" iſt beendet. NIgemeine Berausgegeben vom Deutſchen Gehrerverein Verlag und Geſchäftsſtelle? Berlin W35, Potzedamer Straße 113, Haus 2, FSernruf: Rurfürſt 8130-8131 Derantwortlicher Schriftleiter: Geo Raeppel, Berlin-Lichtertelde |, Steinſiraße 80; Fernruf: Lichtertelde 3931 <= <= === = = <<< Zr" 575 Jahrgang Berlin , den 22. März 1928 “Jummer 12 SOG Der preußiſche Bildungsminiſter verteidigt ſeine Schulpolitik. = Reichsſchulgeſez und Bayeriſches Konkordat, =- Widerſtehe den Unfängen! == Rundſchau. =- Wirtſchaftliche Fragen. = Deutſcher Lehrerverein. = Verſchiedenes, =- Anzeigen, == Nls Beilage: Blätter für" Schulrecht Nr. 5. ! ! Der preußiſche Bildungsminiſter verteidigt ſeine Schulpolitik. Die zweite Coſung des Bildungshaushalts Das Exyeignis der Yerhandlungen war die pro- grammatiſche Rede des Unterrichtsminiſters Dr. „Becker, die er ſogleich bei Beginn der Verhandlungen am 14. Närz gehalten Hat. Es war eine Verteidigung und Begründung deſen, was er bisher getan hat und ein Ausblik in die Zukunft für die * Geſtaltung des preußiſchen Schulwe/ens. In weltanſchaulicher Beziehung verträt er den von ihm wiederholt lkervorgekehrten Grundſatz, daß in einem konfo ſionell und politiſch zerriſſenen Staat wie Preußen keine Partei ihr kulturelles Programm reſt- - 105 durchführen könne, daß wir uns alle gegenſeitig dulden und verſtändigen müſen. Die Politik des Bildungsminiſters Iönne darum keine'Politik des Kampfes, ſondern mU eine Dolitik der Derſöhnmung fein.“Däs. ſei nicht gleichbedeutend mit einer Poli ik des Schaufkelns und Lavierens; auch ohne ſi auf ein Parteidogma feſtzulegen, könne man feſte Richtlinien vertreten. Als erſte dieſer Richtlinien bezeihmete ex damn die Aufrechterhältung der "Höhenlage unſerer nationalen Bildung. Dieſer. ſtehen zwei - Gefahren gegenüber, - die Neufaſſung -des Verhältniſſes „von Autoritätund.Freiheit auf dem Gebiete der An- wendung. unſeres Bildungsgutes in der Erziehung und ein mißverſtandenes ſoziales Nitleid. „Viell:icht wird man in ſpäteren Jahrhunderten uner Zeitalter nicht als das - der Naturwiſenichaft und Technil, ſondern als das päd- äudaiſche Zeitalter be:eichnen; denn Naturwi ſenſchaft und Technik, . ſos ſtaunenswert und unentbehrlich ſie ſind, bleiben. doch immer weniger wihig als die Entwicklung der menſchlichen Seele, die gerade durch das Anwachſen unſerer Naturerkenntnis und durch die Mechaniſierung un.eres Daſeins durch die Technik vor immer grandioſere Aufgaben geſtellt „ wird, wenn wir als Menſchen und Individuen nicht „Sklaven ts * Vepublik unſerer - Siviliſation - werden, - ſondern : Träger : der 'in uns ſchlummernden Ewigkeitswerte bleiben ſollen. Damit rückt die Pädagogik als.die angewandte Wiſſen- ſchaft von Menſchen in Theorie und Praxis in den Vordergrund unſeres künftigen geiſtigen Lebens.“ Es werde ſtets ein Ruhmesblatt der Geiſte5ge- ſchichte des letzten Jahrzehntes bleiben, daß die einfluß- reichen Maſienparteien niemals den Verſuch gemacht haben, durch Umgeſtaltung unieres Bildungswei/ens Bildungs- gleichheit für alle und damit Niveauſenkung herbeizu- führen, wie es in anderen Ländern geſchaly. „Vicht gleiche Bilduſg Fur "alle ſooner altere ENLWIE- Tung sEmöglichkeitenfür alle = däs iſt unſere Parole Ieweſen.! DiE ZWoite „mnerſchütterliche“ Richtlinie ſeiner Amts- führung | ſei die geweſen, nur eine vepublikaniſche T oli tik zu führen. Der oinzelne Büxgor könne-ſich-bilden und Zur Politik ſtellen, wie er'wolle, ein-republikaniſcher dungsminiſter müſie aber-mit. der Bildung zugleich M Möſe? 4; 136.202. ..1. 4 | „Een repüblikaniſchen'Staatsgedanken pflegen und fördern. -Mit Parteipolitik Habe .däs «nichts zu tun, -denn- die ellu ſei-koine Parteiangelegenheit; ſondern die legale Dar- DEERE des deutſchen Volkes vor ſich ſelbſt und gegen- “IT ver ganzen Welt, == In dieſem Zuſammenhange ging der Miniſter auf ſeine Maßnahmen gegenüber monarchiſtiſchen Hochſchullehrern uw. "ein und kam auch . auf die Frage dev Schulbücher zu ſprechen. -Um “ſeine Nütarbeiter -vor der unmöglichen Zumütung zu ſchüßen, daß ſie fär jedes Worl "in den Büchern einſtehen ſollen, will er ſich in Zukunft von einem Au sſchuß beraten laſen, in' dem die verſchiedenen führenden Pädagogen und Gejdhichtslehrer, al'o leitende Per jönlichkeiten im Schulweien, vertreten ſein ſollen. : Der dritte Grundſaß ſeiner Geſchäftsführung ſei ges, weſen die Einführung einer Planmäßiokeit im Geſamtgebiete ſeiner Verwaltung Unter dieje Planmäßigkeit falle die Regelung des Verhä.tniſjes von „Staat und Kirche, darunter fallen auch die Beſoldungsgeſeke, die Bauprogramme für die Schulen, Herabſezung der Rlaſon- frequenzen, der Pflichtſtunden, auch die beſondere Sorge für die öſtlichen und weſtlichen Grenzgebiete. Er wies darauf hin, daß er bereits im Hauptausſchuß von dem „bar- bariſchen Zuſtand" geſprochen habe, der ſich durch Neberfüllung der Klaſſen und Ueberlaſtung der "WRE NT ER in unſerm Schulweſen immer deutlicher ergibt, 8 je höhere Anforderungen - die Zeitlage, die wirtſchaftlichen Verhältniſſe und die Entwicklung der Pädagogil an den Lehrer ſtellten.“ Das gelte von allen"SHulen, zeige ſich aber gegenwärtig beſonders deutlich 'an den höheren Schulen, ; Der vierte Grundſaß in ſeiner Politik ſei der Grund- aß Dolksſtaat, wobei wieder Fragen der Organiſation und -Sragen der Pädagogif zu unterſcheiden ſeien. Der Miniſter kam dabei auf die Aufbäuſchulen und die neue Volks-2 ſchullehrerbildung zu ſprechen und wies darauf lin, daß jeht die Aufbauſchulen. die erſten Nbiturienten entlaſieit haben und die Pädagogiſchen Akademien die erſten Junglehrer. Dabei machte er folgende beachtenswerte Nüsführungen: „Ich kann hier nur berichten, daß alle meine pädagogiſchen Nit- arbeiter, die zum großen Teil dieſen Prüfungen ſelbſt beige- wohnt haben, einſtimmig der Meinung ſind, daß nicht nur aufderAufbauſchuleetwasvollkommenGleich- wertiges mit dem Abiturientenexamen der an deren höheren Schulformen erreicht worden iſt, ſondern daß auch auf dem Gebiet der Päd» ägouaiſchen Akädemienicht nur Junglehrver ent- laſſen ſind, die ſ0ö viel taugen, wiediefrüheren Cehrer, ſondern hier unzweifelhaft eine ſehr erhebliche Beſſerung, ein fehr erheblicher Auf» ſtieg im der Bildung zu verzeichnen iſt. (Bravo! links.) Ich alanbe, das kommt hauptſächlih daher, daß wir auf den Pädagogiſchen Akademien die Geſamtbildung des Menſchen in den Mittelpunkt geſtellt haben, Körper, Seele, Geiſt, die rationalen, die körperlichen und irrationalen Werte, . == und daß-wir »zweitens den -Charakter der Bildung, die unſere künftige Lehrerſchaft empfangen wird, iniofern verändert haben, - als- an Stelle. der Beibringung eines -Bildungsſtofſs für ein ganzes Ceben ihnen nur no <hbeigebracht wird Bildungs- “hunger "und. in erſter -Linie -Vehzerrſchung der Bildungsmittel zur eigenen Weiterbildung.“ Neben der Aufsauſchale und dev Volksſchullehrerbildung gehöre aber auch die' Begabten einer poſitiven Erziehung zum ſozialen Förderung zur poſitiven Erziehung zw Volksſtgat, . Ihr %