Vorwort. Die Herausgabe des „Pädagogiſchen Lexikon3", deſſen erſter Band nunmehr vor- w/ liegt, habe ich auf Wunſch der Geſellſchaft für evangeliſche Pädagogik übernommen. (E3 war dabei die Überzeugung maßgebend, daß ein ſolches Werk durch die neueren- Entwicklungen der Pädagogik und des pädagogiſchen Leben8 nötig geworden ſei -- womit dex Wert der früher erſchienenen Werke dieſer Art nicht verkannt jein joll -- und daß es auch mit ſeinem beſonderen Charakter in der geiſtigen Bewegung der Zeit wie auch grundſäßlich ſeine Berechtigung habe. Der Umfang des Werkes iſt auf vier Bände zu je ca. 40 Bogen berechnet; e8 wird, fall8 ſich nicht wider Erwarten technijhe Schwierigkeiten ergeben, in etwa zwei Jahren vollendet ſein. Wie ſein Name beſagt, ſoll das Lexikon über alle wichtigeren Fragen der Erziehungs8- wiſſenſchaft und alle bedeutſameren Erſcheinungen aus der Geſchichte des Erziehungs- wejens und dem ganzen Umtreis ſeiner gegenwärtigen Geſtaltung Aufſchluß geben. Den jachlichen Zujammenhängen entſprechend ſollen die jogenannten „Hilfswiſſen- ichaften“ der Pädagogik eingehende Berüdſichtigung erfahren; die grundlegende Bedeutung der Philoſophie für das pädagogiſche Denken wird jowohl in den theo- retiſqen wie auch in den geſchichtlichen Teilen des Werke8 zum Ausdru> kommen. Die Beziehungen zwiſchen der Philoſophie, ver Pſychologie, Ethik, Religion3wiſſen- jchaft, Soziologie, Phyſiologie uſw. und andererſeit8 den pädagogiſchen. Forderungen und Problemen beſtehen auch da, wo ſie in den einzelnen Beiträgen nicht ausführlich dargelegt jind, und werden da auch ohne ſolche Darlegung unjchwer . zu erfennen jein. In Übereinſtimmung mit der wachſenden Cinſicht in die pathologiſche Beſtimmt- heit vieler individueller Bildung8mängel und -nöte ſoll den Fragen der Heilpädagogik ein breiter Raum gewährt werden. Dem Gebiet der förperlichen Erziehung, das in der Pädagogik nicht immer die ihm gebührende Beachtung gefunden hat, ſoll volle Sorgſalt gewidmet werden. Aus dem Bereich der pädagogiſchen. Organijätion wird nicht nur das Bildungsweſen Deutſchland8 und der deutſchen Länder, ſondern auch das der übrigen großen Kulturſtaaten auf europäiſchem und außereuropäijchem Boden zur Darſtellung kommen. Da darauf verzichtet iſt, eine möglichſt hohe Zahl von Artikeln zu erzielen, und eine Raumverſchwendung an Unweſentliches und Unwichtiges vermieden werden joll, wird der erwähnte Umfang des Werkes als angemeſſen gelten können; es dürfte mit ihm den berechtigten Anforderungen an die Gründlichfeit eines ſolchen Werkes wie andererſeits auch den ebenſo berechtigten Anſprüchen an die Überſjichtlichfeit und Konzentriertheit der Darſtellung und ſchließlich auch den not- wendigen Rücichten auf die .Prei3abmeſſung entſprochen. jen. aas Cs iſt natürlich nicht möglich und läge auch nicht im Sinn eines ſolchen lexzika- liſchen Unternehmens, den einzelnen Artikeln den Charakter einer erjchöpfenden Mono- graphie zu geben; vielmehr kann es immer nur darauf ankommen, das Weſentliche einer Sache nach dem gegenwärtigen Stande der wijjenſchaftlichen Forſchung oder der prattijcchen Entwidlung zur Darſtellung zu bringen und ſo dem Leſer eine zu- verläſſige Orientierung zu ermöglichen. Eine völlige. Übereinſtimmung der Auffaſſungen kann bei einem literariſchen Werke, an dem etwa zweihundert Mitarbeiter beteiligt jind, nicht erwartet werden. Was ſomit dem Werke an Einheitlichkeit und Ge- jehloſjenheit fehlt und fehlen muß, dürfte durch das Maß von Sachkunde, das bei jolcher Teilung der Arbeit gewonnen wird, und durch die Vielſeitigkeit des Inhaltes reichlich aufgewogen werden. Wenn ſich hier und da ſelbſt gegenſjäkßliche Anſchauungen T*