Die Ausbildung der Lehrerinnen für den Dienſt an der Fortbildungsſ<ule. 51 in jedes Lehrexinnen-Seminar, nicht aber erſt in die Spezialkurſe für Forts- bildungsſchullehrerinnen zu gehören ſcheinen und ähnliches. Aber nicht das Unterſheidende in unſeren Wünſchen und Forderungen halte ich für das Weſentliche, ſondern das Gemeinſame, und ſo hoffe ic<, daß Sie einen großen Teil Jhrer eigenen Gedanken in meinem Gedankengange wieder- erkennen werden. Die Bedürfniſſe der Fortbildungsſchule erkennen wir am beſten, wenn wir uns, in großem Umriß, ihre Organiſation vergegenwärtigen. Jede Fortbildungsſchule, die ihren Namen verdient, iſt Erziehung3- und Beruſs- ſ<hule zugleih. Den Kern jeder Mädc<hen-Fortbildungsſchule bildet die Dreiheit von Fächern: Deutſch, Rechnen, Handarbeit. Um dieſen Kern nun haben ſic<ß in allmählicher Entwikelung und in mehr oder minder großer Anzahl einerſeits die kaufmänniſchen Fächer gruppiert! einfache und doppelte Buchführung, kaufmänniſches Rec<hnen, Handelskunde, kauſmänniſches Schreiben, Stenographie, Maſchinenſchreiben, eventuell auch Franzöſiſch und Engliſ<. Andererſeits ſind die häuslich-gewerblichen Fächer ausgebaut worden mit: Schneidern, Pußmachen, Maſchinennähen, Wäſchezuſchneiden, Kunſthandarbeit, Ausbeſſern, Plätten, eventuell auch Kochen und hauswirt- ſchaftliche Übungen. Dazu kommen die allgemein bildenden Fächer: Geſang, Zeichnen, Turnen, in manchen Schulen auch Geſundheitslehre und Er- ziehungslehre. Das Centralfach aber iſt und bleibt das Deutſche. Die erziehlich-ſittliche Einwirkung auf die weibliche Jugend, die uns in der Fortbildungsſchule wichtiger iſt als alles andere, muß vor allem von dem deutſ<en Unterricht ausgehen. Eben darum ſollte der deutſche Unterricht in der Fortbildungsſ<hule vorzug8weiſe in der Hand von Lehrerinnen liegen. Sie ſehen aus den eben angeführten Lehrgegenſtänden, daß Fort- bildungsſchulen, Handelsſchulen, Gewerbeſchulen nicht Schulkategorieen ſind, die gar nichts miteinander zu thun haben. Wenn auch die letzte Tendenz der Fortbildungsſc<hulen eine andere iſt als die der Fachſchulen, ſo bilden doc< große Fortbildungsſchulen mit kaufmänniſchen und gewerblichen Ab- teilungen oder die ſogenannten kaufmänniſchen und gewerblichen Fort- bildungsſchulen den Übergang, ſo daß es bei vielen Anſtalten ſchwer wäre zu ſagen, welcher Kategorie ſie nun eigentlich angehören. Dieſe Dinge ſind im lebendigen Fluß. Ob ſie ſich in Zukunft ganz ander8 geſtalten werden, ob es eines Tages möglich ſein wird, ganz ſcharfe Grenzen zu ziehen, wer will das vorher ſagen? Aber eben weil die Dinge ſind, wie ſie ſind, und weil wir in kaum merklichen Übergängen von der eigentlichen Fortbildungs- ſchule zu der Handel8- und Gewerbeſchule gelangen, daxrum würde ich meinerſeit8 eine getrennte Ausbildung von Handel8= und Fortbildungsſchul- lehrexinnen zur Zeit für unpraktiſch und auch für prinzipiell unrichtig er- achten. Wir würden damit von vornherein Schranken errichten, die den Übergang der Lehrerinnen von der einen zur andern Schulkategorie ganz unnüiß erſchwerten. Die grundlegende Ausbildung von Fortbildung3- und Handelsſchullehrerinnen ſollte eine gemeinſame ſein. Es ließe ſich z. B. eine gemeinſame untere Abteilung und dann als Aufbau beſondere Kurſe für Fortbildung8=- und Handelsſchullehrerinnen denken. Mir perſönlich würde es abcr ſowohl im Intereſſe | der Lehrerinnen, wie eben angedeutet, wie auch 4%