Die freie Bildungsarbeit der kaufmänniſchen Verbände 687 - „Dreijährige Lehrzeit für jugendliche Angeſtellte bis zum 18. Lebensjahre, Anrechnung der auf einer anerkannten Handelsſchule verbrachten Zeit auf die Lehrzeit. Angemeſſene Entſchä- digung des Lehrlings, Ausreichende Allgemeinbildung ſoll Bedingung für Zulaſſung zur Lehre und zum Beſuch der Handelsſchule ſein, - Genehmigungöspflicht ſür private Handelsſchulen, an deren Leitung, Aufbau, Lehrplan und Lehrkräſte gleiche Anforderungen zu ſtellen ſind wie für die ſtaatlich anerkannten Schulen. Wirkſame Beaufſichtigung der privaten Handelsöſchulen. Neichsgeſeßliche Regelung des privaten Handelsſchulweſens. Neichsgeſeßliche Einführung der Fortbildungsſchulpfliht für alle Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahre ohne Unterſchied des Geſchlehts unter Befreiung der ehemaligen Schülerinnen einer anerkannten Handelsſchule, Keine Verquiung des Fachunterrichts und Haushaltungs- unterri<hts, Dur<führung des Grundſaßes, daß die Fortbildungsſchulen für die beruflich tätige weibliche Jugend ſich von den entſprechenden für die männliche Jugend errichteten Anſtalten nicht weſentli< unterſcheiden. Ausſchluß des Abendunterrihts in den Pfſlichtfortbildungs- ſchulen. Erweiterung des Nees der von Körperſchaften des öffentlihen Rechts unterhaltenen Han- delöſchulen. Gleicher Lehrplan und gleiche Kursdauer für die Mädhen- und Knabenhandels- ſchulen. Schaffung von Einrichtungen, die ehemaligen Volköſchülern die Aneignung der zum Beſuch der Handelsſchule nötigen Kenntniſſe ermöglichen. - Förderung der Berufsberatung.“ Zentralverband der Angeſtellten, Sit Berlin " Der Verband iſt aus dem Zentralverband der Handlungsgehilfen und -gehilfinnen Deutſchlands hervorgegangen. Dieſer wiederum entſprang aus örtlichen freien Vereinigungen, die ſich im Jahre 1897 zu einem Verbande mit dem Siß in Ham- burg zuſammenſchloſſen. In ſeiner heutigen Geſtalt iſt der Zentralverband kurz nach dem Kriege durch Vereinigung einzelner Angeſtelltenorganiſationen entſtanden. Er berichtet, daß ſeine Bildungsarbeit unter dem leitenden Geſichtspunkt gewerk- ſchaftlicher Schulung den beruflichen und fachlichen Intereſſen ſeiner Mitglieder gewidmet iſt. Eine genaue zahlenmäßige Überſicht über die Arbeit auf dieſem Ge- biete iſt noch nicht herausgegeben. Von den Vorgängerorganiſationen iſt aber auch ſchon vor der Verſchmelzung eine gute berufliche und fachkundliche Bildungs- arbeit nachweisbar. Dieſe Arbeit der früheren Verbände findet ihre Fortſeßung in den Fachausſchüſſen, Fachzeitſchriften, dem Verbandsorgan und in häufigen Kurſen, die für beſtimmte Gruppen veranſtaltet ſind. Die Arbeit trägt ein ſtreng berufliches und fachliches Gepräge. Für den Verband durchführbare Vorſchläge für die berufliche und fachliche Bildungsarbeit werden vorbereitet im Einver- ſtändnis mit den Neichsfachausſchüſſen, die eine ſichere Gewähr für die Beachtung der beruflichen Sonderintereſſen in der geſamten Organiſation darſtellen. Die Hauptverwaltung des Verbandes überwacht darüber hinaus auch die berufliche und fachliche Bildungsarbeit, indem ſie Anregungen verſchiedenſter Art vermittelt, Kiteratur und ſonſtiges Material zur Unterſtüzung der Arbeit bereitſtellt und vor allem die Beziehung zu befreundeten Organiſationen pflegt, um mit dieſen ge- meinſame Arbeit in beruflicher Hinſicht zu leiſten. So erfolgt eine gemeinſame