Nr s Erfenntnis führen und ihr den Weg Geiſt der Cohjrer, der die Jugend zur zu geiſtiger Weiterarbeit zeigen ſoll, muß ſelbſt in den Wiſſenſchaft und ihre Forſchungsweiſe eingedrungen ſein.“ Hoffen wir, daß die Oberſchulbelhörde ihre Entſcheidung über die Lebrerbildungsfrage im Sinne dev CübeXer Lehrer- ſchaft trifft. Nichts liegt näher, als daß die Lübecker Lehrer ihre An-bildung auf der Hamburger Univerſität erhalten. Oſtpreußen. Der Verwaltungsdirektor der Berliner Univerſität, Dr. Büchſel, hielt vor den evangeliſchen Eltern- umd Voltsbünden Königsberg einen Vortrag, in dem er die Frage beantwortete: „Was iſt die epangeliſche Schule?“ ' Knapp gefaßt würden ſeine Ausführungen dazu lauten: ſie iſt (und ſoll ſein!) die Schule der Verinnerlichung, der Religion, der deutſchon Kultur, der Gemeinſchaft! Wahrlich, .gute Gründe färx die Forderung nach der evangeliſchen Schule, wie dena auch die Ausführungs des Nedners ſich dur: Ehrlichkeit und Großzügigkeit aus- zeichneten. Auch die Herleitung dieſer Gründe war aut: Kampf gegen den Rationaliämus und Matevialiemus; Unterſtüzung der religiöſen Bewegung in der deutſchen Jugend, lebendige Vertiefung der Begriffe Volk und Staat durch Pflege des deutſchen Kulturgutes und der Gemeinſchaft. (Sdulgemein- ſchaft, religiöſe Gemeinſchaft, Gemeinſchaft von Schule und Elternhaus!) Nochmals: Die Gründe ſind ant; aber die Folgerungen daraus müſſen wir ſchief nennen! Führt nicht gerade das Streben nach Religiöſität, nach deutſch-kulturellem Bildungsgut, nach Gemeinſchaft zu einer. Schule hin, wie wir ſie unter dem Naimen Gemeinſchaftsſchule kennen? Heißt es nicht in der Weoſenszeichnung dieſer Schale, daß ſie ihre Aufgabe auf religiös-ſittlicher Grundlage erfüllt, daß ſie die Werte des Chriſtentums und der deutſchen Yolfsfkultur im geſamten Schulleben lebendig machen will ? -Widor den Ra- tionaliamus und Materializmus ſteht ja anch die Gemein- ſchaftsſchule, und niemand, auch nicht Dr. Büchſel, wird be- baupten können, daß die religiöſe Sehnjucht der Jugend konfeſſioneller Art iſt. So läßt ſich wohl -aus IE auf die deutſchen dem Jugend die“ Forderung nach der religiöſen mle erklären, nie jedoch nach dor BVekenntnisſchule. Dr. zu ſel vermied denn auch dieſe Zuſpißung vorſichtig. Nur an einer Stelfe verſucht er einen; Einwurf gegen die Gemein- ſchaftsſchule. Der Verſuch mißglückt völlig; denn Dr. Büchſel vormag -nur den einen, ſehr fragwürdigen Grund "anzuführen: Die Gemeinſchaftsſchüle wäre eine Utopie! Niemand werde im Ernſte an einen Ausgleich der nationalen Gegenſäte alauben. Fraglos trügen die Konfeſſionen zur Zer- zplitterung des Volkes bei; aber nicht ſie hätten das deutſch? Bilduno=weſen zerriſſen, ſondern die Vertreter der weltlichen Sdulen! =- Ueber dieſe Schuld läßt ſich ſtreiten; daß ſie nicht vorwiegend den Freunden der weltlichen -Schule zufällt, liegt klax! Jones Wort aber: „Vollksgemeinſchaft (und damit Ge- moeinſchaftsſchule) iſt Utopie“, erſcheint völlig haltlos. Sekßen wir den Fall, die Gemeinſchaft des deutſchen Yölkes wäre unerreichbar, bleibt ſie uns nicht trozdem Aufgabe ? Müſſen wir nicht alle Kräfte “an- deren böchſimögliche Cöſung,. ſetzen? Tragen nickt alle religiöſen Forderungen utopiſchen Charakter ? Und ſucht man nicht troßdem neue und ſtärkere Nittel zu ihrer Erfüllung»? Nblehnung der Gemeinſchaftsſchule als einer Utopie iſt zudem mit <riſtlichen Anſchauungen unvereinbar! Gerade wer <Hriſtlichen Sinnes: iſt, muß dieſer „Utopie“ nach- jagen, ſollte er auch daran zugrunde gehen. Gemeinſchafts5- ſchule aber gehört zu den ſtärkſten Mitteln, die uns dieſer „AÜtopie“ nälzer bringen können. Rheinland. ShHhuß der gefährdeten Jugend. Das Landes- jugendamt der Rheinprovinz hat erſtmalig 50 000 Ul. zur Verfügung geſtellt zur Unterbringung gefährdeter Jugend- kicher im Ulter von 14 bis 18 Jahren, bei denen nach der Rechtſprechung eine Ueberweiſung zur Fürſorgeerziehung nicht in Frage kommt. Verbände und Jugendämter ſind bei. ver- ſchiedenen Anläſſen an die Provinzialverwaltung herangetreten mit der Bitte um Beihilfe zur Unterbringung Jugendlichyer, die. objektiv . außerordentlich gefährdet ſchienen,: deren jub- jektive Verwahrloſung jedoch nach- der Rechtſprechung die Un- ordnung der Fürſorgeerziehung nicht zuließ oder aber nicht ausreichend durch Zeugen zu „beweiſen war. Das Landes- Jugendamt hat ſich daher bereit erklärt, zur Unterbringung gefährdeter Jugendlicher im Ulter von 14 bis 18 Jahren Allgemeine Deutſche Cehrorzeitung. die obengenannte Summe auszuwerfen.: Die Zeit der Unterx- bringung, die nach Anſicht der Jugendämter ein halbes Jahr umfaſſen ſoll, ſoll zur Beobachtung der Jugendlichen und zur gründlichen Ausbildung und Erziehung verwandt werden. Es iſt beſonders aus dem erſten Grunde notwendig, daß dieſe Jugondlichen. nicht in den verſchiedenen Heimen der Rheinprovinz, ſondern in einem vom Candesjugendamt zu beſtimmenden Heim untergebracht werden. Die Beobachtung ſoll feſtſtellen, ob eine längere Anſtaltzerziehung und damit eine Ueberweiſung in Füeſorgeerziehung notwendig wird oder, aber eine baldige freiere Unterbringung möglich erſcheint. Die freiere Unterbringung kann vom Heim aus erfolgen und überwacht werden. - Sachſen. Ein Shuländerungsgeſeß iſt dem Landtag zu Unfang dieſes Monats zugegangen und vom Landtage nach der erſten. Leſung dem Rechtsausſchuß überwieſen worde. Durch die Perſonalabbau-Geſezgebung hatte die Lehrerſchaft einen der Fortſchritte des Schulbedarfs-Geſetes, die Feſtſezung der Pflichtſtundenzahl auf. 23, eingebüßt; durch - das Geſet vom. 27. März 1924 war die Pflichtſtundenzahl auf 30 erhöht worden. Die Geltungsdauer dieſes Geſetzes war auf den 31. März 1927 befriſtet worden. Für Ojtern 1927 mußte alſo eine Neuregelung erfolgen. Die Erwartung, daß das Schul- bedarfs-Geſeß in. dieſem Stü> voll wieder hergeſtellt werden würde, exfüllte ſich damals nicht. Nur für „die Lehrer nach dem vollendeten 45. Lebensjahre kam es wieder. zur alten Pflichtſtundenzahl 28, für die übrigen Cehrer blieb es bei 30 Pflichtſtunden. Dieſe Regelung wurde nur für das Schul- jahr 1927/28. getroffen, und. ſo erhielt ſich bei aller Ent- täuſchung über dieſe Regelung doch die Hoffnung, daß wenig- ſtens für die Zeit nachdem" 51. März 1928 die alte Zahl von 28 Wochenſtunden wieder hergeſtellt würde. Nach dem neuen Entwurf des Shmuländerungsgeſeßes ſoll ſich dieſe Doff= nung auch diesmal nicht erfüllen; es ſoll bei 50 Dflicht- ſtunden, bei den Lehrern nah dem 45. Cebensjahre bei 28 Pflichtſtunden bleiben. Daß die Regierung, wie ſie in der Boaründung ſagt, grundſäßlich daran feſthält, daß die vör dem Perſonalabbau-Seſetz geltenden Dflichtſtundenzahlen als die ' Norm anzuſchen ſind, kann die Enttäuſchung darüber, daß auch für das. kommende Schuljahr die Rückkehr zu. den alten Zuſtand unterbleiben ſoll, nict mindern. Die Begründung macht eine ſelx eingehende Rechnung über den LCehrerbedarf und über die Zahl der zur Verfügung ſtehenden Cehrkräfte auf, aus der" die Unniöglichkeit der von der Lehrerſchaft geforderten Wiederherſtellung des Sculbedarfsgeſetzes her- vorgehen ſoll; ſelbſt eine Herabſekung für die Lehrer nach dem 40. Lebenzjalhre ſoll unmöglich ſein.. Wenn ſich die Re- gierung zur De&ung des Lehrerbedarfs nur auf ſächſiſc<h0 Schufamtzanwärter beſchränkt, mag die Aufrechnung ſiüimmen; aber =" ſo gut wie die ſächſiſche Unterrichtsverwaltung im Laufe des Shuljahres regelmäßig eine ganze Anzahl außer= ſächſiſcher, meiſt preußiſcher Shulamtzanwärter als Vertreter nach Sachſen beruft, ebenſogut könnte ſie = die Junglehrer- ſchaft außerhalb Sachſens würde ihr das danken, und die ſächſiſche Schule hätte den Yorteil davon =- das zur endgültigen Wiederherſtellung der Pflichtſtundenzahl des Sdmlbedarfs- geſeßes - tun. Es iſt unbillig, daß die Cehrerſchaft allein no<ß+ unter den Beſtimmungen ſteken und, wie die Krankheits- und Beurlaubungsziffern zeigen, leiden ſoll, und es iſt fär die Dauer untragbar, daß Jahr um Jahr Landtag und Oeffentlichkeit mit der Forderung auf Herabſekung der Pflicktſtundenzahl auf 23 beſchäftigt und <- beunruhigt werden foll. Die Oeffentlichkeit ſieht nir, daß aus 30 nun. 28 Wochenſtunden der Lekver worden ſollen; ſie ſieht nicht, daß, das nur Rü&kehr zu dem alten Zuſtand, im Grunde nichts als „Wiedergutmachung“ iſt. Die Aus- ſchußberätungen werden zeigen, ob die Landiagsmehrheit den hier in der Tat beſtehenden NMißſtand wirklich auch weiterhin beſtehen laſſen will. EE Weſtpreußen. ; DerMiniſter beim Beſuch der Ukademie. Der Unterrichtsminiſter Prof. Dr. Becker weilte am 2. und 5. Seb- | ruar in Elbing. In Begleitung des Oberpräſidenten von Oſt- proußen, Dr. Siehr und der. Herven Dr. Wonde und Dr. v. den Drieſch galt ſein Beſuch - der Pädagogiſchen - Akademie. * IZ der Akademieſchule - wohnte ex dem Unterricht verſchiedener y des Perſonalabbäau-Geſekes |