36* | | Ni<htamtlicher Teil Baſt- und Rohrflechten behandelt wird, iſt eine beſonders willkommene Ergänzung. Wie von ſelbſt ſtellen ſich als Shmudt einfache Volkskunſtmotive ein, zu deren ſelbſtändiger Abwandlung im Sinne einer perſönlichen Formenſprache, einer echten „Handarbeit“, die Verfaſſerin mit klugen Worten anregt. Unbekanntes Handwerksgut. Gebrauc<hs8gerät in Metall, Glas und Ton aus8 ac<t Jahrhunderten deutſcher Vergangenheit. Von Dr. Walter Dexel. Mit 179 Abbildungen. Kartoniert 5 RM. Die Beſprechung dieſes Buches wird mit Abſicht am Ende der bisher erſchienenen Bände der Schriftenreihe zur Deutſ<en Handwerkskunſt vor- genommen, weil in ihm erſtmalig eine Zu- jammenfaſſung zeitloſer Formgrundlagen von hohem erzieheriſchem Wert geboten wird. Da die Schulung des Sehen38 weder auf hiſtoriſchen Stilformen noc<h auf zeitgebundenen Gegenwarts8- formen aufgebaut werden kann, hat Dexel das vor- bildlich geſtaltete, unverzierte Gebrauchs8gerät der --.--“Vergangenheit, alſo handwerkliches Volksgut, zus- ſammengetragen, und das Ergebnis iſt erſtaunlich: hier de die Löſungen, nach denen die Gegenwart unſicher ſucht. Dieſes Gerät, ohne falſchen Ehrgeiz nach unverrückbaren handwerklichen Geſeßen ge- ſtaltet und vom Standpunkt des heutigen Menſchen aus8gewählt, iſt von jener fortzeugenden Kraft, die zum formſchönen handwerklichen Gebrauchsgerät der Gegenwart führen fann, ohne Altertümelei, aber in lebendiger Weiterentwiklung eines un- begrenzt gültigen Erbes. Hier ſind Ausgangspunkte einer künftigen Formerziehung gegeben, die in den vorbeſprohenen Bänden, unter immer anders8- gearteten Geſicht3punkten, angedeutet, in dieſem Buh aber zu einer Zuſammenſchau unvergänglicher Überlieferung8grundlagen der reinen Form ver- einigt ſind. Darum möge dieſes bedeutſame Buch am Ende erwähnt ſein: weil e8 wie Kükelhaus' „Urzahl und Gebärde“ zu den Anfängen zurückführt und zugleich die große Aufgabe neuer handwerklicher Erziehung herausſtellt =- Fortſebung des beſten fine der Vergangenheit mit heutigen Mitteln zu ſein. Dresden. Siegfried Nagel. 3% Wohnen und Wirtſchaften. Die Einrichtung und Pflege des HauS3halt8 und die HauSshaltführung. Von Jrmgard S<hüßb-Glüd. Fran>hſche Verlags8handlung, Stuttgart. 182 Seiten. Auf Grund jahrelanger Lehrtätigkeit in einem ſüddeutſchen Seminar und eigener privater Haus- haltführung hat die Verfaſſerin ein Lehrbuch für hauswirtſchaftlihe Ausbildungsſtätten geſchaffen, das für die Gebiete der gejamten Hauspflege- arbeiten, des Wohnens und des Wirtſchaftens mit Zeit und Geld knappe und klare Anweiſungen gibt. Bei unmittelbarer Lebenznähe wird das Haupt- - gewicht auf die Erziehung zu klarem, einfachem, geſundheit8gemäßem und vor allem der national- jozialiſtiſchen Staatsführung entjprechendem Haus8- haltführen gelegt. Für die Unterrichtspraxis macht das Buc<h das Nacdhjjhreiben der Schülerinnen weitgehend entbehrlich und kann gleichermaßen als Lehr- und Nachſchlagebuch benußt werden. =- Jn manchen Teilen prägt ſich jein ſüddeutſcher Urſprung deutlich aus. Es wird ſich für mittlere und kleine Städte und für das Land beſonders gut eignen. Pot8dam. Iſe Döhl, Zeitſchrift „Sprechkunſt und Sprec<hkunde“. Herausgegeben von F. K. Roedemeyer. Band 1. Berlin 1938, Metten & Co., Nationaler Werbedrutk, Verlagsanſtalt. Achtung vor der Leiſtung deutſcher Wiſſenſchaft und deutſcher Erziehung “iſt im Herbſt vorigen - Jahres vom Jnternationalen Kongreß für Singen und Sprechen in Frankfurt a. M. in die einzelnen Länder mit hinaus8genommen. Zu einem großen Teil waren die Vorarbeiten zu den Vorträgen und Ausſprachen, zur Ausſtellung im Hauje des Inſtitut38 der Muſikwiſſenſchaft und der Sprechkunde an der Johann-Wolſgang-Goethe-Univerſität von dem Kreis von Männern getragen, der auch hinter der Zeitſchrift „Sprechkunſt und Sprechkunde“ ſteht. Der Herausgeber, Friedrichkfarl Roedemeyer, vereint glücklich wiſſenſchaftliches Schaffen mit unmittelbar wirkſamer Lehre; die gegenwärtigen Erfahrungen aus eigenem Forſchen an der Univerſität Frankfurt und die Ergebniſſe ſeiner früheren praktiſchen Arbeit in der Lehrerbildung, in Schulen vermag er dicht zuſammenzufaſſen zu klaren Rechenſchafts- berichten, ſtraffen Aufgabenaufweiſen, ſacherſüllten Anregungen. Jhm zur Seite ſtehen Forſcher wie E. Zwirner (Deutſches Spracharchiv, Berlin), JI. Müllexr-Blattau (Freiburg i. B.), der Lehrerſchaft wohlbekannte Wiſſenſchafter und Lehrer wie E. Geißler (Erlangen) und R, Wittſacd (Halle). Daß das Kulturamt der Reichsjugend- führung mitverantwortlich zeichnet, verdeutlicht, wie ſehr die Macht des geſprochenen und des geſchriebenen Worte8 bei den täglichen Aufgaben in unſerem Reiche geſehen und gehegt werden ſoll; „Rüſtzeug für eine ſyſtematiſche Erziehungsarbeit“ jollen die Jugendführer in den Heften finden, wie Ober- gebietsführer Cexrff im Vorwort ſagt, und in der Erkenntnis beſtärkt werden, „daß Volkwerdung zu einem guten Teil auch Sprachwerdung iſt“. Forſchung und Vraxis treffen ſich hier zu gegen- ſeitiger Bereicherung; dadurc< iſt die Zeitſchrift beſonders für den Lehrer reich an Anregungen, nicht nur für den „Deutſchunterricht“ und die „Muſikerziehung“. Schon allein durc< die ſteten Berichte über die Sprechkunde (Spracherziehung, Sprachzucht, Sprechbildung, Redelehre, Erziehung