120 Lungern, gelegef, welcher der Grund aller angenehmen und immer nüklichen Tugenden iſt. ungern. A Lit dieſem in der Erziehungsſprache bekannten ds“ 9 Porte, beleget man den heßlichen Fehler der Kinder, da tie, wenn andere eſſen oder trinken, dur Augen, Mienen oder dumpfigte Worte begierig zu erkennen geben: daß ſie von den aufgeſeßten Spei- ſen oder Gerränk etwas verlangen, Dieſes Lungern der Kinder iſt immer läſtig. Beſonders aber wird es unangenehm , wenn ſie es bey ihren Beſuchen thun , welche ſie in fremde Häuſer geben , oder wel: „He die Eltern bey ſich empfangen. Einige Kinder äuſſern dieſen Fehler mit viel Beſcheidenheit und Klugheit. Andere werden unbeſcheiden und gar troßig, wenn man ihre Begierde nicht erfüllet. Die Schuld hiervon iſt mehr den Erziehern , als der Jugend ſelbſt beyzumeſſen, Denn Kinder folgen den ſinnlich natürlichen Trieben. Der Wachsthum ihres Cörpers und das Vergnügen, welches ſie in dem GJkenuß der Nahrungs - M ittel finden , reißet ihre ep eg terde faſt immer. Und es iſt die Pflicht Eltern, oder der Erziehungs-Aufſeher, die Kinzs der is zu gewöhnen, dieſe Begierde in den Schran- ken der Mäßigkeit und Beſcheidenheit zu halten. Unverſtändige Kinder - Wärterinnen oder Mütter lehren jungen Kindern dieſe Unart: indem ſie ihnen von