Der Profeſſor erklärte nämlich , daß die Forderung der Studirenden unberechtigt ſei , indem das Rauchen in den Auditorien an ſi< unanſtändig und den akademiſchen Pädagog. Revue. 3te Abtheil. Bd. XIY. hb. 4