138 Landesverein Preußiſcher Volk8ſchullehrerinnen. Während bei einer größeren Anzahl von Ortsgruppen ein erfreulicher Zuwachs von Mitgliedern zu verzeichnen iſt, namentlich aus den Kreiſen der jüngeren Kolleginnen, berichten andere, daß bedauerlicherweiſe das äußere Wachstum nicht mit der imneren Entwickelung gleichen Schritt zu halten ſcheint, wenigſtens wenn man die Anzahl dex Gruppenmitglieder zu der Anzahl der Volksſchullehrerinnen des Ortes in Betracht zieht, Zur Beſſerung dieſes Verhältniſſes empfiehlt die Ort8gruppe Halle als wirk- jamſte38 und von ihr mit Erfolg ausgeübtes Mittel die „Propaganda der That?" „Durch Übernehmen von Arbeiten, die nicht nur für Gruppen- mitglieder, ſondern für weitere Kreije Bedeutung haben, erwerben wir uns die Beachtung der Urteilsſähigen und betonen die Wichtigkeit des Zuſammen=- ſtehen38 aller Lehrerinnen.“ Wenn bei einigen Ort8gruppen die Mitgliederzahl troß Eintritts neuer Kolleginnen demnach annähernd dieſelbe geblieben iſt, ſo hat dies auch darin ſeinen Grund, daß Kolleginnen, die an höhere Schulen berufen wurden, austraten und ſich Vereinen für Lehrerinnen an höheren Mädchen- ſchulen anſchloſſen. Zu erwähnen iſt noch, daß die Königsberger Volksſ<ullehrerinnen aus dem gemiſc<ten Verein austraten und ſich als ſelbſtändiger Verein Fonſtituierten unter dem Namen „Königsberger Volksſchullehrerinnenverein.“ Der entgegengeſeßte Vorgang fand in Charlottenburg ſtatt; der Verein Charlottenburger Volksſchullehrerinnen wurde in einen gemiſchten Verein, den Charlottenburger Lehrerinnenverein, umgewandelt, in dem die Volks- ſ<ullehrerinnen eine beſondere Gruppe bilden. Über den Beſuch der Verſamm"ungen, die in den meiſten Ort8gruppen monatlich ſtattfinden, äußern ſich die kleineren Ortsgruppen durchweg be- friedigter als die größeren; ſo heben die Berichte von Graudenz und Elmshorn die rege Beteiligung aller Gruppenmitglieder an den BVer- ſammlungen ausdrücklich hervor. Bei den größeren Ort8gruppen nimmt in der Negel die Hälfte der Mitglieder teil; einige Ort8gruppen begründen die gegen ſonſt niedrigere Durchſchnittöſumme der Teilnehmerinnen mit ven ungewöhnlich ungünſtigen Geſundheit3verhältmiſſen des verfloſſenen Winters und Frühjahres. Doch betonen faſt alle Berichte, daß troßdem da3 Intereſſe für die VWereinöarbeit nicht minder rege war wie in den vergangenen Jahren. Die Einfügung von Probelektionen in die Tages- vrdn.ngen der Verſammlungen empfehlen die Elberfelder Lehrerinnen als ein vorzügliches Mittel, den Beſuch der Verſammlungen zu erhöhen. Wenn die Ortsgruppe Crefeld von dem guten Einvernehmen berichtet, das dort nach wie vor zwiſchen den evangeliſchen und katholiſchen Kolleginnen herrſcht, und das ſich unter anderem in der gemeinſamen Einreichung einer Eingabe an die Stadtverordneten dokumentierte, ſo iſt dies leider nur eine rühmliche Ausnahme; in den übrigen Gegenden Nheinland8 und Weſtſalens ſchließen ſid die katholiſchen Lehrerinnen noch immer ab von den evangeliſchen KoVeginnen. 11. Thätigkeit der Ortsgruppen und Ausſchüſſe. Von dem rege pulſierenden Vereinsleben zeugt die Menge und Mannigſaltigkeit der Arbeit8gebiete, auf denen ſich die Orts8gruppen und